17. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Anlässlich der Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin, erinnert der deutsche BPI, dass es in Europa “insbesondere auch im Gesundheitsbereich noch viel zu tun gibt”. Neben der Finalisierung des EU-HTA sollte die Kommission auch dafür sorgen, dass die europäische pharmazeutische Industrie auch in Zukunft innovativ und europäisch bleibt. Anreize für Forschung und regulatorische Schutzinstrumente seien ebenso wichtig für die Versorgungssicherheit der Patienten wie eine adäquate Ausschreibungspraxis für die europäischen Standorte. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 17.07.2019)

Laut PwC-Bericht übersteigt die Zahl der neuen Arzneimittelzulassungen in den USA die Zulassungen in der EU. So wächst die Kluft angesichts der zunehmenden Konkurrenz aus China und Fernost weiter. Denn in Europa setzen hohe Produktionskosten, sinkende Arzneimittelpreise und strenge gesetzliche Regularien pharmazeutische Unternehmen zunehmend unter Druck. In weiterer Folge verlagern viele Pharmafirmen ihre Herstellungsstätten in wirtschaftlich günstigere Regionen außerhalb Europas. Diese Entwicklung tritt auch in vielen anderen Branchen auf. Von der pharmazeutischen Industrie in Europa wurden 2016 noch 2,5 Mio. Arbeitsplätze getragen und unterstützt. (Pharmig, 17.07.2019)

Deutschland

Der VLK wehrt sich gegen die Bertelsmann Studie zur Neuordnung der Krankenhaus-Landschaft. Diese sei vielmehr eine unfaire Kampagne gegen Krankenhäuser. Mit Blick auf eine bedarfsgerechte Krankenhauslandschaft sei die Hoffnung verbunden, dass die pauschale Verunglimpfung kleinerer und mittlerer Krankenhäuser – ohne jeden Bezug zur Qualität ihrer Arbeit – eingestellt wird. Nach dem Prinzip Aussagen regelmäßig zu wiederholen, bis die Illusion der Glaubwürdigkeit entsteht, hat man hier erneut medienwirksam Botschaften lanciert, die der Fachmann schwer und der Laie gar nicht durchschaut. An Hand von komplexen Diagnosen wie Operation eines Pankreaskarzinoms, Herzinfarktbehandlung oder Hüft-Reoperationen, für die kleinere Krankenhäuser natürlich nicht geeignet sind, wird deren gesamte Existenzberechtigung hinterfragt. Verschwiegen wird, dass diese ganz andere Versorgungsaufgaben wie die Behandlung älterer multimorbider Patienten mit Herzinsuffizienz, Pneumonie oder anderen Erkrankungen haben, die sie qualitativ hochwertig und wohnortnah erfüllen. (Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, 17.07.2019)

Mit dem Kabinettsentwurf zum MDK-Reformgesetz wird auch die Dauerbaustelle Krankenhausabrechnungen angegangen. Nach wie vor inakzeptabel ist allerdings die Einführung einer Prüfquote für Krankenhausrechnungen, die in der Spitze auf 15 % begrenzt ist. Versicherten dürfte das wohl kaum schlüssig zu erklären sein. Diese Prüfquote muss deutlich erhöht werden. (BKK Dachverband, 17.07.2019)

Bis zu 60 % der geprüften Krankenhausabrechnungen in Deutschland waren und sind fehlerhaft. Doch damit nicht genug: Sind derzeit bei einer nachgewiesenen Falschabrechnung durch die Krankenkassen 25-50 % der Differenzsumme zurückzufordern, sollen diese Strafabschläge in Zukunft mit maximal 1.500 € gedeckelt werden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Jedes Jahr zahlen die Gesetzlichen Krankenkassen Milliarden für die Leistungen der Krankenhäuser. Doch wenn die Kassen zukünftig die korrekte Verwendung dieser Gelder überprüfen wollen, machen sie sich mit diesen Neuregelungen einfach nur lächerlich. (AOK Nordost, 17.07.2019)

Was ist Neuropsychologie ? Die neuropsychologische Diagnostik gibt nicht nur Aufschluss über die vorliegenden Einschränkungen, sondern dient als Grundlage für eine gezieltere Einordnung der Erkrankung und der Planung kognitiver Therapien. Das kognitive Training dient der Aktivierung von Hirnarealen, die bei psychiatrischen Störungen unteraktiviert sind und mit den beeinträchtigten Denkvorgängen in Zusammenhang stehen. Ein solches Programm kann helfen, zum Beispiel die Orientierung in Situationen mit vielen Ablenkungen oder die Planungsfähigkeit zu verbessern. Das wird besonders relevant, wenn es um die Wiedereingliederung in das Berufsleben geht. Denn kognitive Störungen bleiben oft länger bestehen als die psychische Störung selbst. (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, 17.07.2019)

