16. Mai 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist mittlerweile ein globales Phänomen. Weltweit werden jährlich bis zu 12.000 FSME-Fälle registriert. Deren Sterberate liegt zwischen 0,2 und 20 %.  Seit 2012 ist FSME in der EU eine meldepflichtige Krankheit, doch die Fallzahlen sind wegen unterschiedlicher Definitionen schwer miteinander vergleichbar. (Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller, 16.05.2019)

Buchpräsentation “The TBE Book” in Wien u.a. mit ÖVIH-Präsidentin Renée Gallo-Daniel. (Foto: ÖVIH / APA-Fotoservice / Juhasz)

Europa

Cystische Fibrose ist eine genetisch bedingte, seltene und lebensverkürzende Krankheit, von der rund 45.000 Europäer betroffen sind. Deren Ursache ist ein defektes oder fehlendes CFTR-Protein als Folge von Mutationen im CFTR-Gen. Um an Cystischer Fibrose zu erkranken, muss ein Kind 2 defekte CFTR-Gene – von beiden Eltern eines – geerbt haben. Es sind etwa 2.000 Mutationen im CFTR-Gen bekannt. Diese werden mittels Gentests bzw. Genotypisierung nachgewiesen. Manche dieser Mutationen, bekannt sind derzeit 346, haben zur Folge, dass an der Zelloberfläche zu wenig oder ein dysfunktionales CFTR-Protein vorhanden ist. Das ist der Grund für die Cystischen Fibrose. Wegen des defekten oder fehlenden CFTR-Proteins kommt es zu einem mangelhaften Salz- und Wasseraustausch in Zellen verschiedener Organe, einschließlich der Lunge. Das wiederum führt zur Ansammlung von abnorm dickem, klebrigem Schleim, der chronische Lungeninfektionen und eine fortschreitende Schädigung der Lunge verursachen kann, die schließlich zum Tod führt. In Deutschland lag 2017 das mittlere Sterbealter von an Mukoviszidose erkrankten Menschen bei 32 Jahren. (Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, 16.05.2019)

Deutschland

Millionen Deutschen sitzt der Stress im Nacken, doch die Einnahme von hoch dosiertem Magnesium plus einem Vitamin B-Komplex kann eine große Erleichterung bewirken. (Protina Pharmazeutische GmbH, 16.05.2019)

Deutschen Forschern ist ein Durchbruch gelungen, der die Diagnose lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten mit der Kraft des Lichtes revolutionieren könnte. In 3 Stunden statt bisher 3 Tagen liefert ein laserbasierter Test Ärzten die entscheidenden Informationen. Die Methode ist aber nicht nur schnell, sondern auch kostengünstig, weil ein Chip quasi ein ganzes Labor ersetzt: Dazu genügen wenige Tropfen einer Patientenprobe. (Leibniz-IPHT, 16.05.2019)

Bild: MHJ

Eine Blutvergiftung (Sepsis) betrifft mehr Menschen in Deutschland als ein Schlaganfall, Brust- oder Darmkrebs. Fast jeder 4. stirbt daran. Betroffen sind immer mehr Menschen, trotz der Fortschritte der modernen Medizin. Interessant: Je älter Patienten werden, desto öfter werden sie operiert und das bewirkt letztlich immer öfter eine Sepsis als Folge einer Infektion. Wenn dieser lebensbedrohliche Zustand eintritt, zählt vor allem Zeit. Jede Stunde Wartezeit auf die richtige Therapie verschlechtert die Überlebenschancen des Patienten dramatisch. Mit den derzeitigen Methoden jedoch müssen Mediziner bis zu 3 Tage warten, bis sie wissen, welches Bakterium die Infektion auslöst und welche Medikamente dagegenwirken. (Leibniz-IPHT, 16.05.2019)

Am 1. Juli tritt in Deutschland die neue Richtlinie über die Bedarfsplanung für die vertragsärztliche Versorgung in Kraft. Sie wird in vielen Regionen zu weiteren Zulassungen führen. Vor allem die psychiatrische und neurologische sowie die haus- und kinderärztliche Versorgung wird deutlich verbessert. Doch das Grundproblem, die mitunter fehlenden Ärzte und die ungleiche Verteilung der vorhandenen Ärzte zwischen den Regionen Deutschlands, werden auch neue bundesweite Planungsvorgaben nicht lösen können. (AOK-Bundesverband, 16.05.2019)

Bei Typ-2-Diabetikern wird in Deutschland zu früh mit Insulin therapiert. Das sagt die Deutsche Diabetes Gesellschaft dem MDR-Magazin “Hauptsache Gesund”. Der verfrühte Einsatz des Hormons kann negative Folgen für die Patienten haben, weil dadurch die Gefahr durch Unterzuckerungen erhöht wird und die Patienten an Gewicht zunehmen. 90-95 % aller Diabetiker in Deutschland haben den Typ 2. (MDR, 16.05.2019)

Neue Schock-Zahlen des MDK zum Ärzte-Pfusch in Deutschland: Bei 14.133 Gutachten nach Patientenbeschwerden wurden 3.497 Fehler aufgedeckt. Bei fast 1 Drittel handelt es sich um einen Dauerschaden. In 107 Fällen führte ein Fehler zum Tod des Patienten. Es gibt allerdings weit mehr Behandlungsfehler. (Bild.de, 16.05.2019)

Foto: Bild.de

Städter in Deutschland schätzen ihre Gesundheitsversorgung deutlich besser ein als Landbewohner. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 16.05.2019)

46 % der Deutschen können sich nicht vorstellen, einen E-Scooter zu nutzen und auch nur 18 % können sich vorstellen, einen E-Scooter zu kaufen. (DEVK Versicherungen, 16.05.2019)

