17. Oktober 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Im Rahmen des europäischen FOOD-Programms werden seit 2012 jedes Jahr Arbeitnehmer und Restaurantbesitzer zum Thema gesunde Ernährung und Essen im Arbeitsalltag befragt. 2019 haben sich daran 47.109 Mitarbeiter und 1.768 Restaurant-Partner in 10 europäischen Ländern (ohne Deutschland) beteiligt. Einige Ergebnisse: 71 % der Beschäftigten halten Mittagspause. Dabei verlassen nur 23 % das Firmengelände. Beim Mittagessen in einem Restaurant ist für 40 % der Europäer der Preis entscheidend, doch sind zugleich 65% der Arbeitnehmer überzeugt, dass neue Technologien sie dabei unterstützen können, sich ausgewogener zu ernähren. Derzeit sind aber nur 16 % der Restaurantbesitzer auch überzeugt, dass die Gäste gesunde und ausgewogene Mahlzeiten erkennen und schätzen. (Edenred Austria GmbH, 17.10.2019)

Infografik: Edenred Austria GmbH

Deutschland

Am 17. Okt. 2019 jährt sich zum 1. Mal der Patentablauf des weltweit umsatzstärksten Medikaments “Humira” mit dem Wirkstoff Adalimumab. Seither kamen 5 Biosimilars mit demselben Wirkstoff auf den Markt – und schrieben eine Erfolgsgeschichte. Den Anfang machten nach dem Patentablauf gleich Biogen/Samsung Bioepis mit “Imraldi”, Hexal/Sandoz mit “Hyrimoz” und Amgen mit “Amgevita”. Später kamen dann noch Mylan mit “Hulio” und Fresenius Kabi mit “Idacio” hinzu. Das hat den Markt auch in Deutschland radikal verändert. So beträgt der Anteil der Biosimilars bei Adalimumab fast 50 %. Der Listenpreis für sämtliche verfügbaren Biosimilars liegt rund 40 % unter dem des Originals und noch dazu spart das Gesundheitssystem Hunderte Millionen €. Das ist der Durchbruch für die Biosimilars. So schnell und so gut wie bei Adalimumab sind Nachfolgeprodukte eines Originalmedikaments noch nie in der Versorgung der Patienten angekommen. (Pro Generika, 17.10.2019)

Die Kindheit in Deutschland war früher unbeschwerter. Davon sind 67 % der Bundesbürger überzeugt. (Dr. C. Soldan, 17.10.2019)

Infografik: Dr. C. Soldan

Österreich

Forschungs- und Innovationsfreundlichkeit ist üblicherweise Teil der Kultur eines Landes. Wenn man diese Haltung in der Gesellschaft haben will, muss man die Rahmenbedingungen dafür schaffen – für die Grundlagenforschung, für die angewandte Forschung – und nicht zuletzt für den Markt. Denn wenn es keinen Markt für Innovationen gibt, wenden sich Innovatoren ab. Dieses Verständnis vermisst man in Österreich. (Medizinischen Universitätsklinik Salzburg, 17.10.2019)

Future Health & Science Talk 2.0. in Wien u.a. mit US-Botschafter Trevor D. Traina. (Foto: Gilead Sciences GmbH / APA-Fotoservice / Hörmandinger)

Genetische Analysen sind in der modernen Medizin ein wesentlicher Bestandteil der Diagnostik und Therapie der jeweiligen Erkrankung geworden. Wurde früher bei einer Erkrankung ein Gen näher untersucht, so werden mittlerweile hunderte Gene bei einer Analyse miteinbezogen. Daraus hat sich die “Präzisionsmedizin” entwickelt, die eine fundierte molekulargenetische Diagnose bedingt. Bei der Interpretation der komplexen Daten aus der umfassenden molekularen Analytik muss der behandelnde Arzt aber durch Genetiker unterstützt werden. (Ordensklinikum Linz – Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 17.10.2019)

Die Anzahl der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen in Österreich  ist auch 2018 weiter angestiegen. 2018 sind daran 611 Personen erkrankt und rund 8 % sogar verstorben. Das geht aus dem Jahresbericht der Nationalen Referenzzentrale für Pneumokokken hervor. Dennoch ist die Impfbereitschaft nur etwa 15 % weiterhin sehr gering. (Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller, 17.10.2019)

