2. Oktober 2019: Witz des Tages aus der Medizin

Bei Rückenschmerzen wird in Deutschland zu viel geröntgt. Die Ursache für die Beschwerden herauszufinden, ist meist gar nicht möglich und auch nicht nötig. Stattdessen werden Diagnosen gestellt, die eigentlich nur Zufallsbefunde sind. Die Diagnose “Verschleiß” z.B. hat keinen Einfluss auf die Therapie. Stattdessen führt sie eher dazu, dass Schmerzen chronisch werden, weil die Patienten sich schonen. Um aber Rückenschmerzen zu beheben, ist Bewegung wichtig. Es ist zwar verständlich, dass Ärzte und Patienten nach einer Erklärung für den Schmerz suchen, bei Rückenschmerzen jedoch hat das zumeist keinen Sinn.

Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz am 02.10.2019

ANMERKUNG: Für einen Witz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

5. September 2019: Witz des Tages aus der Medizin

Was ist das Problem an dem “Fallpauschalen”-System ? Es fasst Patienten in “Fallgruppen” zusammen, die pauschal vergütet werden. Je mehr Aufwand entsteht, desto mehr Geld gibt es. Patienten rechnen sich – egal, wie krank sie sind – in diesem System vor allem dann, wenn an ihnen viele “Prozeduren”, also medizinische Eingriffe jeglicher Art, durchgeführt werden. … Zudem lernen Ärzte Patienten schon bei der Notaufnahme nicht nur nach dem medizinischen Bedarf zu klassifizieren, sondern auch danach ob sie Gewinn abwerfen.

Gruner+Jahr, Stern am 05.09.2019

Um das gesamte Potenzial von Arzneimitteln ausschöpfen zu können, ist eine Verankerung des Patientennutzens im Erstattungsprozess notwendig.

Pharmig am 05.09.2019

Wichtig ist sich klar zu machen, Bewegung kostet Zeit. Deswegen ist es wichtig, sie fest in den Kalender mit einzuplanen.

Diabetes Ratgeber am 05.09.2019

Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind trotz intensiver Forschung noch immer unklar. Das größte bekannte Risiko für Alzheimer ist das Alter. Die Krankheit kann bislang nicht geheilt werden. Medikamentöse Behandlungsformen mit Antidementiva und nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten wie Biografiearbeit können aber den Krankheitsverlauf verzögern.

Alzheimer Forschung Initiative, 05.09.2019

Eine Bruchkante allein ist kein Freifahrtsschein für das Teilen von Tabletten. Ob eine Tablette teilbar ist, kann nämlich selbst bei wirkstoffgleichen Präparaten je nach Hersteller verschieden sein. Wird eine Tablette, die intakt eingenommen werden soll, trotzdem geteilt, so reichen die Folgen von Unwirksamkeit bis hin zu schwer wiegenden Nebenwirkungen.

ABDA am 05.09.2019

Es ist ein offenes Geheimnis, dass in Deutschland von den bis zu 30.000 Beatmungspatienten, die zu Hause oder in Beatmung-WGs versorgt werden, bis zu 70 % von der künstlichen Beatmung entwöhnt werden könnten. Häufig unterbleibt jedoch dieser Versuch, da die finanziellen Anreize zur Dauerbeatmung zu hoch sind und die zur Entwöhnung zu gering.

BKK Dachverband am 05.09.2019

ANMERKUNG: Für einen Witz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Vorstellung und Realität

Leicht lächelnd – so sollte man joggen, laufen, sich bewegen. Das Verbissene, Strenge, das Krampfhafte … kann man im Büro lassen. Ist Ihnen hoffentlich bekannt aus den Büchern “Das Leichtlaufprogramm“ sowie in “Laufend gesund“. Auch Anleitungen zum meditativen Laufen.

Leicht und locker lächelnd – so sollte man auch meditieren. Sollte das Verkniffene, Verbohrte, Angestrengte oder ach wie Konzentrierte – vielleicht sogar im schmerzhaften Schneidersitz – hinter sich lassen. Oder zumindest den Profis überlassen. Als Amateur muss man nicht, sondern darf, wenn man möchte.

Ein so ein ganz anderes Meditationsbüchlein habe ich soeben durchgelesen. In einem Schwung am Sonntagnachmittag. Ein glückliches Büchlein. Atmet die Leichtigkeit der Toskana. Bietet vielerlei Meditationstechniken an. Da zupft man sich ganz einfach die eine oder andere Blume heraus und

beginnt buchstäblich ein neues Leben !

Bild: www.strunz.com

Eine Kostprobe gefällig ?