Infografik: DEVK Versicherungen

53 % der niedergelassenen Ärzte in Deutschland haben ihre Vorstellungen über den Verkaufspreis der eigenen Praxis gesenkt. Dennoch würde ihnen ein Verkauf “sehr oder eher leichtfallen”. Rund 30 % der deutschen Ärzte kalkulieren nämlich schon bei Beginn der Selbständigkeit mit einem Verkaufserlös zur eigenen Altersvorsorge beizutragen. Darum auch beobachten Besitzer einer Arztpraxis den Markt für Verkäufe auch deutlich intensiver als andere Freiberufler.  (Quirin Privatbank AG, 16.05.2019)

Österreich

Österreichs Krankenkassen sind keine Sparvereine. Gewinne anzuhäufen, obwohl dringend Investitionen in die Versorgung nötig wären, das ist nicht nachvollziehbar. Gerade in Zeiten des Ärztemangels, überfüllter Ambulanzen, der abnehmenden Attraktivität von Kassenstellen bis hin zu Ausgaben für Prävention fehlt in Österreich das Geld an allen Ecken und Enden. (Österreichische Ärztekammer, 16.05.2019)

Eine Stammzellspende ist für viele Leukämie-Patienten die letzte Chance auf Heilung, jedoch einen passenden Spender zu finden ist schwierig. Die Wahrscheinlichkeit das dabei 2 Menschen zueinander passen liegt bei 1:500.000. (Österreichisches Rotes Kreuz, 16.05.2019)

Bei einer Lymphdrainage werden die Lymphgefäße, die toxische Stoffe aus dem Körper sammeln und abschwemmen, effektiv freigemacht. Die Spezialisten vom Schönheitsinstitut Dermacare in Wien wenden dabei mit dem BTL-Lymphastim modernste Technologie mit einem Luftdruck von 700 bis 1060 hPA an. Die Patienten spüren bei der Behandlung sanfte, schmerzfreie Druckwellen, die als angenehm empfunden werden. Besonders geeignet ist die Behandlung u.a. bei Cellulite, Lymphödemen an den Beinen, Veneninsuffizienz, Arthrose, Gicht und Adipositas. Aber auch als Detox-Methode reinigt die Lymphdrainage bei Dermacare den Körper von innen heraus. Zudem wirkt sie entzündungshemmend und bei Migräne schmerzlindernd. Vor der Behandlung wird ein Anamnese- und Beratungsgespräch geführt, die Therapie-Einheit selbst dauert 30 bis 50 Min.. (Dermacare, 16.05.2019)

Eine Suchterkrankung kommt praktisch nie allein. Depressionen, Angst und Burnout können Auslöser und/oder Folge bei der Alkoholsucht sein, worauf die Betroffenen in eine Abwärtsspirale geraten. (API Betrieb gemeinnützige GmbH, 16.05.2019)

Für fast 90 % der Österreicher ist Bier ein wichtiges Kulturgut. Denn im Freien schmeckt es gleich nochmal so gut, wenn Bier zu deftigen Fleischspeisen wie Schnitzel, Schweinsbraten oder Geselchtem (70 %) sowie zu Hausmannskost wie Knödel (61 %) genossen wird. Die Hälfte der österreichischen Bevölkerung trinkt Bier gerne zur klassischen Jause mit Brot, Wurst und Käse. (Brau Union Österreich AG, 16.05.2019)

Österreichs Mastschweine müssen auf Vollspaltenböden ständig über ihrem Kot leben. Sie verbringen also ihr Leben auf einem Plumpsklo ! Dabei sind Schweine ähnlich intelligent wie Hunde. (Verein gegen Tierfabriken, 16.05.2019)

Schweiz

Verhütung gilt in der Schweiz als Privatsache und wird aus der eigenen Tasche finanziert. Dies stellt einige Personen, darunter vor allem Frauen, vor finanzielle Herausforderungen und schränkt sie in der Wahl ihrer Verhütungsmethode ein. So sind die jährlichen Ausgaben für die Langzeitverhütung im Vergleich zu anderen Methoden relativ gering. Jedoch übersteigt der Gesamtbetrag oft die Ersparnisse von Bevölkerungsgruppen mit sehr tiefem Haushaltsbudget. Sie sind gezwungen, sich für eine Methode zu entscheiden, die in kleinen Portionen bezahlt werden kann. Das Budget für die Verhütung sparen sich beispielsweise Jugendliche in Ausbildung, Sozialhilfebeziehende oder Working Poor oft von ihrem Grundbedarf ab. Einzelne Gemeinden bieten Lösungen an, um finanziell schlechter gestellte Personen in Sachen Verhütung zu unterstützen. Ein paar wenige Kantone stellen einen Pauschalbetrag für Verhütungsmittel bereit, über den die Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit bei Bedarf verfügen können. Vielerorts fehlt es jedoch nach wie vor an Angeboten, um finanzielle Hürden im Zugang zur Verhütung zu überwinden. Im europäischen Vergleich schneidet die Schweiz deshalb relativ schlecht ab und erscheint im World Contraception Atlas 2019 hinter Italien, der Türkei und der Ukraine. (Sexuelle Gesundheit Schweiz, 16.05.2019)

Mit den bisherigen Troponin-Tests musste man bis zu 6 Stunden warten, um zuverlässig einen Herzinfarkt diagnostizieren zu können. Dank neuer und in der Schweiz entwickelter Troponin-Tests inklusive Algorithmus kann man nunmehr bei 3 von 4 Patienten schon nach 1 Stunde sagen, ob ein Herzinfarkt vorliegt oder nicht. (Schweizerische Herzstiftung, 16.05.2019)

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