Infografik: Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken

16. Oktober 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Auch wenn man es nicht sehen oder spüren kann, so werden die Knochen des Körpers mit steigendem Alter immer brüchiger. So erleiden infolge von Osteoporose weltweit 33 % der Frauen und 20 % der Männer über 50 Jahren einen Knochenbruch. Zum Weltosteoporosetag 2019 hat nun die International Osteoporosis Foundation in Genf einen Osteoporose-Risiko-Test eingeführt. Der Online-Fragebogen umfasst 8 Kernfragen und zeigt bekannte Risikofaktoren auf. Dazu zählen vor allem das Alter, Untergewicht sowie Medikamente, die im Zusammenhang mit Knochenschwund stehen. (The International Osteoporosis Foundation, 16.10.2019)

Infografik: IOF

Heute vor 173 Jahren hatte der US-Zahnarzt William Th. Morton einen Patienten mit Äther in einer Demonstration erfolgreich in Narkose gebracht. Seither gilt dieser Tag als Geburtsstunde der modernen Anästhesiologie, zu der heute auch die Bereiche Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin gehören. Bei einer Narkose wird der Patient kontrolliert in Schlaf versetzt. Außerdem werden ihm alle Schmerzen und vorübergehend die Muskelspannung genommen. (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, 16.10.2019)

Internationale Bewegungs- und Krebsexperten empfehlen, dass Ärzte und Onkologen ihren Patienten zur Prävention und als Therapie von Krebs systematisch Bewegungsmaßnahmen empfehlen. So wurden ausreichend Belege dafür gefunden, dass regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining – insbesondere in Kombination, einen positiven Einfluss auf die krebsbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Patienten hatten, darunter Angstzustände, Depressionen, Fatigue, körperliche Einschränkungen und die allgemeine Lebensqualität. Für Erwachsene spielt Bewegung bei der Krebsprävention also eine wichtige Rolle und vermindert auch das Risiko von 7 weit verbreitete Krebsarten: Kolon-, Brust-, Endometrium-, Nieren-, Blasen-, Ösophagus- und Magenkrebs. (Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie, 16.09.2019)

Europa

Der Spruch “Du bist, was du isst” stammt von dem französischen Rechtsanwalt und Politiker Anthelme Brillat-Savarin. Und heute muss man leider auch sagen: “Du bist nicht nur das, was du isst, sondern auch, was du verschwendest.” Die Zahlen jedenfalls sind überaus alarmierend und furchtbar beschämend: Wir Europäer verschwenden jedes Jahr 88 Mio. Tonnen Lebensmittel in Höhe von mehr als 140 Mrd. €. (Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis, 16.10.2019) 

2018 waren 109,2 Mio. EU-Bürger (21,7 % der EU-Bevölkerung) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet, dass sie sich in mindestens einer der folgenden 3 Situationen befanden: Sie waren nach Zahlung von Sozialleistungen von Armut bedroht (Einkommensarmut), sie litten unter erheblicher materieller Bedürftigkeit oder lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit. In 7 Mitgliedstaaten war mehr als ein Viertel der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht: Bulgarien (32,8 %), Rumänien (32,5 %), Griechenland (31,8 %), Lettland (28,4 %), Litauen (28,3 %), Italien (27,3 %) und Spanien (26,1 %). Die wenigsten von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen war man in Tschechien (12,2 %), Slowenien (16,2 %), der Slowakei (16,3 %), Finnland (16,5 %), den Niederlanden (16,7 %), Dänemark und Frankreich (je 17,4 %). (Eurostat, 16.10.2019)

Infografik: Eurostat

Deutschland

Pro Tag werden in deutschen Krankenhäusern schätzungsweise geschätzt 45.000 Narkosen durchgeführt. Hinzu kommen mehrere 1.000 Narkosen bei ambulanten Operationen durch Ärzte und in Medizinischen Versorgungszentren. Durch moderne Verfahren und Techniken kann die Anästhesie heute auch entscheidend zum Heilungsverlauf nach einer Operation beitragen. In Deutschland arbeiten inzwischen über 24.000 Mediziner als Narkoseärzte. (Berufsverband Deutscher Anästhesisten, 16.09.2019)

Laut einiger Studien kann bei einem sog. Herbstblues Sport ähnlich wirksam sein wie eine Behandlung mit Antidepressiva oder eine Psychotherapie. (Apotheken Umschau, 16.10.2019)

