11. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

“90-90-90” lautet das Ziel der Vereinten Nationen für die weltweite Behandlung von HIV-Patienten: 90 % der Menschen mit HIV sollen von ihrer Infektion wissen. 90 % der Diagnostizierten sollen Medikamente nehmen und bei 90 % davon soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein. Eine Vision, von der weite Teile der Welt aber noch sehr weit entfernt sind. (Pro Generika, 11.07.2019)

Wer ins Ausland reist, sollte auf jeden Fall eine private Auslandskrankenversicherung mit im Gepäck haben. Sie deckt auch einen allfälligen Rücktransport des Patienten nach Hause ab. Bei medizinischen Behandlungen im Ausland können schnell Kosten von mehreren 1.000 € fällig werden. Und kommen bei einem Rücktransport gar lebenserhaltende medizinische Geräte zum Einsatz, steigen die Kosten ins Unermessliche. … Einen Auslandskrankenschutz gibt es bei der ADAC Versicherung AG schon ab 12,80 € im Jahr. (ADAC SE, 11.07.2019)

Infografik: ADAC SE

Im Urlaub möchte man am Strand sitzen und nicht auf der Toilette. Reisedurchfall ist jedoch die Urlaubskrankheit Nummer 1 ! Meist sind es E.Coli-Bakterien, die ihn auslösen. Doch es gibt Möglichkeiten, vorzubeugen. Sinnvoll kann etwa die rechtzeitige Einnahme von Probiotika sein. Denn je besser der Darm mit diesen Lebendbakterien besiedelt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper mit unbekannten Bakterien fertig wird. (Bencard Allergie GmbH, 11.07.2019)

Foto: Bencard Allergie GmbH

Europa

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftritt und nach der Geburt meist wieder – zumindest vorübergehend – verschwindet. In Österreich wie in Europa nimmt man an, dass davon jede 7. Schwangere betroffen ist.  Schätzungen zufolge sind davon etwa ein Drittel der Frauen auch adipös. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist das Übergewicht der werdenden Mutter. In der Gravidität gilt bei stark Übergewichtigen die Empfehlung von 5-9 kg Gewichtszunahme, was aber von vielen überschritten wird. Um Möglichkeiten und Indikatoren für die Vermeidung von Schwangerschaftsdiabetes bei adipösen Frauen zu untersuchen, wurden nun im EU-Projektes DALI (Vitamin D And Lifestyle Intervention for Gestational Diabetes) Lebensmittelinterventionsmaßnahmen bei 436 Frauen ausgewertet. Dabei hat sich die Annahme, dass eine geringere Gewichtszunahme bei adipösen Schwangeren vorteilhaft für die Vermeidung eines Schwangerschaftsdiabetes wäre, nicht bestätigt. (MedUni Wien, 11.07.2019)

Ertrinken passiert häufig still und unbemerkt. Ertrinkenden fehlt nämlich – anders als im Fernsehen oft gespielt – die Kraft zum Winken. Ertrinkende rufen auch nicht nach Hilfe, sondern ringen nach Luft. (ASB-Bundeverband, 11.07.2019)

Infografik: ASB-Bundesverband

Deutschland

In den vergangenen 5 Jahren haben sich 91 % der Deutschen gesundheitliche Ziele gesetzt. Mit 55 % an 1. Stelle rangiert dabei sich gesünder bzw. ausgewogener zu ernähren. 47 % wollten mehr Sport treiben und 44 % abspecken. 37 % wollten sich weniger aufregen. 26 % nahmen sich vor, sich mehr Erholungspausen zu gönnen. 22 % planten mehr Gymnastik ein, 21 % den Besuch ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen. Mehr schlafen wollten 19 %. Am Ende der Rangliste finden sich die Vorsätze weniger Alkohol zu trinken (17 %) und mit dem Rauchen aufzuhören (15 %). (Apotheken Umschau, 11.07.2019)

Das richtige Essen lindert chronische Entzündungen. Dieser Effekt ist auch im Blut messbar. Z.B. basiert Rheuma oft auf einer Entzündung und Forscher vermuten, dass auch bei Depressionen, Alzheimer und Darmkrebs entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. (Senioren Ratgeber, 11.07.2019)

Gut 66 % der Deutschen ab 55 Jahren erwarten, dass eines Tages Roboter ihren Gesundheitszustand kontrollieren werden, sie an die Einnahme von Medikamenten erinnern werden und dass Roboter Patienten künftig auch aus dem Bett heben werden. 42 % halten es auch für realistisch, dass Roboter zu ihrem täglichen Begleiter werden könnten. Doch nur 11 % der Befragten wünschen sich tatsächlich so ein Szenario. (mhplus Krankenkasse, 11.07.2019)

Im Mai und Juni passieren in Deutschland vergleichsweise die meisten Selbstmorde. Den Selbsttötungsabsichten liegen jedoch häufig psychische Störungen zu Grunde, die therapierbar sind. Allerdings ist das persönliche Umfeld von Menschen mit Selbstmordgedanken in aller Regel überfordert, wenn es von den Suizidplänen eines nahestehenden Menschen erfährt. Die Folge: Jeden Tag sterben in Deutschland im Schnitt 27 Menschen durch Selbstmord. Zudem versuchen sich täglich weitere 274 Betroffene das Leben zu nehmen. Auch wenn die Anzahl der Selbsttötungen in Deutschland von 18.451 (1980) auf 9.838 Suizidopfer im Jahr 2016 deutlich gesunken ist, wurde seit über 10 Jahren keine weitere Verringerung der Selbstmordrate erreicht. (Pro Psychotherapie, 11.07.2019)