Die Visualisierung ist ebenfalls eine Art Meditation. Man konzentriert sich auf Bilder, Gefühle, Geräusche und Ereignisse, die in der Zukunft stattfinden sollen. Diese Art der Meditation hilft nicht nur Profisportlern, jeder Laufanfänger kann sie nutzen.

Ich wende sie nicht nur während des Laufens an, sondern am Abend zuvor, vor dem Einschlafen. Ich stelle mir vor, wie ich am nächsten Morgen als erstes die Laufbekleidung anziehe, freudig ins Auto steige, zum Parkplatz der Laufstrecke fahre und dann locker laufe. Ich rieche die Morgenluft, fühle den kühlen Wind und laufe die Strecke in Gedanken ab. Mit der mentalen Vorbereitung finde ich es leichter, diszipliniert zu handeln.

Ein Beispiel: Am Abend bevor ich das 1. Mal die Laufstrecke um die Runde durch den Wald erweiterte, lief ich sie in Gedanken ab. Ich visualisierte, wie ich langsam aber stetig den Berg hoch trotte, empfand das Glück, oben angekommen zu sein, und stellte mir vor, wie es wäre, den Berg hinunter zu laufen.

Als ich am nächsten Tag die Strecke zum 1. Mal lief, hatte ich keine Zweifel; Ich würde durchhalten, schließlich bin ich die Strecke zuvor schon einmal erfolgreich gelaufen. Zwar nur in meinem Gehirn, doch die Gehirnzellen unterscheiden nicht eindeutig zwischen Vorstellung und Realität. Während des Visualisierens und während der richtigen Aktivität sind die gleichen Nervenzellen aktiv.

Das zentrale Geheimnis. Haben Sie’s gemerkt ?

Das Gehirn unterscheidet nicht eindeutig zwischen Vorstellung und Realität.

Das war der Schlüssel auch zu meiner persönlichen Heilung. Mehrfach !! So wurde mir beispielsweise bei einer Operation der Nerv zu den Stimmbändern zerstört. Ich hatte plötzlich keine Stimme mehr. Möglicherweise für immer. Die Rettung ? Ich habe (gedanklich) ununterbrochen gesprochen. Gebrüllt. Gesungen. Das war zwar nicht hörbar, aber für mich fürchterlich anstrengend. Und was passierte ? Die Stimme kam eines Tages wieder zurück !!

Nervenzellen unterscheiden nicht zwischen Vorstellung und Realität.

Daraus wurde einer meiner zentralen Glaubenssätze:

Alles Kaputte im Körper wird wieder. Kann sich regenerieren. Kann wieder funktionieren. Man muss es dem Körper nur “anschaffen” … !

Wer sich hinsetzt und verzweifelt, hat in diesem Bild automatisch verloren. Das ist auch eine Art der Meditation. Solche Stories geben dem trockenen Wort “Meditation“ ein buntes, attraktives Gesicht. Darum gibt es dieses neue Büchlein (von meinem Sohnemann).

Bestrahlungsdemenz … ausgetrickst

Müssen es immer sehr aufwändige und sehr teure Studien sein, die der Medizin weiterhelfen. Oder kann man nicht auch einzelnen Patienten glauben, wie Heilung geht. Die es geschafft haben, ihre Krankheit zu besiegen. Man könnte doch auch seinen Mitmenschen einfach nur zuzuhören, um dazuzulernen. Um Respekt zu bekommen: Die Mitmenschen sind meistens ohnehin fast so klug wie man selbst. Und Manche davon haben sogar noch Schlimmeres erlebt und sich dann auch bemüht wie man selbst.

Lese ich also über die deutsche Schauspielerin Renan Demirkan, die vor 5 Jahren an Brustkrebs erkrankte.  Was dann kam, schreibt sie, „war die Hölle“: Durch und während der Bestrahlung hätte sie eine Bestrahlungsdemenz entwickelt. Und sagt nach ihrer Selbstheilung:

Laufen ist ein wahres Wundermittel !

Zitat einer 63-jährigen Dame. Die es wissen muss. Die hat es erlebt. Doch was ist eine Bestrahlungsdemenz ? Wie entsteht die ? Nun: Hören wir ihr einfach zu:

Genau zu dem Zeitpunkt meiner Krebserkrankung hatte ich eine Theaterrolle angenommen. Ich hatte aber keinen Zugriff auf mein Gedächtnis. Ich habe von einem Moment auf den anderen vergessen, was ich gerade gesagt hatte. Ich konnte mir keinen Text mehr merken. Das war unbeschreiblich beschämend!

Da kann man eigentlich nur noch verzweifeln. Krebs kann man nicht so einfach abschütteln. Kommt offenbar um die Bestrahlung nicht so einfach herum. Irgendeine Tablette, die einem das Gedächtnis zurückgibt, gibt es in dem Fall auch nicht. Doch die besagte Frau Demirkan war zäh. Sagte wörtlich „Disziplin und Pflichterfüllung gehören zu meinem Lebens-ABC“. Die hat gesucht und dann gelesen !