Nicht jeder mag Schlafmittel nehmen, denn das wird schnell zur Gewohnheit und löst vor allem nicht die Ursachen. (Deutscher Verband der Ergotherapeuten, 16.10.2019)

Österreich

Im Jahr 2000 lebten in Österreich rund 190.000 Menschen mit der Diagnose Krebs. 2010 waren es dann schon 305.000 und 2020 werden es wahrscheinlich 390.000 sein. Jährlich erkranken allein in Niederösterreich rund 7.500 Menschen an Krebs. Eine der wichtigsten Innovationen aber ist das “NÖ Onkologie-Informations-System”, kurz OIS. Es erfasst Klinik übergreifend die gesamte Krankheitsgeschichte von Krebspatienten in Niederösterreich, von der Erstdiagnose bis zum Tod des Patienten. So ein System ist im deutschen Sprachraum einzigartig. (NÖ Landeskliniken-Holding, 26.09.2019)

Die Österreichische Ärztekammer fühlt sich durch einen aktuell vorgelegten Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde in der Argumentation für einen Ausbau von ärztlichen Hausapotheken vollinhaltlich bestätigt. Darin wird u.a. auch die ersatzlose Streichung der Mindestentfernungen bei Bewilligung einer ärztlichen Hausapotheke in Gemeinden ohne öffentliche Apotheke empfohlen. Die restriktive Öffnungszeitenregelung von öffentlichen Apotheken, deren Liberalisierung aus wettbewerblicher Sicht ebenfalls zu begrüßen wäre, würde die gegenwärtige Lebenssituation vieler Menschen nicht mehr ausreichend spiegeln. So würden niedergelassene Allgemeinmediziner im Gegensatz zu Apotheken  in der Regel über flexiblere Öffnungszeiten verfügen. (Österreichische Ärztekammer, 16.10.2019)

Die nachhaltige Slipeinlage “Meine Wollke” ohne Chemie, Plastik und Duftstoffe ist waschbar und kann rund 300 Wegwerf-Slipeinlagen ersetzen. (Wolke KG, 16.10.2019)

“Meine Wolke”-Gründerin Sabine Fallmann-Hauser ist auch diplomierte Sexualpädagogin. (Foto: L. Fahrnberger)

Im Schnitt hat jeder Österreicher ein Sparvermögen fast 52.000 €. Dazu werden monatlich 245 € weiter angespart. (David Reisner Online Marketing, 16.10.2019)

Infografik: finanz-blog.at

15. Oktober 2019: Meldungen des Tages aus der Schulmedizin

Europa

Noch immer sind in Europa bis 50 % der Schwangerschaften ungeplant. Zugleich wächst aber auch die Zahl jener Paare, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen können. Laut dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Gynäkologie zeigt sich in Europa generell eine zunehmende Skepsis gegenüber oral eingenommenen Hormonpräparaten. So brechen mittlerweile bis zu 50 % aller Frauen diese Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres wieder ab. Kontrazeptionsexperten empfehlen lieber klar reversible Langzeitkontrazeptiva (kurz LARCs genannt) wie Kupfer- und Hormonspiralen, 3-Monats-Depotinjektionen oder subdermale Implantate. Deren Vorteile lägen auch auf der Hand, denn LARCs seinen effektiver als orale Präparate, im Gegensatz zur Sterilisation jederzeit reversibel und bergen kein erhöhtes Thromboserisiko. Und auf einen Zeitraum von 3-5 Jahren gerechnet sind LARCs sogar billiger. (MedUni Wien, 15.10.2019)

Zur Verhütung lieber LARCs. (Foto: IAKW-AG, Getty Images / iStockphoto)

Deutschland

In Deutschland sind 2017 genau 11.002 Menschen durch einen häuslichen Unfall gestorben. Ganze 85 % davon waren zum einen älter als 75 Jahre und starben zum anderen durch Ausrutschen, Stolpern oder einen Fall von der Leiter. Die Hauptgründe sind ein schleichender Abbau der Muskelkraft und Gleichgewichtsstörungen. Beides kann schon mit 50 Jahren einsetzen und wird oft unterschätzt. Dagegen wirksam sind gezielte Kraftübungen für die Oberarm- und Oberschenkelmuskulatur und das bewusste Nutzen von Bewegungsmöglichkeiten im Alltag. Eine kalziumreiche Ernährung, ein regelmäßiger Medikamenten-Check, das Beseitigen von Sturzfallen im Haushalt und eine gute Beleuchtung sind ebenfalls Bausteine für das sichere und gesunde Altern zuhause. (Aktion Das Sichere Haus, 15.10.2019)

