10. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

180 Wissenschaftler aus 36 Ländern haben in einem offenen Brief einen Ausbaustopp der neuen Mobilfunktechnologie 5G gefordert, “bis potenzielle Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt erforscht wurden”. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meint, dass die Netze der 5.  Generation “möglicherweise ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko” mit sich bringen könnten. (Bau-Fritz GmbH, 10.07.2019)

Europa

Gesunde Ernährung gilt als wichtiger Bestandteil des Lebens. Dass es dabei aber deutliche Unterschiede zwischen den Europäern gibt, zeigt der STADA Gesundheitsreport 2019 zur Zukunft der Gesundheit. Für die Studie wurden 18.000 Menschen in 9 europäischen Ländern befragt. Die richtige Ernährung ist für rund die Hälfte der Europäer eine wichtige Voraussetzung, um auch im Alter fit und gesund zu bleiben. Fast 60 % kochen täglich frische Mahlzeiten. Vegan leben übrigens nur 1 % und immerhin 4 % bezeichnen sich als Vegetarier. Ein schwaches Immunsystem infolge Nährstoffmangels wollen 28 % der Europäer keinesfalls riskieren und nehmen darum auch regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich. (STADA Arzneimittel AG, 10.07.2019)

Infografik: STADA Arzneimittel AG

Deutschland

Die Bundesregierung hat heute ihre Pläne vorgestellt, wie überall in Deutschland möglichst gleichwertige Lebensverhältnisse erreicht werden sollen. Der AOK-Bundesverband möchte diesbezüglich daran erinnern, dass dabei die Gesundheitsversorgung nicht zu kurz kommen darf. Das Internet und die Verkehrsanbindung würden oft an erster Stelle genannt, jedoch sollte die Gesundheitsversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge bei allen konzeptionellen Überlegungen einen mindestens ebenso prominente Rolle spielen. Denn unter allen Infrastruktureinrichtungen sei den Deutschen die Gesundheitsversorgung am wichtigsten. (AOK-Bundesverband, 10.07.2019)

Die Betriebskrankenkassen begrüßen die heutige Fassung des Gesetzentwurfes zum Digitalen Versorgungsgesetz. Dieser setzt wichtige Akzente im Gesundheitswesen inkl. einer konsequenten Nutzerperspektive. Dazu gehört, dass die elektronische Kommunikation zwischen Arzt und Patienten sowie unter Ärzten gefördert wird. Auch die Erleichterung des Patientenzugangs zur Versorgung mit digitalen Versorgungsinnovationen ist positiv. Ärzte und Kassen können damit die Versorgung der Versicherten sinnvoll ergänzen und nachhaltig gestalten. Diese gestalterische Rolle, welche den Kassen endlich zugestanden wird, ist ein Meilenstein in dem Gesetz. Versorgungsangebote “per Gießkanne” können damit der Vergangenheit angehören und durch individuelle Versorgungsinnovationen ersetzt werden. (BKK Dachverband, 10.07.2019)

Frei verkäufliche Arzneimittel verordnet der Arzt oft auf einem grünen Rezept – und der Patient muss sie selbst bezahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen erstatten viele gesetzliche Krankenkassen die Kosten aber im Nachhinein. Das trifft in vielen Fällen auf Erkrankungen zu, bei denen rezeptfreie Präparate zum Therapiestandard zählen. Z.B. Abführmittel bei bestimmten Darmerkrankungen oder Acetylsalicylsäure bei der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine entsprechende Liste, OTC-Übersicht genannt, gibt es im Internet unter www.g-ba.de/richtlinien/anlage/17. Manche Kassen erstatten auch andere rezeptfreie Arzneien ganz oder teilweise. Es kann sich also lohnen, bei der Kasse nachzufragen. Zur Erstattung wird das quittierte grüne Originalrezept eingereicht. Und wenn die Krankenkasse nicht zahlt, tut es vielleicht das Finanzamt. (Apotheken Umschau, 10.07.2019)

Fast die Hälfte (46 %) der Deutschen kocht täglich frische Mahlzeiten und 53 % achten auch darauf, “gesund” zu essen. Allerdings ist die Akzeptanz für alternative Ernährungsweisen in Deutschland gering. Der vegane Lebensstil etwa wird von 73 % der Befragten abgelehnt. Nahrungsergänzungsmitteln wiederum nehmen 27 % regelmäßig. (STADA Arzneimittel AG, 10.07.2019)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert 14,00 € als Untergrenze für die Entlohnung von qualifizierten Pflegekräften. Der aktuelle, für Pflegehilfskräfte gedachte Mindestlohn beträgt 11,05 € in Westdeutschland und 10,55 € in Ostdeutschland. Für Pflegefachkräfte gibt es sogar keine eigene Untergrenze. (CDU/CSU Bundestagsfraktion, 10.07.2019)

Rund die Hälfte der Menschen (52 %) in Deutschland lehnt die Schließung von Krankenhäusern auf dem Land kategorisch ab – selbst dann, wenn die Spitäler klein und wenig rentabel sind. Mittlerweile ist jedes 10. Krankenhaus insolvenzgefährdet. (pronova BKK, 10.07.2019)

Jede Krebserkrankung und jede Krebstherapie ist anders. Das neue Informationsportal “Mein Krebs, mein Weg” möchte dazu beitragen, Patienten und Angehörigen die Angst vor der Krankheit und der Therapie zu nehmen. Das Ziel ist, bei der Diagnosestellung die vom Arzt empfohlene Erstinformationsstelle für Patienten zu werden. (Riemser Pharma GmbH, 10.07.2019)

Bild: Riemser Pharma GmbH

Die Pharmaindustrie in Deutschland besteht zu über 90 % aus Standort gebundenen, mittelständischen Unternehmen, die ihre Umsätze primär in Deutschland erzielen. (BPI, 10.07.2019)

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) hat sich in Lebensmittelverband Deutschland e. V. umbenannt. (Lebensmittelverband Deutschland, 10.07.2019)

Die Tiefkühlwirtschaft in Deutschland spricht sich für eindeutig für den “Nutri-Score” aus. Es gelte die Chance auf eine europäische Kennzeichnungslösung zu nutzen. (Deutsches Tiefkühlinstitut, 10.07.2019)

Die kommunale Identität ist in Deutschland ein entscheidender Faktor für Toleranz, ehrenamtliches Engagement und die politische Stabilität vor Ort. 40 % der Deutschen fühlen sich besonders stark mit ihrer örtlichen Gemeinde verbunden. (Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, 10.07.2019)

Infografik: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr rund 34 kg Zucker. Laut Experten ist das viel zu viel. (ZDF, 10.07.2019)

Großbritannien

Großbritannien hat eine der höchsten Fettleibigkeitsraten Europas und auch deshalb dem Zucker den Kampf angesagt: Seit 2018 gibt es eine Zuckersteuer auf stark gesüßte Getränke. Bei mehr als 5 g zugesetztem Zucker pro 100 ml müssen die Hersteller eine Sonderabgabe zahlen. Viele Produzenten haben darum die Rezeptur geändert, den Zucker reduziert oder durch kalorienarmen Süßstoff ersetzt. Häufig ist es aber für die Konsumenten nicht zu durchschauen, welche Produkte nach wie vor mit Zucker hergestellt werden. (ZDF, 10.07.2019)

Österreich

Anlässlich von erneut in Österreich aufgegriffenen gefälschten und damit illegalen Arzneimitteln warnt der Pharmig vor den Folgen von Medikamentenfälschungen für die Gesundheit. (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, 10.07.2019)

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