Ausdauer kann man essen

Es gewinnt normalerweise der mit der größeren Ausdauer – im Sport wie am Schreibtisch. Und … Überraschung: Das hat nur mäßig was mit Ihrem Willen zu tun oder mit Ihrem Training ! Denn Ausdauer bekommt man sozusagen von der Natur geschenkt. Die kann man nämlich essen. Und wenn sie dann da ist, die Ausdauer, dann sollte man natürlich auch von ihr Gebrauch machen. Zum Beispiel laufen. Täglich !

Warum Sie aber meistens zu wenig Ausdauer haben ? Weil Ihnen die körperliche („stabile“) Basis fehlt. Damit meine ich die richtigen Körpermoleküle. Ohne die Ihr Körper, Ihr Geist, einfach nicht optimal funktionieren kann. Und weil ich ein praktischer Arzt bin, folgen hier – wieder einmal – ein paar praktische Tipps für mehr Ausdauer:

No Carb: Führt zur Neubildung von Mitochondrien und verbessert deren Funktionalität. Heißt: Erhöht deren Energieproduktion und stimuliert PPAR-delta, ein Transkriptionsfaktor für die Steuerung der Fettverbrennung und – ganz wesentlich – der Ausdauer.
Ferritin: Der Eisenspeicher – soll bei der Frau mindestens 60 betragen, beim Mann mindestens 130. Unter 300 bin ich wettkampfmäßig nie angetreten. Genügend Eisen versorgt den Muskel auch noch nach 35 km mit Sauerstoff …
Magnesium: Das Sportlersalz produziert mehr Kraftwerke pro Zelle und damit mehr Ausdauer.
Omega-3: Stimuliert 4 Stoffwechsel-Enzyme und damit den entscheidenden VO2 max.
BCAA: Diese 3 Aminosäuren vermehren die Anzahl der Kraftwerke pro Muskelzelle. Steigert die Regeneration. Dadurch kann man häufiger und länger trainieren.
Taurin: Stimuliert PPAR-delta. Kennen wir schon! Das lässt Ihre körperliche Ausdauer „ins Unendliche“ wachsen. (News vom 05.10.2015)
Leucin: Diese Aminosäure vermehrt Mitochondrien in der Muskelzelle wie auch in der Fettzelle. Stimuliert auch die Sauerstoffverwertung und damit die Ausdauer. Mehr Leucin oder anstrengend trainieren ? (News vom 08.05.2015)
Tyrosin: Diese Aminosäure stimuliert Dopamin und Noradrenalin. Macht wach, konzentriert, leistungsstark und lässt Sie einen Ironman mit einem Lächeln durchfliegen.

So. Auf geht’s … !

Wenn Ihnen Laufen keinen Spaß macht

Bewegung ist nicht „hilfreich“ oder „empfehlenswert“, sondern DER zentrale Punkt Ihrer Existenz. Ist nur Wenigen von Ihnen wirklich klar. Und denen, die es eigentlich wissen müssten, nämlich Ärzte, auch nicht immer. Die sprechen heute noch von ein bisschen Sport, 20 Minuten am Tag, 2 bis 3 Mal die Woche. Das bringt Ihnen nichts, außer vielleicht die Lust auf mehr. So wenig Bewegung hat mit der Evolution, mit dem Auftrag Ihrer Gene nichts zu tun. Die fordern (!) ganz Anderes …

Laufen ist eine tägliche Pflicht. Ist anfangs quälend. Eine Überwindung. Stichwort innerer Schweinehund. (News vom 26.06.2013) Richtig verstanden und gemacht, wird es nach 4 Wochen zum Reflex. Ein Automatismus. Eine Freude. Ohne die geht es gar nicht. Und natürlich haben Sie längst verstanden: Das gilt nur für einen einigermaßen gesunden Körper! Heißt: Bei dem die Blutwerte stimmen.