Infografik: Aktion Das Sichere Haus (DSH)

Ob man von seinem Gegenüber als sympathisch einstuft, hängt zu 55 % von der eigenen Erscheinung ab und nur zu 7 % von dem, was wir sagen. Letzteres wird aber immerhin zu 38 % durch die Stimme bestimmt. Diese Formel 55-7-38 wurde von Prof. Albert Mehrabian an der University of California erforscht. Von Dr. Robin Banerjee aus Unna stammt die Einteilung in folgende 4 Stimmtypen: Der schüchtern Stille, der achtsame Gelegenheitssprecher, der überlastete Vielsprecher und schließlich der geschulte Profi. (G. Pohl Boskamp GmbH, 15.10.2019)

Infografik: G. Pohl Boskamp GmbH

Immer öfter müssen Deutschlands Apotheken ihre Kunden vertrösten, weil ein verordnetes Medikament weder vorrätig noch kurzfristig lieferbar ist. Für die Apotheken entsteht dann ein Mehraufwand, denn bei einem Engpass ist der Apotheker verpflichtet, die Arztpraxis zu kontaktieren, um eine Ausweichlösung zu finden. Dabei muss jeder Schritt wie auch jeder vergebliche Bestellversuch dokumentiert werden. (Apotheken Umschau, 15.10.2019)

Österreich

Die Gesundheitsversorgung im engeren Sinne ist generell nur bis zu 40 % für die Gesundheit und Lebenserwartung verantwortlich. Den restlichen Anteil bestimmen die Umwelt, Erbanlagen, die Lebensweise und vor allem die Lebensbedingungen. Gesundheit als höchstes Gut des Menschen wird auch nicht allein in Krankenhäusern oder Ordinationen gemacht, sondern vor allem von einer klugen und weitsichtige Gesundheitspolitik. Doch davon ist derzeit in Österreich nichts zu spüren. (Österreichische Gesellschaft für Public Health, 15.10.2019)

“Die Menschen in Österreich haben verlernt, richtig und gesund zu essen”, betont Marlies Gruber, Geschäftsführerin von forum. ernährung heute, anlässlich eines vom UN-Kinderhilfswerks UNICEF veröffentlichten Berichtes. So würden etwa in Österreich gleichzeitig Übergewicht und Mangelernährung zunehmen, denn viele Menschen würden glauben, dass sie eine ausreichende Nährstoffversorgung hätten, egal was sie essen würden. Doch kein Lebensmittel enthält alle wichtigen Nährstoffe, weshalb eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung wichtig sei. Zudem brauche das Land dringend Initiativen, welche die Produktion von Nahrungsmitteln, deren Inhaltsstoffe und Qualitätsaspekte aufzeigen. (forum. ernährung heute, 15.10.2019)

Österreichs 23 gemeinnützige Ordensspitäler sorgen für eine Wertschöpfung von rund 2,04 Mrd. €. Mit rund 24.000 Arbeitsplätzen sorgen die Ordensspitäler Österreichs durch Vorleistungseffekte – das sind indirekt Beschäftigte, wie beauftragte Elektrounternehmen oder medizinische Ausstatter sowie deren Kaufkraft – für rund 48.800 Jobs. Die Ordensspitäler sind aber auch deshalb ein bedeutender Bestandteil des österreichischen Gesundheitswesens, weil 20 % der heimischen Patienten dort behandelt werden. (Ordensgemeinschaften Österreich, 15.10.2019)

Pressekonferenz der Ordensgemeinschaften Österreich über die Wertschöpfung der 23 Ordensspitäler. (Foto: Ordensgemeinschaften Österreich / M. Schauer)

Das Apothekerhaus in der Wiener Spitalgasse verwandelte sich am 10./11. Okt. 2019 wieder in ein ereignisreiches Krankenhaus für Teddybären. Rund 350 Kinder spielten mit ihren kranken Stofftieren eine Spitalsituation nach. Damit sollen auf spielerische Art und Weise Ängste der Kinder vor Spitalsaufenthalten abgebaut werden. (Österreichische Apothekerkammer, 15.10.2019)

