14. Januar 2020: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

9 von 10 Deutschen sind sehr daran interessiert, mehr Informationen über die Fortschritte in der Medizin zu erhalten und wünschen sich, dass Forschungsergebnisse für jeden einsehbar sind und verständlicher dargestellt werden. … Am besten gefällt es den Deutschen offensichtlich, wie TV-Sendungen Medizinthemen transportieren. Unter den Befragten, die ihren Kenntnisstand als eher gut oder sehr gut einschätzen, beziehen 96 % ihr Wissen aus TV-Beiträgen. 64 % dagegen informieren sich durch soziale Medien. (Amgen GmbH, 14.01.2020)

Medizinischer Fortschritt ist streng demokratisch.  Nur mehrheitsfähige Innovationen werden überleben. (Dr. Gerd Wirtz, 14.01.2020)

Dr. Gerd Wirtz. (Foto: Dr. Gerd Wirtz)

Immer mehr deutsche Krankenhäuser sind in der Krise: Pflegenotstand, Ärztemangel, rote Zahlen. Von dieser Misere betroffen sind inzwischen auch die Patienten. Über dieses Problem diskutieren Experten im SWR Bürgertalk “mal ehrlich … Geld oder Gesundheit – Was zählt mehr im Krankenhaus ?” am 22.01.2020. (Südwestrundfunk, 14.01.2020)

Krankenhausessen hat in Deutschland einen schlechten Ruf – und das zu Recht. Jetzt belegt eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts, dass die Verpflegung in deutschen Kliniken wegen des hohen Kostendrucks eher nachrangig behandelt wird. Demnach sanken seit 2005 sind die realen Kosten pro Patient und Tag um 9 %. So gaben Krankenhäuser 2018 für Lebensmittel im Schnitt 3,84 € pro Tag und Patient aus. 2005 waren es noch 4,45 €. Zudem investieren Krankenhäuser auch kaum Geld in die eigenen Küchen. Die aktuellen Krankenhausküchen seien im Schnitt 29 Jahre alt. (Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 14.01.2020)

Die Entwicklung präzisionsonkologischer Arzneimittel ist ein weiterer Fortschritt in der Krebstherapie. Dabei wird nicht geschaut, wo der Tumor im Körper sitzt, sondern welche molekulargenetischen Eigenschaften er aufweist. Diese können mithilfe eines Tests ermittelt werden und danach, individuell auf den Patienten abgestimmt, behandelt werden. Tumorgenomtests sind jedoch noch nicht immer Bestandteil der Routineuntersuchung. Bayer möchte daher zum Weltkrebstag am 4. Februar mit Kerstins Geschichte darauf aufmerksam machen, wie molekulare Diagnostik die Krebstherapie verbessern kann. (Bayer Vital GmbH, 14.01.2020)

Immerhin 35 % der deutschen Raucher haben noch nie versucht, mit dieser Sucht aufzuhören. Für alle anderen Raucher können Verhaltenstherapien über Nikotinersatzprodukte wie Nikotinpflaster und -sprays bis hin zu Hypnosebehandlungen oder Behandlungen mit Psychopharmaka – theoretisch – eine Ausstiegshilfe sein. Eine Studie mit Nikotinersatzprodukten (Nikotinpflastern, Nikotinkaugummis und Nikotinnasen oder -mundsprays) ergab, dass dadurch 16 von 100 Personen nach 6-12 Monaten das Rauchen aufhörten. Bei den Personen, die sie nicht verwendeten, waren es 11 von 100. (Stiftung Gesundheitswissen, 14.01.2020)

England

U.S. Food and Drug Administration (FDA) bestätigt das Phagenyx System, welches mittels Behandlung von neurogener Dysphagie die sichere Entfernung der Beatmungskanüle beschleunigt, als “Breakthrough Device”. Das Phagenyx-System ist ein innovatives Neurostimulationsgerät, das mithilfe Pharyngealer Elektrischer Stimulation (Elektrostimulation im Rachen) die neurologische Kontrolle über den Schluckvorgang wiederherstellen kann. (Phagenesis Ltd., 14.01.2020)

Österreich

Dass das Kapitel „Gesundheit“ nur 7 von 300 Seiten umfasst, lässt hoffentlich keine Rückschlüsse auf den Stellenwert zu, den die neue österreichische Regierung dem Thema Gesundheit, Gesundheitspolitik und Gesundheitsversorgung beimisst. Es erstaunt zudem, dass das angesichts der involvierten Milliardensummen große Thema Sozialversicherung mit nur anderthalb Sätzen gestreift wird. (Österreichische Ärztekammer, 14.01.2020)

72 % der Österreicher empfinden ihr Leben als „sehr“ oder „ziemlich“ lebenswert. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Menschen mit einem höherem Einkommen ihr Leben tendenziell lebenswerter empfinden. Hautfaktoren des Glücks sind für 28,2 % Familie, Liebe und Freunde sowie die Gesundheit für 7,5 %. Das gilt in besonderem Maße für Menschen mit geringerem Einkommen. (HDI Lebensversicherung AG, 14.01.2020)

Spitäler sind eine wichtige Säule im Gesundheitssystem Österreichs. Das darf man nicht vergessen. (Österreichische Ärztekammer, 14.01.2020)

Schweiz

Laut der Schweizerischen Nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation, Swisstransplant, wurden 2019 in der Schweiz 157 Organe von Verstorbenen transplantiert. Ende 2019 warteten 1.415 Personen auf ein solch lebensrettendes Organ. Mit 18,4 verstorbenen Organspendern pro Million Einwohner ist diese Zahl im europäischen Vergleich weiterhin tief. (Swisstransplant, 14.01.2020)

Infografik: Swisstransplant

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