29. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

Ein kranker Darm kann wichtige Nährstoffe aus der Nahrung nicht aufnehmen und dann kann es zu einer Unterversorgung an Vitaminen und Mineralstoffen kommen. Die sind aber für die Gesundheit jeder einzelnen Körperzelle nötig. Die Prävention von Krankheiten beginnt deshalb im Darm und mit der Pflege der Darmflora. Dazu hat die moderne Präventionsmedizin den Satz von Paracelsus “Der Tod steckt im Darm” inhaltlich umgekehrt in “Das Leben steckt im Darm”. Die Darmflora hat nämlich auch eine wichtige Schutzfunktion, weil sie das Immunsystem reguliert. … Jeder ist für seine Gesundheit mitverantwortlich. (BKK24, 29.11.2019)

Man sollte anerkennen, dass Osteopathie ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung in Deutschland ist. Heute ist die einst völlig unbekannte ganzheitliche Medizin Dr. Andrew Taylor Stills und seiner Schüler in aller Munde und ein wichtiger Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens. Durch die unumstrittenen Erfolge der Osteopathie sowie die gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung des VOD sind immer mehr Patienten von ihr überzeugt. Auch erstatten mittlerweile rund 100 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland teilweise die Kosten für Osteopathie-Behandlungen. Die Osteopathie hat sich somit, ohne eine Regelleistung zu sein, gut auf dem 2. Gesundheitsmarkt etabliert. Osteopathie ist eine ganzheitliche, eigenständige Form der Medizin, die Funktionsstörungen ausschließlich mit den Händen diagnostiziert und therapiert. (Verband der Osteopathen Deutschland, 29.11.2019)

Ältere Patienten mit chronischen Schmerzen sind häufig multimorbid. Häufige Begleiterkrankungen, die Behandler berücksichtigen müssen, sind z. B Depressionen, Schlafstörungen, Demenz, Osteoporose, Morbus Parkinson, Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Zoster Neuropathie, Gerinnungsstörungen und Obstipation. (Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin, 29.11.2019)

Während das Gesundheitsministerium vor wenigen Wochen bekannt gab, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller gesetzlichen Krankenkassen 2020 von derzeit 0,9 % auf 1,1 % steigen wird, bleibt bei der BKK firmus der Zusatzbeitrag 2020 unverändert bei geringen 0,44 %. Damit gehört die BKK firmus auch 2020 wieder zu den günstigsten bundesweit wählbaren Krankenkassen. Im Vergleich zu teureren Krankenkassen (z.B. mit Zusatzbeitrag 1,5 %) ist dadurch ein Beitragsvorteil von bis zu 298 € im Jahr möglich. (BKK firmus, 29.11.2019)

Bild: BKK firmus

Ob am Arbeitsplatz, in der Freizeit oder in der Partnerschaft: HIV muss kein Hindernis mehr darstellen. Denn die Infektion ist heute gut behandelbar. Die Medikamente verhindern die Vermehrung von HIV im Körper und schützen so die Gesundheit. Hinzu kommt: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Doch nur 10 % der Bevölkerung kennen diese gute Nachricht. (Deutsche Aids-Hilfe, 29.11.2019)

Die Diagnose Demenz ist der Anfang von einem langen Ende. (ZDF, 29.11.2019)

Österreich

Die Genschere oder CRISPR/Cas9 ist eine Technologie, mit der sich das menschliche Genom bearbeiten lässt. Wenn man sich die DNA als ein Word Dokument vorstellt, so wäre CRISPR/Cas9 der Word-Editor, mit dem sich Gene, bzw. Wörter, gezielt verändern lassen. Ursprünglich basiert die Technologie auf einem Trick der Evolution: Einem molekularen Abwehrmechanismus, mit dem sich Bakterien gegen Viren schützen, indem sie virale Sequenzen in ihrer eigenen DNA abspeichern und als “Suchbegriffe” verwenden, um anschließend neu eindringende Viren zu erkennen und zu zerschneiden. (Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH, 29.11.2019)

CRISPR-Switch erlaubt es, die Genschere zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten in der Zelle effizient zu kontrollieren. Dafür sorgt eine Optimierung der “guide-RNA”, jenes zellulären Suchbegriffes, der die Genschere an ihr Ziel – ein bestimmtes Gen – führt. Dabei werden jene guide-RNAs unter die Kontrolle von bestimmen Proteinen – sog. “Cre-Rekombinasen” – gestellt, die ein gezieltes An- und Ausschalten der Aktivität ermöglichen. Das Novum von CRISPR-Switch: Die Technologie kann schnell und ohne erkennbare “Undichtigkeiten” eingeschaltet werden, wirkt besonders fehlerfrei und zielgerichtet. Frühere Systeme basierten auf vor allem auf einer Regulierung des Enzyms Cas9, was aber Körperzellen schädigen und in einem Organismus zu möglichen Immunantworten führen kann. CRISPR-Switch ist dank der Optimierung der guide-RNAs und Cre-Rekombinasen besonders schnell, robust und vielseitig einsetzbar. (Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH, 29.11.2019)

Ein Standard in den molekularen Biowissenschaften ist es, ein Gen gezielt auszuschalten, um festzustellen, welche Funktion es in der Zelle hat – man spricht hier von „Knock-out“ Genen. Gerade bei sehr komplexen Erkrankungen wie Krebs ist eine Ansammlung bestimmter Mutationen an verschiedensten Stellen im Genom, die zu verschiedenen Zeiten passieren, maßgeblich für die Tumorentstehung. Mit CRISPR-Switch können wir nun auch erstmals Gene in definierter zeitlicher Reihenfolge ausschalten lassen. (Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH, 29.11.2019)

Die österreichischen Apotheken bieten die Möglichkeit, den eigenen HIV-Status durch einen einfachen und rezeptfreien Test selbst zu bestimmen. Das kann mit nur einem Tropfen Blut und innerhalb weniger Minuten auch von zu Hause aus erledigt werden. Derzeit können in Österreich 2 Tests ausschließlich in Apotheken gekauft werden. Beide sind Antikörpertests und können 12 Wochen nach dem letzten Risikokontakt eine HIV-Infektion feststellen oder ausschließen. So lange dauert es nämlich, bis sich die nachweisbaren Antikörper gebildet haben. … In Österreich werden täglich 1-2 HIV-Neudiagnosen gestellt. Jedoch erhalten viele Betroffene diese erst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Das wirkt sich nachteilig sowohl auf die Behandlung als auch auf die Lebenssituation dieser Menschen aus. (Österreichische Apothekerkammer, 29.11.2019)

Ein positiver HIV-Selbsttest bedeutet in Österreich keine HIV-Diagnose ! Dieser muss noch durch einen Labortest überprüft werden. (Österreichische Apothekerkammer, 29.11.2019)

Österreichweite Gesundheit-Hotline “1450” entlastet Spitalsambulanzen und Krankenkassen. (Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, 29.11.2019)

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