Die Österreichische Apothekerkammer spendete 1.500 € an den AFÖP. (Foto: aFÖP)

Liechtenstein

Die Regierung Liechtensteins beschloss eine Abänderung der Betäubungsmittelverordnung. Mit der Aktualisierung werden die wesentlichen Verpflichtungen von behördlicher Seite einerseits aber auch von Seiten des behandelnden Arztes und der betroffenen Patienten im Rahmen einer auf Betäubungsmittel gestützten Behandlung festgelegt. Der behandelnde Arzt muss für die Behandlung eine patientenbezogene Bewilligung beim Amt für Gesundheit einholen, welche für jeweils ein Jahr ausgestellt wird.  Nach Abschluss der Behandlung ist eine Schlussmeldung zu erstatten. Für einen Opioid-abhängigen Patienten darf gleichzeitig nur jeweils eine auf Betäubungsmittel gestützte Behandlung aufrecht sein. Dies vor dem Hintergrund, dass im Sinne einer zielgerichteten Behandlung Doppelbezüge von Substitutionsmedikamenten bei verschiedenen Ärzten ausgeschlossen werden können. (Fürstentum Liechtenstein, 15.10.2019)

14. Oktober 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Weltweit steigen die Infektionen mit Masern. Die WHO rät daher zu Impfungen. Doch um Masern auszurotten, müssten 95 % der Bevölkerung geimpft werden. Ein Impfzwang ist auch deshalb umstritten, weil Impfgegner behaupten, dass die Impfung gegen Masern gefährlicher ist als die Krankheit selbst. (ZDF, 14.10.2019)

Deutschland

Der Mensch kann die UV-Strahlen mit seinen Sinnen nicht wahrnehmen. Treffen sie auf die Haut, schädigen diese in Sekundenschnelle das Erbgut von Hautzellen. Gleichzeitig aber setzt die UV-Strahlung einen ausgeklügelten körpereigenen Schutz- und Reparaturmechanismus in Gang: Als unmittelbare Reaktion wird das dunkle Farbpigment Melanin gebildet. Dieses legt sich wie ein Sonnenschirm über die Zellkerne und schützt so in gewissem Umfang das Erbgut vor krebserregender UV-Strahlung. Als sichtbarer Nebeneffekt dieses “interzellulären” Kraftakts bräunt die Haut. Sie zeigt damit eine hohe UV-Belastung an. Gegen diese Belastung ist der Körper mittels Bräune allerdings nur bedingt gewappnet, denn der körpereigene Schutz entspricht maximal nur einem Lichtschutzfaktor von 4. Der Körper kann prinzipiell entstandene Erbgutschäden in den Zellen reparieren oder geschädigte Zellen abstoßen. (Krebshilfe Deutschland, 14.10.2019)

Infografik: DKFZ in der Helmholtz-Gemeinschaft

Was ist ein Biosimilar und wie entlastet es das Gesundheitssystem ? Fragen wie diese beantwortet die Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars im aktuellen Handbuch “Biosimilars 2019. Die überarbeitete Neuauflage beinhaltet eine umfassende Darstellung der Biosimilars, deren Herstellung und Zulassung aus pharmazeutischer Sicht. Sie liefert zudem einen Überblick über die Entwicklung der Biosimilars in den vergangenen Jahren. In der diesjährigen Ausgabe spielt auch die Relevanz des Arzt-Patienten-Kontakts für den Therapieerfolg mit einem Biosimilar eine zentrale Rolle. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Biosimilars zukünftig fördern und noch stärker in die Versorgung bringen kann, um zur nachhaltigen Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems beizutragen. (Pro Generika, 14.10.2019)

Infografik: Pro Generika e.V.