Die große Blutanalyse ist also unerlässlich dann, wenn Ihnen tägliches Laufen keinen Spaß macht.

Und verändert Ihr Leben. Will sagen: Ihr bisheriges Leben. IHR Leben. Denn ursprünglich ist der Mensch Läufer. Beweist Ihnen jedes Kind. Nur die meisten Erwachsenen sind zwischenzeitlich vom Glauben abgefallen. Kümmern sich nicht mehr um ihre Gene, nicht mehr um ihre Mitochondrien. Die sind aber auf das tägliche Laufen (laut Prof. Walter Bortz 32 km täglich, nur damit wir uns verstehen !) angewiesen. Die gehören zum Menschsein dazu …

Wer auf’s Laufen verzichtet, degeneriert !

So einfach ist das. Oder wie schon öfters erwähnt: Im Sitzen beginnt das Sterben. Also bitte beschweren Sie sich ab jetzt nicht …

Welch ein Segen das tägliche Laufen ist, beschreibt mir soeben ein Geschäftsmann. Kaufmännisch selbstständig. Also einer aus der Gruppe der 10 %, die unseren Staat bezahlen. Nennt man Eigenverantwortung. Heißt auch „Samstag und Sonntag arbeiten“. Nennt man 60-80 Stunden-Woche. Heißt mitunter „Schulden bei der Bank, Sorgen, schlaflose Nächte …“. Solch ein eigenverantwortlicher Geschäftsmann, der auch die Verantwortung für seinen Körper (seine Gesundheit) übernommen hat, schreibt mir heute:

Um die Welt gejoggt: Ich sage Ihnen danke !

Ich komme gerade vom Joggen zurück und habe ausgerechnet, dass ich In den letzten 20 Jahren 1 Mal locker leicht um die Welt gejoggt bin. Also 40.000 km in rund 7.300 Tagen macht im Schnitt ca. 5,4 km.

Und auch das noch:

Das Ergebnis des 4. großen Bluttests nach 2005, 2009, 2012 ergab

  • fast alle Werte im oberen positiven Bereich,
  • Aminosäuren zwischen 10 und 30 % verbessert,
  • Werte von Testosteron, Wachstumshormon, Vitamin C und Omega-3 leicht erhöht,
  • Blutfette im Quotienten bei 3 (normal bis 5),
  • nur Hämoglobin und Magnesium bekomme ich nicht weiter hoch, aber damit komme ich klar.

Der Wendepunkt in seinem Leben war übrigens … siehe diesen Link: https://www.strunz.com/de/seminar-info-3/

Der Mann freut sich über eine persönliche Sensation. Sind Sie auch schon mal um die Welt gejoggt? Geht schon mit täglich 5,4 km. Und bitte beachten Sie das TÄGLICH! Wir sollten uns wirklich nicht zu fein sein, es so einem Erfolgsmenschen nachzumachen. Wäre ich auch nicht.

Also: Joggen wir doch gemeinsam … UM DIE WELT !

58 % der Deutschen vermeiden jede körperliche Anstrengung

“Die Deutschen sind Bewegungsmuffel”, urteilt Axel Link von health tv nach einer Studie zum Thema „Gesundheitskompetenz der Deutschen“. Demnach erreichen nur 35 % die gesundheitliche Empfehlung der WHO von 1,25 Stunden pro Woche. Die sind natürlich auch ein Witz, aber könnten ein Anfang sein zu 1,25 Stunden täglicher Bewegung. Die Gesundheitsplattform Molner Health Center hat übrigens permanent zu health tv verlinkt !

health tv im Internet. (Foto: MHJ)

Der gemeine Deutsche also bewegt sich nur noch 46 Minuten pro Woche intensiv, wenn überhaupt. Und damit sind Spaziergänge, langsames Treppensteigen oder eine gemächliche Runde auf dem Fahrrad gemeint. Fast 80 % würden laut der Studie gerade einmal 10 Minuten Bewegung pro Woche schaffen. “Und dennoch fühlen sich 65 % der Deutschen gesund”, weiß der Geschäftsführer. „Die Deutschen achten auf gesunde Ernährung, nehmen die medizinische Vorsorge ernst, aber Bewegung und Sport sind ihnen scheinbar egal“, resümiert man bei health tv.

