Manifest “Gesundheit neu denken!“ für Österreich vorgestellt

Ein Gremium aus Gesundheitsexperten hat für Österreich die Anforderungen an das Gesundheitssystem der Zukunft im Manifest Gesundheit neu denken! zusammengefasst. Für Martin Gleitsmann von der WKO ist der Knackpunkt dessen Finanzierung. „Mit 10,2 % des BIP ist das heimische Gesundheitssystem teuer. Aber trotz dieser hohen Ausgaben und einer extrem hohen Dichte an Ärzten wie Spitalsbetten wird das Ziel besonders vieler gesunder Lebensjahre nicht erreicht.” Es gelte daher mehr Selbstverantwortung der Menschen zu erreichen und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken.

Kulturwandel zur Eigenverantwortlichkeit

Zugleich habe man auch einen Aufholbedarf bei der Transparenz und Effizienz des Gesundheitssystems. Das zeige ein internationaler Vergleich. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte, fordert einen “Kulturwandel zur Eigenverantwortlichkeit“. Die Bürger und Patienten müssten sich als Mit-Produzenten ihrer Gesundheit verstehen. “Dabei geht es nicht nur um die Individualtherapie, sondern auch um die Primärversorgung. Von 1.000 Fällen sind 900 durch Selbsthilfe zu lösen, zeigen Statistiken.”

IHS-Gesundheitsökonom Thomas Czypionka kritisierte, dass im Gesundheitssystem die Möglichkeit zu experimentieren fehlt. „In der Theorie weiß man Vieles, was richtig wäre. Doch im Feld wird das nicht getestet. Daher fordern wir in unserem Manifest auch einen Experimentierparagrafen, der den Freiraum bietet, Erfahrungen zu sammeln.“ Für Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, behindern “Kompetenzwirrwarr und unterschiedliche Finanzierungslogiken” die Qualität für die Patienten. Dringend nötig sei daher “Entrümpelung-Reform”.

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