DKFZ Heidelberg: Sport noch zu selten Teil der Krebstherapie

„Das Risiko, an Krebs zu erkranken, kann durch regelmäßige Bewegung gesenkt werden“, betont Prof. Karen Steindorf, die am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg die Abteilung “Bewegung, Präventionsforschung und Krebs” leitet, anlässlich des Weltkrebstages 2017. Doch nur 39 % sei dies bekannt. Und auch nur 16 % der Patienten seien bisher von ihrem Arzt bei Routineuntersuchungen über die positive Wirkung von Sport als Krebsprävention aufgeklärt worden. Und überraschend sei laut einer Umfrage, so die Expertin, dass in dem genannten Fall Männer sogar besser informiert wären als Frauen.

Karen Steindorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. (Foto: obs/ T. Schwerdt / DKFZ)

“Wir gehen heute davon aus, dass etwa 15 % aller Krebsfälle in Europa auf zu wenig körperliche Aktivität zurückzuführen sind”, weiß Steindorf, “Untersuchungen speziell zum Brustkrebs haben gezeigt, dass allein in Deutschland jährlich rund 6.000 Brustkrebsfälle vermieden werden könnten, wenn die Frauen körperlich aktiver wären.” Ebenso würde Sport das Risiko für Darmkrebs verringern, von Lungenkrebs, Pankreaskarzinomen sowie Gebärmutterhalskrebs. „Und diese Liste der beeinflussbaren Krebsarten verlängert sich von Jahr zu Jahr“, so die Universitätsprofessorin.

Ein weiteres Ergebnis: Für immerhin mehr als die Hälfte (55 %) der Befragten wäre der Zusammenhang zwischen Krebserkrankung und Bewegung ein Grund, regelmäßig oder eher regelmäßig Sport zu treiben. Hingegen nicht für 27 %. An einer gezielten Beratung über die Wirkung von Sport bei Krebs wären knapp die Hälfte (47 %) interessiert, jedoch immerhin 44 % eher nicht. „Auffällig ist nach der Befragung, dass Männern die positive Wirkung von Sport wesentlich bewusster ist als Frauen“, sagt Steindorf. „Und ähnlich sieht es bei der Beurteilung von Übergewicht als Risiko für eine Krebserkrankung aus.“

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