5. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatovic, fordert, in Europa den Zwang in der Psychiatrie zu beenden. Die Psychiater in Europa seien aufgefordert, die Menschenrechte in diesem Bereich „endlich“ anzuerkennen. Es gelte den Zwang im Bereich der Psychischen Gesundheit zu beenden und Patienten endlich menschenrechtsbasierend zu behandeln. (Bürgerkommission für Menschenrechte, 05.07.2019)

Deutschland

Wer mit Sport beginnen und sein Herz-Kreislauf-System stärken möchte, sollte den Fokus mehr auf die Ausdauer als auf Krafttraining legen.  Ausdauertraining ist nämlich in der Prävention deutlich überlegen. Strammes Spaziergengehen, Walking oder Joggen helfen beim Abnehmen und verbessern die Insulinwirkung, was bei Prädiabetes oder Diabetes Typ 2 wichtig ist. Ausdauertraining senkt zudem den Blutdruck und den Blutfettspiegel. Das bedeutet aber nicht, dass Krafttraining keine Berechtigung hätte, jedoch sind seine Wirkungen andere. Es hilft beim Muskelaufbau, bei der Linderung und Vermeidung von Rückenschmerzen und der Sturzprävention. Experten empfehlen, langsam mit dem Sport zu beginnen. Anfangs reicht ein strammer Spaziergang von 30-45 Minuten. Dann könne man sich nach und nach steigern. Wichtig ist, sich anfangs nicht zu überfordern. (HausArzt, 05.07.2019)

Wer seine Venen fit halten und auf diese Weise Krampfadern vorbeugen möchte, kann einiges dafür tun. Laufen, Beinübungen oder Treppensteigen stärken die Muskelpumpe. Die Ursache von Krampfadern liegt bei den Venenklappen. Sie arbeiten wie Ventile und ermöglichen, dass sauerstoffarmes Blut aus den Beinen zurück zum Herzen gepumpt wird. Bei jedem Pulsschlag öffnen sie sich kurz. Wenn die Klappen aber nicht mehr richtig schließen, kommt es zu einem Rückstau. Dann muss man sich vorstellen, dass eine über 1 Meter hohe Blutsäule auf dem unteren Teil der Beingefäße lastet. Unter diesem Druck weiten sich die Gefäße mit der Zeit und Flüssigkeit wird in das umliegende Gewebe gepresst. Die Folge sind dann geschwollene, schwere und teils juckende Beine. Später können Hautveränderungen wie Ekzeme oder bläulich rote Flecken auftreten. (Apotheken Umschau, 05.07.2019)

Karate macht Senioren glücklich. Der Deutsche Karate Verband wurde im Rahmen des Präventionskongresses 2019 in Bonn mit einem Best-Practice-Award in der Kategorie “Kommune” ausgezeichnet. In ihrer Begründung heißt es, dass Karate eine Sportart ist, die nicht nur den Körper fordert und fördert, sondern auch den Geist. Zudem sei nachgewiesen worden, dass Mindfulness-Karate auch im Alter von über 55 Jahren positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit hat. (Deutscher Karate Verband, 05.07.2019)

Österreich

Die Arbeiterkammer und die Gesundheit Österreich GmbH haben als Behörden in der Umsetzung des Gesundheitsberuferegister-Gesetzes seit 1. Juli 2018 rund 170.000 Beschäftigte registriert. Gerechnet wurde jedoch nur mit etwa 100.000 Personen. Die Mitarbeiter aus 10 Gesundheitsberufen haben dabei auch einen Berufsausweis erhalten. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, 05.07.2019)

Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl und AK-Präsidentin Renate Anderl mit Österreichs neuem Ausweise für Gesundheitsberufe. (Foto: AK Wien)

Laut der jüngsten HBSC-Studie (in 46 Ländern) zeigen gegenüber 2010 mehr Schüler in Österreich ein gesundes Ernährungsverhalten (mehr Gemüse, weniger süße Limonaden, weniger Süßigkeiten, konstanter Obstkonsum). Auch der Sport ist wichtiger geworden und die Nichtraucherrate beträgt derzeit 77 % bei den Mädchen und 81 % bei den Burschen. Alkohol wurde 2018 laut Studie weniger oft getrunken als noch 2010. Derzeit trinken 26 % der Mädchen und 32 % der Burschen ab 15 Jahren wöchentlich Alkohol. Negative Entwicklungen zeigen sich allerdings im psychischen Bereich: So hat sich der subjektive Gesundheitszustand in den vergangenen 8 Jahren etwas verschlechtert. Rund 12 % der Burschen und 24 % der Mädchen zeigen Anzeichen einer Depression. Und nur die Hälfte aller Schüler hat ein positives Körperselbstbild: 35 % halten sich für zu dick, 15 % für zu dünn. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, 05.07.2019)

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