Apotheken nennen “Antipsychotika” eine große Erfolgsgeschichte der Pharmazie

Beim internationalen Fortbildungskongress pharmacon in Schladming haben Apothekerverbände Arzneimittel gegen Psychosen als “eine der großen Erfolgsgeschichten der Pharmazie” bezeichnet. Vor der Entwicklung der Antipsychotika habe eine Psychose durchschnittlich 3 Jahre gedauert, sich in den letzten Jahrzehnten hingegen auf rund 16 Tage verkürzt, betonte etwa Martina Hahn von der Vitos Klinik Eichberg.

Schnelle Wirkung

Antipsychotika würden gegen verschiedene psychiatrische Erkrankungen eingesetzt, wie etwa Schizophrenie oder bei Depressionen. Anders als bei Antidepressiva jedoch setzt ihre Wirkung schon nach kurzer Zeit ein. “Wichtig ist, dass Patienten die Medikamente nicht eigenmächtig absetzen”, betont die Professorin. Und weiter: „Ich verstehe auch, dass manche Patienten ihre Tabletten nicht mehr einnehmen wollen, weil sie die Nebenwirkungen stören. Aber das sollte man offen mit seinem Arzt besprechen.”

Ein abruptes Absetzen der Pillen könne zu einem schweren Rückfall führen “und dadurch zur Aufnahme in die Psychiatrie”. Darum müsse die Dosis immer schrittweise reduziert werden. Alternativ könnten Antipsychotika auch “in den Muskel gespritzt werden”. Das sei durch technische Verbesserungen auch “deutlich weniger schmerzhaft” als in der Vergangenheit. Antipsychotika werden übrigens in Generationen eingeteilt, deren mögliche “Nebenwirkungsprofile” sich stark unterscheiden würden.

Schwere Nebenwirkungen

Substanzen der 1. Generation könnten, so die Expertin, zu Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und steifen Muskeln führen, die Antipsychotika der 2. Generation zu metabolischen Nebenwirkungen wie Diabetes oder Übergewicht. Bei Antipsychotika der 3. Generation komme es eher zu Bewegungsunruhe, “insbesondere in den ersten Behandlungstagen”.

Erstmals Schweinefleisch ohne Antibiotika für Deutschland … by Reinert

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung steht schon lange in der Kritik. In Deutschland z.B. werden 75 % aller Antibiotika an die Nutztiere verabreicht. Und laut der Privat-Fleischerei Reinert halten auch 80 % der Konsumenten die Gefährdung durch Antibiotika für groß. „Insbesondere junge Menschen sehen hier ein echtes Problem (86 %)“, weiß der Geschäftsführer Hans-Ewald Reinert.

Infografik: obs / H. & E. Reinert Westfälische Privat-Fleischerei

Zudem fühle sich fast die Hälfte der Verbraucher in ihren Bedenken von den Wurst- und Fleischproduzenten nicht ernst genommen … Reinert will das ändern und bringt darum als Erster 2018 eine Produktlinie aus 100 % antibiotikafreier Aufzucht auf den Markt. „Unser Ziel sind die ersten Lösungen für zukünftige Wege in der Fleischbranche aufzuzeigen“, so der Eigentümer. Dazu habe Reinert als Partner den dänischen Fleischproduzenten Danish Crown gewonnen. In den USA und Italien sei Fleisch aus der antibiotikafreien Aufzucht schon erhältlich.

Arztbesuch: Patienten wünschen „gute Erklärungen“ und Freundlichkeit

Der Stada Gesundheitsreport 2017 hat auch erhoben, was (junge) Erwachsene von Ärzten erwarten und wie sich die Digitalisierung so generell auf die Arzt-Patienten-Beziehung auswirkt. Demnach wünschen sich 80 % der Patienten, „dass sich der Arzt Zeit nimmt und Diagnosen gut erklärt. „Freundlichkeit“ erwarten 71 % und 52 % „einen schnellen Termin“.

Infografik: obs / Stada Arzneimittel AG

Vor einem Arztbesuch würden sich 67 % überlegen, wie sie die Symptome am besten könnten und 25 % recherchieren auch im Internet, was sie wohl haben könnten. „Davon abgesehen scheint die Arzt-Patienten-Beziehung noch wenig digitalisiert“, heißt es in dem Report. So sei es für 71 % sogar unvorstellbar, sich via Webcam beraten zu lassen. Fast die Hälfte der Erwachsenen will den persönlichen Kontakt zum Arzt.

Der Stada Gesundheitsreport 2017 deckt auch die fehlende Gesundheitskompetenz von 66 % der 18-24-jährigen Bevölkerung in Deutschland auf. Damit schneide man sogar schlechter ab „als viele europäische Nachbarn“.