Hatte tatsächlich eine Studie gefunden, die belegt, dass Sport neue Verbindung im Gehirn schafft. Noch einmal: Sport schafft neue Verbindungen im Gehirn. Ich erzähle Ihnen das schon seit 30 Jahren. In jedem Vortrag, in jedem Seminar:

Durch Laufen wächst das neuronale Netz.

Also die Verknüpfungen der Gehirnzellen. Sprich das Gedächtnis. Das Gehirn wird buchstäblich wieder jung. Das war für mich übrigens der Auslöser, öffentlich aufzutreten. Das wollte ich Ihnen und vielen Anderen unbedingt mitteilen !!

Frau Demirkan (63) hat in ihrer Verzweiflung die Studienergebnisse sehr ernst genommen, hat sich ein Laufband angeschafft UND ist dann auch

täglich 2 – 5 Stunden gelaufen.

Auf dem Laufband. Jeden Tag 2-5 Stunden. Die hat zuvor nicht mit Ärzten diskutiert, ob 20 Min. täglich reichen oder es 30 Min. sein müssen (müssen !). Die hat es in ihrer Verzweiflung – ich wiederhole es gerne, weil auch ich so staune – einfach getan. Und was passierte ?

Innerhalb von 10 Tagen konnte ich mir den Text wieder merken.

Das war’s auch schon wieder. Das wollte ich Ihnen nur mitteilen:

  • Dass es sich oft wirklich lohnt, seinen Mitmenschen zuzuhören.
  • Dass Laufen Wunder wirkt. So zu sagen eine Medizin ist …

Solche erstaunlichen Erlebnisse, solche Tatsachen, solche News (!) gebe ich sehr gerne an Sie weiter.

QUELLE: Freizeit Revue 2/2019, S. 94

Sporthormon Irisin bremst Alzheimer

Alzheimer ereilt eines Tages so ziemlich jeden von uns. Irgendwann. Darum auch empfiehlt selbst die WHO zur Vermeidung von “geistigem Abbau” in allererster Linie

Sport.

Jedenfalls körperliche Aktivität. Zu diesem Thema und Zusammenhang gibt es in der Tat genügend beweisende Studien. Und freilich gibt es auch ursächliche Beweise: Man identifiziert einen Stoff, der durch Sport produziert wird und beweist dann, dass das Gehirn (anatomisch, histologisch) gesünder bleibt. So ein Stoff ist das

(Sport-)Hormon Irisin.

Das wird wie gesagt beim Sport im Muskel ausgeschüttet und bremst im Gehirn tatsächlich „neurodegenerative Prozesse“. Bewiesen jüngst an der Columbia University. Dort hatten Forscher Mäusen ein regelmäßiges Fitnessprogramm verordnet und messen können, dass das Hormon Irisin aus den Muskeln über den Kreislauf vermehrt in das Gehirn wanderte.

Dort schützt das Hormon gegen die Schäden durch Alzheimer: Die Menge der Alzheimer-typischen Beta-Amyloid-Proteine (eine schädliche Ablagerung) sinkt, die Gedächtnisleistung dieser Tiere stabilisierte sich. Andererseits hatte Sport keine positive Wirkung auf das Gedächtnis der Mäuse, wenn dieses Hormon im Gehirn blockiert wurde.

Beim Menschen wiederum war längst aufgefallen, dass Irisin im Gehirn von Alzheimerpatienten in geringeren Mengen ausgeschüttet wird, verglichen mit anderen Patienten. Wer das auch immer gewesen sein mag, aber immerhin.

Warum Frohmediziner solche Studien interessant und zugleich überflüssig finden, das wissen Sie längst. Sport, Bewegung, Laufen … ist ohnehin tägliche Pflicht. Daher hier nur zur Sicherheit und der Vollständigkeit halber erwähnt:

  • Laufen Sie.
  • Machen Sie Krafttraining.

Die Mehrzahl der Deutschen glaubt selbst heute noch, dass es sich dabei um „lustige Hobbies“ handelt. Marathon laufen Angeberei sei und Besuche in Fitnessstudios erst recht. Die Mehrzahl der Deutschen hat dafür keine Zeit, obwohl

Sport bekanntlich Zeit sparen hilft. Man braucht weniger Schlaf !

Ihnen die Notwendigkeit wie das Vergnügen von Sport immer und immer wieder klar zu machen, das ist eine Aufgabe dieser News. Dass Sie das bitte nicht vergessen !

QUELLE: Gehirn & Geist 4/2019