8. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

Die Krankenhäuser in Deutschland stehen unter großem wirtschaftlichem Druck: 32 % schrieben 2018 Verluste und für 2019 rechnen 47 % der Spitäler mit einem Defizit. Hinzu kommt, dass Deutschland aktuell bereits rund 20.000 qualifizierte Arbeitnehmer für die Pflege im Klinikbereich fehlen. (Roland Berger, 08.07.2019)

Infografik: Roland Berger

Bis 2030 werden in Deutschland allein wegen der Alterung der Bevölkerung zusätzlich rund 130.000 Pflegekräfte in der Langzeitpflege gebraucht. Derzeit pflegen und betreuen aktuell knapp 590.000 Pflegekräfte die gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen. 2030 werden rund 720.000 Personen benötigt. Bis zum Jahr 2050 steigt der Bedarf auf insgesamt knapp 1 Mio. Pflegekräfte an. (WIdO, 08.07.2019)

Österreich

Österreichs Allgemeinmediziner haben in der niedergelassenen Gesundheitsversorgung als Haus- und Familienärzte eine zentrale Rolle. Und schon wegen der zunehmenden Spezialisierung in der modernen Medizin wird die Rolle der Generalisten in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Dem anhaltenden Trend, dass Patienten direkt in eine Spitalsambulanz gehen, muss die Gesundheitspolitik begegnen, indem sie den niedergelassenen kassenärztlichen Bereich generell konsequent ausbaut. Tatsache ist allerdings auch, dass wegen der Rahmenbedingungen der hausärztlichen Tätigkeit immer weniger Jungmediziner eine allgemeinmedizinische Kassenarzt-Praxis eröffnen. Das waren 2010 noch 3.978 solcher Praxen, 2018 dann nur noch 3.780 – und das bei einer rasch anwachsenden Bevölkerung. (Österreichische Ärztekammer, 08.07.2019)

In Österreich wird seit Jahren wieder mehr Limonade als Mineralwasser getrunken. (Kurier, 08.07.2019)

Schweiz

In der Schweiz kommt es jährlich zu geschätzt 30.000 Fällen von Gürtelrose. Gürtelrose kann alle treffen, die an Windpocken erkrankt waren.  Besonders gefährdet sind Personen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist. Das sind 96 % aller erwachsenen Schweizer. Nach überstandener Erkrankung wandert das Varizella-Zoster-Virus entlang der Nervenbahnen und schlummert Jahrzehnte lang in den Nervenzellen des Rückenmarks, wo mit steigendem Alter eine Reaktivierung des Virus stattfinden kann. Die Gürtelrose äußert sich als schmerzhafter, meist einseitiger Hautausschlag, der sich wie ein Gürtel um den Körper zieht. Eine sehr häufige Komplikation ist die schmerzhafte sog. Postherpetische Neuralgie. (Merck Sharp & Dohme AG, 08.07.2019)

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