64 % der Deutschen wollen sich 2018 gesünder ernähren

Rund 2 Drittel der Deutschen wollen sich 2018 gesünder ernähren, ergab eine Umfrage von bofrost. Fast 60 % planen dazu einen Essensplan erstellen und weniger Süßigkeiten essen. Hingegen öfter Obst essen wollen 53 % und 42 % haben den Vorsatz, sich abwechslungsreicher zu ernähren. Rund 1 Drittel möchte mehr pflanzliche Lebensmittel konsumieren.

Infografik: obs / bofrost

Rund 1 Viertel der Deutschen wollen sich besser über Ernährung informieren und fast ebenso viele Befragte sehen in Tiefkühlprodukten eine gute Möglichkeit, ihre Ernährung gesünder zu gestalten. Als größte Hürden für die dauerhafte Umsetzung solcher Vorsätze werden von den Befragten die eigene Bequemlichkeit genannt (56,5 %), alte Gewohnheiten (55,3 %) und der Alltagsstress (47,9 %).

Lebenserwartung: Männer verschenken 17 Jahre, Frauen 14

Der Lebensstil hat naturgemäß großen Einfluss auf das Lebensalter. Laut dem „Länger besser leben“-Institut an der Universität Bremen würden jedoch Männer im Schnitt auf 17 Jahre ihrer Lebenserwartung verzichten und Frauen auf 14. Es sei daher die Frage gestattet: Warum wollen wir nicht älter werden?

Rauchen und Alkohol

“Das Rauchen ist nach wie vor der größte Risikofaktor zur Verringerung der Lebenserwartung”, betont der Institutsvorstand Gerd Glaeske. Männer ab 40, die täglich mehr als 10 Zigaretten rauchen, würden gegenüber Nichtrauchern im Durchschnitt auf 9 Lebensjahre verzichten, Frauen auf über 7 Jahre. Weiters verkürze auch zu viel Alkohol die Lebenserwartung um bis zu 3 Jahre. So sei laut dem Experten längst bekannt, dass Männer pro Tag nicht mehr als einen halben Liter Bier und einen viertel Liter Wein trinken sollten.

Frauen werde sogar nur die Hälfte dieser Mengen empfohlen, weil sie Alkohol deutlich schlechter abbauen. Die lebensverkürzende Wirkung von Alkohol tritt laut Glaeske “erst bei täglich 2 und mehr Gläsern pro Tag auf, wenn dies zum Dauerzustand wird”. Analysen würden zeigen, dass bei einem ungesunden Lebensstil im Alter von 70 Jahren schon jeder 2. Mann gestorben ist. Bei einem gesunden Lebensstil nur jeder 10. Dagegen helfe das Rauchen aufzugeben, Alkohol in Maßen, eine richtige Ernährung und genug Bewegung …

Zigaretten bringen jährlich 14,5 Mrd. € an Steuern in Deutschland

In Deutschland wurden 2017 wieder etwas mehr Zigaretten verkauft und damit rund 75,8 Mrd. (+1,1 %) sog. Steuerzeichen gelöst. Diese sorgten dann für Steuereinnahmen des Staates von fast 14,5 Mrd € (+1,4 %). „Langfristig gehen wir aber davon aus, dass der Zigarettenmarkt leicht rückläufig sein wird“, sagte Jan Mücke, Geschäftsführer Deutscher Zigarettenverband (DZV). Bei Zigarren und Zigarillos ist dieser mit minus 7,4 % oder insgesamt rund 2,8 Mrd. Stück 2017 bereits erfolgt.

Infografik: obs / Deutscher Zigarettenverband

Der DZV hält sich für den Interessenvertreter von rund 20 Mio. „Konsumenten von Tabakprodukte“ in Deutschland. Unter dem Leitmotiv „Genuss braucht Verantwortung“ engagiere man sich für ein respektvoll Miteinander von Raucher und Nichtraucher. Dazu gibt es auch noch den Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ).

Fleisch ist gesund, die Fleischerzeugung aber ein Problem

Tierquälerei, Umweltschutz, Antibiotika sind die löblichen Hauptgründe für eine vegetarische Ernährung, die laut Frohmedizin allerdings ungesund ist. Daher ist es gut, wenn in Deutschland pro Kopf und Jahr rund 60 kg Fleisch konsumiert werden. Scheinbar weit weniger gefällt das aber Blitzrechner.de. Das Rechenportal propagiert nämlich in einer Aussendung einen sog. Fleischrechner, der laut Projektleiter Tim Lilling, “den Ressourceneinsatz und die Umweltbelastung greifbar werden lässt“.

Infografik: obs / Blitzrechner / www.blitzrechner.de

Auf https://www.blitzrechner.de/fleisch kann demnach gratis berechnet werden, wie viel Futtermittel, Antibiotika und Tierleben für den eigenen Fleischkonsum notwendig wären. Vegetarier und Flexitarier können ausrechnen, wie viele Tierleben gerettet und wie sehr die Umwelt entlastet wurde. Während dessen fordern auch die Heinrich Böll Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in ihrem “Fleischatlas 2018” den dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung.