Sitzen ist das neue Rauchen

Glänzend formuliert. Eine bittere Wahrheit, die auch Sie, liebe Leser betrifft. Denn, ich zitiere weiter:

Während Sie diesen Artikel lesen, sitzen Sie wahrscheinlich auch – durchschnittlich 11,5 Stunden täglich, das Herumliegen in Sitzposition=Seitenlage noch gar nicht eingerechnet. Dadurch entsteht die „Sitz-Krankheit“. Mit ihr gehen z.B. Rückenschmerzen, Hüft- und Kniegelenkschmerzen einher sowie der Verschleiß der Bandscheiben und Gelenkknorpel (Arthrose). Es kommt zu Verkürzungen von Faszien und Muskeln, der Stoffwechsel im Gelenk wird reduziert.

Feststellung von (schmerzhaften) Tatsachen. Jeder von uns kennt das. Aber etwas bemerkt?

Sitzen macht Arthrose.

Diese Feststellung widerspricht vielen Orthopäden in Deutschland. Die da meinen: „Lauf nicht so viel, du nutzt deine Gelenke ab.“ Oder wenn Sie schon Knie- oder Hüftarthrose haben, sollten Sie „Jogging lieber sein lassen“. Heißt auf Deutsch: Sich hinsetzen. Na, wer’s glaubt !

Und die Geschichte geht noch weiter, wie wir lesen: Es kommt zur „Verkürzung von Faszien und Muskeln“. Und das tut weh. Dafür gibt es die relativ moderne Faszientherapie. Die mich tatsächlich fasziniert, weil sie von der Kenntnis der Muskelketten lebt und nicht nur den einzelnen Schmerzpunkt berücksichtigt.

Hatten wir nicht gelernt (News vom 14.12.2014) dass bei Langstreckenläufern, die von Bari bis ans Nord Kap rannten, die Knorpeldicke im Knie und Sprunggelenk sogar zugenommen hatte?

Noch einmal: Zugenommen dank Bewegung. Leider fehlt hier das 2. wichtige Wort Ernährung: Ein Knorpel kann durch den Bewegungsreiz nur dann wachsen, wenn er alle nötigen Stoffe bekommt, die er für sein neues Wachstum braucht. Das sind in erster Linie die Aminosäuren. Und wenn ich mir Ihre Aminogramme so anschaue, dann weiß ich, dass da nicht viel … .

Die Überschrift stammt übrigens aus dem Inserat eines Schmerztherapeuten. Und jetzt kommt der Witz: Der bietet seine Hilfe so an:

Durch die Schmerztherapie nach LNB werden Ihre betroffenen Muskeln aufgedehnt, die Gelenke können wieder entspannt funktionieren, die Schmerzen verschwinden.

Haben Sie es gemerkt? Das Abschieben von Verantwortung, nenne ich es. Ich leg mich nur hin und der Andere soll’s richten! Ein sehr gängiges Prinzip … Nützt aber nix. Die Evolution lacht uns aus.

Gesundheit ist Eigenverantwortung !

Gesund werden Sie nur, wenn Sie die Sache selbst in die Hand nehmen. Wenn Sie laufen, wenn Sie dehnen, sich gut ernähren, wenn Sie Krafttraining machen (MedX!) usw.. Die Schulmedizin jedoch besteht im Endeffekt aus Verabreichen von Medizin. Da braucht der Patient nicht einmal seine Lebensweise ändern, epigenetisch ändern, sondern braucht gar nix tun (außer Medikamente schlucken). Ist sicher auch eine Lebensphilosophie !

