13. Mai 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

Von Zahnersatz können deutsche Patienten alle selbst gezahlten Kosten als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung eintragen. Von der gesetzlichen Krankenkasse gibt es den “Befund bezogenen Festzuschuss”, was 50 % der Kosten für eine Standardlösung entspricht. Ein Patient zahlt also mindestens die Hälfte für seine Brücke, Krone oder das Implantat aus eigener Tasche. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 13.05.2019)

Bild: Vereinigte Lohnsteuerhilfe

Aktuell sind rund 3,4 Mio. Deutsche pflegebedürftig. Die meisten von ihnen leben zu Hause und werden mehrheitlich von pflegenden Angehörigen unterstützt. Dazu bietet das Zentrum für Qualität in der Pflege neuerdings eine frei zugängliche und werbefreie Datenbank mit über 4.500 nicht kommerziellen Beratungsangeboten zur Einsicht im Internet an. (ZQP, 13.05.2019)

Rund 30 % der Deutschen leiden mindestens einmal im Monat an Magen-Darm-Beschwerden, gut 20 % mehrmals im Jahr. Einer der Verursacher kann Stress sein, der sich dann auf den Magen geschlagen hat. Das sog. Bauchhirn wiederum ist ein vielschichtiges Nervenzellengeflecht im Verdauungstrakt und steuert zusammen mit anderen Systemen den Verdauungsprozess. Muss das Gehirn jedoch mit Stress oder großen psychischen Belastungen fertig werden, bezieht es durch den intensiven Informationsaustausch zwischen “Kopfhirn” und “Bauchhirn” oft Magen und Darm mit ein. (Bayer Vital GmbH, 13.05.2019)

Geschätzt 15 % der Deutschen leiden an einem Reizdarm. Und weil dieser sog. “funktionellen Darmerkrankung” keine eindeutigen körperlichen Ursachen zugrunde liegen, gibt es auch keine Standardtherapie. Die Ärzte behandeln daher stets die individuellen Beschwerden wie Durchfall, Krämpfe oder Blähungen mit gezielter Symptomtherapie. Dabei setzen 96 % der “Praktiker und Internisten” auch  pflanzliche Arzneimittel ein, 78 % davon in Kombination mit anderen Therapien und sogar 18 % als alleinige Behandlung. (Cramer-Gesundheit-Consulting GmbH, 13.05.2019)

Ein Wundermittel gegen Orangenhaut gibt es zwar noch nicht, doch können Bewegung und eine ausgewogene Ernährung das Bindegewebe wieder stärken. Empfehlenswert sind einerseits Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren und andererseits vitaminreiche Zutaten, wenig Salz und Zucker. Vor allem Salz sorgt dafür, dass Wasser im Körper eingelagert wird, was Cellulite optisch verstärkt. Neben Bewegungsmangel und falscher Ernährung stehen aber auch Rauchen und Sonnenbäder im Verdacht, sich negativ auf das Bindegewebe auszuwirken. (Apotheken Umschau, 13.05.2019)

Foto: Wort & Bild Verlag

Österreich

Wer sich bis ins hohe Alter regelmäßig bewegt, bewältigt den persönlichen Alltag besser, bleibt selbständiger und ist damit nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Das spart auch der Gesellschaft Kosten für Pflege und Betreuung. Das ergab eine Studie der MedUni Wien mit 3.308 ProbandInnen älter als 65 Jahre in Österreich. Die Empfehlungen lauten folglich: Pro Woche 2 Mal muskelkräftigende Einheiten wie Kniebeugen mit einem Sessel – das ist die klassische Übung für ältere Personen – oder Kraftübungen mit einem Theraband oder im Fitness-Center sowie 150 Min. pro Woche moderate Ausdaueraktivitäten wie zügiges Gehen tätigen. Jedoch hätten von den Probanden nur rund ein Drittel das empfohlene Krafttraining absolviert und nur rund die Hälfte die nötige Ausdauerbewegung gemacht. Zahlen, die sich laut der Experten auch auf Europa umlegen lassen. (MedUni Wien, 13.05.2019)

Schadensereignisse mit chemischen, biologischen, radioaktiven oder nuklearen Stoffen (CBRN-Stoffen) sind selten, dennoch müssen Spitäler in Österreich darauf vorbereitet sein. Dazu gibt es nun eine neue ÖNORM. (AUVA, 13.05.2019)

Dekontamination eines Unfallopfers in der Waschstraße. (Foto: R. Reichhart)

Schweiz

Zu viel Sonne erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Wer sich jedoch gar nicht in der Sonne aufhält, dessen Haut kann kein Vitamin D herstellen – eine Substanz, die wichtig ist für gesunde Knochen und vermutlich auch für die Prävention von Atemwegsinfektionen, Autoimmunerkrankungen und gewissen Krebsarten. Nun zeigt eine neue Studie, dass es in der Schweiz vom Spätherbst bis Anfang Frühling bei Weitem nicht möglich ist, allein durch die natürliche Sonneneinstrahlung die tägliche Dosis von 0,024 mg Vitamin D aufzubauen. (Schweizerischer Nationalfonds, 13.05.2019)

Im Sommer ist die körpereigene Synthese der empfohlenen Dosis Vitamin D auch in der Schweiz erreichbar. In der Tagesmitte produziert die Haut eines Erwachsenen, der ein T-Shirt trägt (und damit rund 22 % der Haut exponiert), die empfohlene tägliche Dosis innerhalb von nur 10 bis 15 Min. Bereits rund 10 Min. später kann jedoch ein Sonnenbrand auftreten und die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, nimmt zu. Im Winter hingegen ist die die Situation anders. Da sind normalerweise dann nur das Gesicht und die Hände entblößt, was rund 8 % der Körperoberfläche entspricht. Und vor allem sind die UV-Strahlen der Sonne wegen ihres längeren Weges durch die Atmosphäre schwächer. Da bräuchte es dann eine Exposition von mindestens 6,5 Stunden zur Erreichung der empfohlenen Dosis Vitamin D. Doch ein so langer Aufenthalt in der Sonne ist im Winter nicht nur schwierig realisierbar, sondern es kommt auch zu einem Sonnenbrand, bevor die notwendige Dosis Vitamin D hergestellt ist. Der in der Schweizer Bevölkerung festgestellte Mangel an Vitamin D ist also durch das Klima bedingt. (Schweizerischer Nationalfonds, 13.05.2019)

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