56 % der Deutschen nutzen zu Hause Desinfektionsmittel. In der Generation 14-34 sind es sogar 69 %. Doch das ist zu sorglos und vor allem auch zu häufig. Bei einem exzessiven Gebrauch von Desinfektionsmitteln werde die Bildung resistenter Keime gefördert, zudem steigt die Umweltbelastung. (Die Schwenninger Krankenkasse, 11.07.2019)

Es sehr wichtig ist, zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 zu unterscheiden. Diabetes Typ 1 ist durch einen absoluten Insulinmangel geprägt und wird heute als Autoimmunerkrankung verstanden. Dabei zerstört das Immunsystem die Insulin-produzierenden Zellen – die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Dann wird kein körpereigenes Insulin mehr gebildet und so kein Zucker (Energie) mehr in die Körperzellen befördert. Wenn Insulin fehlt, ist der Organismus auf Dauer nicht lebensfähig. Deswegen war die Substitution dieses Hormons für den Diabetes Typ 1 auch der Durchbruch schlechthin und bis heute die Standardtherapie. Der Diabetiker Typ 2 wiederum hat genug eigenes Insulin, es wirkt bei ihm aber nicht ausreichend.  … ein 60-jähriger Patient mit Typ-2-Diabetes verliert im Mittel 6 Lebensjahre. Wenn dann noch ein Herzinfarkt dazu kommt, werden daraus 12 Jahre. Epidemiologisch ist jeder 6. Todesfall in Deutschland mit Diabetes assoziiert. (Pharma Fakten, 11.07.2019)

Arzneimittel gegen HIV sind sehr teuer. Sie kosteten die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2018 fast 900 Mio. €. Generische Arzneimittel, die seit den ersten Patentabläufen im Jahr 2013 auf den Markt kommen, sind deshalb für eine breite Versorgung von HIV-Patienten unerlässlich. (Pro Generika, 11.07.2019)

Menschen in Deutschland lassen sich immer öfter gegen Infektionskrankheiten impfen. So stiegen 2018 die Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe um 4,5 % auf 1,28 Mrd. €. Der Grund für den Ausgabenanstieg sind vor allem die vermehrten Impfungen gegen Humane Papillomaviren (HPV), Varicella Zoster (Gürtelrose) und FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis). (ABDA, 11.07.2019)

Verantwortlich für die sog. Sommergrippe sind häufig Coxsackie-Viren vom Typ A und B sowie Echo-Viren. Sie gehören, wie die klassischen Rhinoviren, zur Familie der humanen Enteroviren und verbreiten sich in den Sommermonaten besonders gut. … Zu den häufigsten Erkältungsfallen im Sommer zählen Reisestress, Klimaanlagen, mangelnde Handhygiene, Zugluft und Nässe sowie lange Sonnenbäder. (G. Pohl Boskamp GmbH, 11.07.2019)

Jeden Monat lesen 18,82 Mio. Menschen in Deutschland die Apotheken Umschau. (Wort & Bild Verlag, 11.07.2019)

Bild: Apotheken Umschau

Die Deutsche Sporthilfe hat unter dem Hashtag #leistungleben ihre Markenkampagne 2019 gestartet. Sie will damit auf die Motivation der von ihr
unterstützten Athleten aufmerksam machen und zudem auch die Rolle der Stiftung für die Athletenförderung verdeutlichen. (Stiftung Deutsche Sporthilfe, 11.07.2019)

Bild: Stiftung Deutsche Sporthilfe

Österreich

ÖÄK fordert Stopp der Gewalt gegen Ärzte. (Österreichische Ärztekammer, 11.07.2019)

Blattaufmacher der Kronen Zeitung am 11.07.2019. (Foto: MHJ)

Nach einem Sturz z.B. beim Mountain-Biken oder nach einem Zusammenstoß beim Handball kann es zu einer Sprengung des Gelenkes (ACG-Luxation) zwischen Schlüsselbein und Schulterdach kommen, die zügig behandelt werden muss. Ob die Verletzung operiert werden sollte, hängt entscheidend vom Schweregrad ab und bedarf im Rahmen der Diagnostik einer Untersuchung inkl. Röntgenbild. Nun zeigt eine Publikation der AGA auf, dass arthroskopische Verfahren klar erkennbare Vorteile haben in Bezug auf die Sportfähigkeit und Wiedererlangung des vorherigen Sportniveaus.  Mit 4-12 % aller Schulterverletzungen ist die ACG-Luxation eine der häufigsten in den kampfbetonten Sportarten. (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, 11.07.2019)

Hebammen sind die medizinischen Expertinnen für die physiologische Geburt in Österreich. Sie leiten physiologische, also komplikationsfrei verlaufende Geburten eigenverantwortlich. Dazu sind sie ausgebildet und laut Hebammengesetz auch berechtigt. (Österreichisches Hebammengremium, 11.07.2019)

Spanien

In Spanien werden 30 % mehr künstliche Befruchtungen durchgeführt als etwa in Deutschland oder Frankreich. (Nextclinics International, 11.07.2019)

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