Ruhigstellungsmedizin

Man sieht Ihnen das schlechte Gewissen häufig an, wenn Sie mir gegenüber sitzen mit Übergewicht und bemerken: „Herr Doktor, ich weiß, ich müsste mich mehr bewegen, ich müsste laufen.“ Auf Ihr schlechtes Gewissen bin ich stolz. Denn das hätten Sie gegenüber Ihrem Hausarzt wahrscheinlich nicht.

Von mir erwarten Sie dann eine Ansage, im Sinne von: „Laufen Sie endlich Marathon“. Nur enttäusche ich Sie da. Ich bin kein Biologe und ich bin kein Lauftrainer, sondern ein Arzt.

  1. Bei Ihrem Übergewicht: laufen? Lassen Sie’s. Ich kümmere mich erst einmal um 20 kg Fettverlust. Dann reden wir weiter.
  2. Bei Ihrem Energiestatus? So schlapp, ständig müde, schon morgens lustlos … und dann laufen. Vergessen Sie’s. Ich kümmere mich erst einmal um Ihre Energiespeicher. Geht oft leichter, als Sie glauben.

Dennoch bin ich stolz, in Deutschland mitgeholfen zu haben an der Grundidee: Bewegung ist Leben.

Sie müssen sich bewegen, wenn Sie leben wollen !

Dazu darf ich, weil es mir am Herzen liegt, noch einmal die News vom 14.11.2009 zitieren:

„Bewegung ist Leben“ lesen Sie, zum 100. Mal. Und denken sich „ja, weiß ich schon. Darum jogge ich auch 2 Mal die Woche.“

Dass dieser Satz in der Medizin aber eine Sensation bedeutet, dass dieser Satz in der deutschen Medizin aber immer noch bestritten wird, das kommt Ihnen dabei ganz sicher nicht in den Sinn! Dazu 2 kleine Geschichtchen:

Der wahre deutsche Laufpapst war Dr. Ernst van Aaken. Der sogar auf die Frage, was man tun solle, wenn einen während eines Waldlaufs der Herzinfarkt ereile, wörtlich gesagt hat „weiterlaufen!“. Zitat van Aaken: “Eine gekonnte Provokation angesichts der Schäden, die eine Ruhigstellungsmedizin über viele Jahrzehnte zu verantworten gehabt hatte (tatsächlich aber nie zur Verantwortung gezogen wurde), und, das muss man leider sagen, auch bis heute noch mancherorts zu verantworten hat“.

Von wegen mancher Orts. Da hatte ich mir vor ein paar Jahren neben Handgelenk, Rippen und Wirbelsäule auch meine Kniescheibe gebrochen. Ein Operationsversuch scheiterte. Das Knie war voller Eiter, die Kniescheibe heilte nicht. Antwort der Medizin: Bettruhe! Aber, nicht mit mir. Geschient und unter grauenvollen Schmerzen habe ich mich durch die Gänge des Krankenhauses am Rollator dahin gequält. Wissend, dass

Bewegung die Durchblutung um den Faktor 10 steigert

und dadurch Heilung überhaupt erst ermöglicht. Die beiden Chefärzte haben mich dafür gerügt. Ruhigstellungsmedizin heute!

Bewegung ist Leben. Vielleicht verstehen Sie die Dringlichkeit dieses Satzes jetzt ein kleines bisschen besser.

Richtiges Laufen

Können Sie von jedem Laufprofi lernen. Oder auch von Kindern. Auch Tiere wissen Bescheid. Gar selten freilich deutsche Orthopäden! Was folgern wir daraus ? Unsicherheit.

Deshalb werde ich noch immer tag-täglich zum „richtigen Laufen“ um Rat gefragt. Das macht mich jedes Mal traurig, denn der Trick sollte sich in den letzten Jahrzehnten doch herumgesprochen haben. Hat er aber nicht! Darum heute noch einmal die goldenen Worte vom 02.02.2006:

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