Sodbrennen gilt als Symptom der sog. Reflux-Krankheit. Die Beschwerden entstehen, weil Magensaft in die Speiseröhre gelangt. Das passiert, wenn der Schließmuskel zwischen Mageneingang und Speiseröhre nicht richtig funktioniert. Gegen Sodbrennen werden oft Magensäureblocker verordnet. Solche Protonenpumpeninhibitoren sind für die dauerhafte Einnahme gedacht und bergen einige Risiken. Sie sollten daher keinesfalls routinemäßig geschluckt. (HausArzt, 14.10.2019)

Rund 33 % der deutschen Paare bis 60 haben einen unerfüllten Kinderwunsch. Ob IUI, IVF oder ICSI – es gibt viele Methoden der künstlichen Befruchtung. Doch alle sind teuer. Deswegen haben der Bund und 9 Bundesländer ihre Bezuschussung erhöht. Und immerhin lassen sich bestimmte Kosten der Kinderwunschbehandlung von der Steuer absetzen. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 14.10.2019)

Infografik: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.

Die gängisten Methoden für eine künstliche Befruchtung sind: Die Insemination (IUI) steht für die Samenübertragung direkt in die Gebärmutter. Kostenpunkt ab 100 € zuzüglich Kosten für Medikamente. Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Befruchtung im Reagenzglas. Kostenpunkt rund 1.500 € inkl. Medikamente. Und bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird das Spermium des Mannes direkt in das Zytoplasma einer Eizelle gespritzt. Kostenpunkt rund 1.800 € inkl. Medikamente. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 14.10.2019)

Österreich

Die Anästhesie kann weit mehr als Patienten in Narkose versetzen. So stellt etwa der Wunsch nach rascher Genesung auch während und nach der Operation eine Forderung an die Anästhesisten dar. Dazu werden die Gehirn- und Nervenströme während des Eingriffs gemessen und ganz individuell die Narkosetiefe festgelegt. Zusammen mit einer individuellen Schmerztherapie treten dann Verwirrtheitszustände nach der Narkose milder auf und tragen wesentlich zum schnellen Gesundwerden bei. (Akademie SanktVinzenzStiftung, 14.10.2019)

Anästhesie Kongress 2019 in Wien u.a. mit Kongresspräsident Prof. Dr. Gerhard Redl. (Foto: Orthopädisches Spital Speising / Vinzenz Gruppe)

Spitalsärzte in Österreich leiden unter Personalknappheit und Gewalt, zudem gibt es nicht genug Dokumentationsassistenten zur Entlastung von Bürokratie. (Österreichische Ärztekammer, 14.10.2019)

In Österreich haben sich die 3 wichtigsten Selbsthilfevereine für Diabetes unter dem Namen “wir sind diabetes” zusammengeschlossen. Die Patientenorganisationen wollen sich dadurch künftig mehr Gehör verschaffen und strategisch wichtige Ziele gemeinsam verfolgen. (wir sind diabetes – Dachorganisation der Diabetes-Selbsthilfe Österreich, 14.10.2019)

In den Wiener Spitälern herrscht ein dramatischer Mangel an Ärzten und Pflegekräften. (Ärztekammer Wien, 14.10.2019)

13. Oktober 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) sprach sich einstimmig gegen die Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Versorgungsbereich aus. … Zudem begrüßt der BÄT die bayerischen Anstrengungen zur Erreichung von 17.000 Medizin-Studienplätzen in Deutschland. Vor der deutschen Wiedervereinigung gab es in Westdeutschland in der Humanmedizin  jährlich 12.600 Studienplätze, in der DDR waren es rund 4.000. Insgesamt waren es 2017 in ganz Deutschland aber nur mehr 10.625 Plätze. Um dem drohenden Ärztemangel in Deutschland entgegenzuwirken, ist es ganz wesentlich, dass die Zahl der Medizinstudienplätze umgehend erhöht wird. (Bayerische Landesärztekammer, 13.10.2019)

78. BÄT der BLÄK. (Foto: Bayerische Landesärztekammer)

Der 78. BÄT forderte das StMGP auf, in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften Vorgaben zur Strukturqualität bayerischer Akutkliniken verbindlich festzulegen. Zur Sicherstellung einer zeitgemäßen Notfallversorgung müssten insbesondere Patienten mit den Krankheitsbildern Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Polytraumata, Sepsis oder Kreislaufstillstand rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres leitliniengerecht versorgt werden können. … Das Ärzteparlament in Bayern forderte außerdem den Gesetzgeber dazu auf, keine Grundlagen dafür zu schaffen, die es Krankenkassen oder Krankenversicherungen ermöglichen, Apps für die Gesundheit zu verordnen. (Bayerische Landesärztekammer, 13.10.2019)