Fleischatlas 2018: Böll Stiftung fordert dringenden Umbau der Nutztierhaltung

„Ein zentrales Problem der industriellen Tierhaltung ist auch die exorbitante Güllebelastung der Böden und des Grundwassers“, betont Barbara Unmüßig von der Heinrich Böll Stiftung. Dagegen könne nur eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse und eine konsequente Begrenzung der Tiermengen pro Hektar helfen. Der Richtwert dürfe 2 Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschreiten, was 2 Rinder oder 10 Schweinen entspricht.

Bild: obs / BUND / Art-Direktion E. Stockmar

„Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig – das charakterisiert heutzutage die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern”, so die Expertin. Zudem trage kein anderer Sektor so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, zur Zerstörung des Klimas, zur Überdüngung und zur Gefährdung unserer Gesundheit bei wie die industrielle Fleischproduktion. Laut Schätzungen dürfte die Nachfrage nach Fleisch bis 2050 um noch weitere 85 % steigen.

“Ohne Umsteuern, vor allem in den Industrieländern, ist dies ein Garant fürs weitere Aufheizen der Atmosphäre, für globale Ungleichheit, Hunger und Tierleid. Es ist höchste Zeit, dass politisch etwas getan wird”, warnt Unmüßig. Ein Hebel dazu sei eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik, denn die EU gebe jedes Jahr knapp 60 Mrd. € für agrarpolitische Maßnahmen aus. Dieses Geld sollte zukünftig besser in eine ökologischere und tiergerechtere Landwirtschaft fließen, findet die Böll Stiftung.

Deutsche Arbeitnehmer 17 Tage im Jahr arbeitsunfähig – 22.320 Berufskrankheiten

Die 29 Mio. deutschen Arbeitnehmer waren laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Jahr 2016 durchschnittlich 17,2 Tage arbeitsunfähig. Die Gründe: Muskel-Skelett-Erkrankungen (22,8 %), Psyche und Verhaltensstörungen (16,2 %), Krankheiten des Atmungssystems (13,5 %). Die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten stieg auf mittlerweile 22.320.

Bild: obs / Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin / BAuA

2016 ereigneten sich in Deutschland fast 960.000 Arbeitsunfälle und hatten geschätzt 675 Mio. ausgefallene Arbeitstage zur Folge. Dies führte laut dem statistischen Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ der BAuA zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von 75 Mrd. €. Durch die verlorenen Arbeitstagen gingen der deutschen Volkswirtschaft rund 133 Mrd. an Bruttowertschöpfung verloren. Und genau 873 Personen verstarben 2016 bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin …

REWE senkt den Zucker in Eigenmarken – Kampagne: Du bist Zucker !

SPAR in Österreich hat es vorgemacht und REWE in Deutschland zieht jetzt nach – bei der Reduzierung von Zucker in den Eigenmarken. Das völlig zu Recht, denn Zucker ist laut Frohmedizin ein Gift, wenn er nicht restlos verbrannt wird. Und wer schafft das schon … jeden Tag? Allein heuer werden die ersten rund 100 zuckerreduzierten “Pilotprodukte” kontinuierlich ins Sortiment eingeführt, heißt es dazu aus Köln.

Foto: obs / REWE Markt GmbH / Markus Gilliar

Von “ja! REWE Beste Wahl” und “REWE Regional” bis hin zu “REWE Feine Welt” und “REWE Bio” sollen bis 2020 für alle REWE-Eigenmarken Produkte mit reduziertem Zuckergehalt verfügbar sein. Dort habe der Lebensmittelhändler einen direkten Einfluss auf den Zuckergehalt des Sortiments. Eine entscheidende Rolle würden künftig aber auch die Kunden spielen, denn “ihr Votum gibt Orientierung, auf wie viel Zucker in den Lebensmitteln verzichtet werden kann, ohne dass der Geschmack darunter leidet”. Anlass zu der gesunden Aktion war übrigens 2017 eine vollständige Überprüfung aller Eigenmarkenprodukte, so REWE.

Zum Auftakt der Initiative lässt REWE als erster deutscher Lebensmittelhändler darüber abstimmen, welche zuckerreduzierte Produktvariante in die Regale kommen soll. Zur Wahl steht ein Schokoladenpudding-Quartett, das es in Originalrezeptur sowie mit 20, 30 und 40 % weniger Zucker zum Probieren gibt – ohne Einsatz von Süßstoffen. Aktionsstart ist der 15. Januar. Begleitet wird die Kampagne „Du bist Zucker. Wieviel brauchst du noch?“ von einem Expertennetzwerk u.a. mit Anastasia Zampounidis und der Ernährungsberaterin Christine Blohme.

Ernährungspartner des DFB

Die REWE Group betreibt übrigens rund 15.000 Geschäfte in 20 Ländern und ist u.a. auch “Ernährungspartner” des DFB.