Anlässlich der Zustimmung des Bundeskabinettes zum sog. Apothekenstärkungsgesetz fodert der B.A.H., dass verschreibungspflichtige Arzneimittel von den Apotheken in Deutschland an alle Versicherten zum gleichen Preis abgegeben werden. Die Arzneimittelpreisbindung müsse demnach sowohl für in- und ausländische Versandapotheken als auch für gesetzlich Versicherte und Privatversicherte gelten. Von dem Grundsatz “Gleiche Preise bei Arzneimitteln” hat der Gesetzgeber derzeit abgesehen und insbesondere Privatversicherte, Selbstzahler und Beihilfeberechtigte ausgenommen und der EuGH 2016 das deutsche Arzneimittelpreisrecht für ausländische Apotheken gekippt. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 17.07.2019)

MDK-Reformgesetz vernachlässigt die Folgen des demografischen Wandels in Deutschland: Ein Meniskusschaden wird heute meist ambulant operiert. Doch wie sieht es aus, wenn eine Patientin betagt ist und durch zusätzliche Erkrankungen wie Hypertonie und Adipositas die Mobilisation nach der Operation erschwert ist? Wenn zu Hause niemand ist, der sie unterstützen kann – im Gegenteil: Der leicht demente Ehemann braucht selbst Hilfe, eine Aufgabe, die normalerweise seine Frau übernimmt. Aus Sicht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ist der Fall klar: Auch diese Patientin kann ambulant versorgt werden. Bleibt sie wegen einer Drainage, der Gabe von leichten Schmerzmitteln und zur krankengymnastischen Betreuung für 2 Tage stationär im Krankenhaus, handelt es sich um eine Fehlbelegung. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, 17.07.2019)

Der Markt für ästhetische Behandlungen boomt. Minimalinvasive Verfahren wie Botulinum- und Fillerbehandlungen führen dabei die Statistiken bei Umfragen ärztlicher Fachgesellschaften an. Leider lockt die scheinbar unkomplizierte Anwendung auch unqualifizierte Behandler auf den Plan. Dabei dürfen nur approbierte Ärzte mit Fillern und Botulinum behandeln, Heilpraktiker eingeschränkt mit Fillern. Allen anderen Berufsgruppen, auch Kosmetikerinnen, sind invasive Behandlungen mit Botulinum und Fillern untersagt. Botulinum ist in Deutschland verschreibungspflichtig, Filler hingegen nicht. (Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie, 17.07.2019)

“In der Politik ist man eigentlich dauernd unausgeschlafen.” So erklärt die deutsche Politikerin Sarah Wagenknecht u.a. ihr Burnout. (Brigitte, 17.07.2019)

Österreich

Anlässlich der Ausstellung “Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ in Wien gib es rege Diskussionen über die Rolle von psychiatrischen Gutachten bei Strafprozessen. Aktuelle Beispiele sind ein Grazer Amokfahrer und erst 16-jährige Mörder der 7-jährigen Hadishat G.. Bei diesen Straftaten wurden mehrere psychiatrische Gutachter beauftragt, doch in beiden Fällen würden sich die psychiatrischen Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit der Täter widersprechen. So oblag es letztendlich “Laien-Jury” zu einem Urteil zu kommen. (Bürgerkommission für Menschenrechte, 17.07.2019)

Bei MedAustron wird seit 2,5 Jahren die Ionentherapie zur Krebsbehandlung erfolgreich angewendet. Wurden die Patient bisher ausschließlich mit Protonen behandelt, so steht ab sofort auch die Therapie mit Kohlenstoffionen zur Verfügung. Diese Form eröffnet neue Chancen bei bisher schwer oder gar nicht behandelbaren Tumoren. Damit steigt MedAustron in die Riege der weltweit 6 Zentren auf, die Tumore sowohl mit Protonen als auch mit Kohlenstoffionen bekämpfen können. (EBG MedAustron GmbH, 17.07.2019)

11. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

“90-90-90” lautet das Ziel der Vereinten Nationen für die weltweite Behandlung von HIV-Patienten: 90 % der Menschen mit HIV sollen von ihrer Infektion wissen. 90 % der Diagnostizierten sollen Medikamente nehmen und bei 90 % davon soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein. Eine Vision, von der weite Teile der Welt aber noch sehr weit entfernt sind. (Pro Generika, 11.07.2019)

Wer ins Ausland reist, sollte auf jeden Fall eine private Auslandskrankenversicherung mit im Gepäck haben. Sie deckt auch einen allfälligen Rücktransport des Patienten nach Hause ab. Bei medizinischen Behandlungen im Ausland können schnell Kosten von mehreren 1.000 € fällig werden. Und kommen bei einem Rücktransport gar lebenserhaltende medizinische Geräte zum Einsatz, steigen die Kosten ins Unermessliche. … Einen Auslandskrankenschutz gibt es bei der ADAC Versicherung AG schon ab 12,80 € im Jahr. (ADAC SE, 11.07.2019)

Infografik: ADAC SE

Im Urlaub möchte man am Strand sitzen und nicht auf der Toilette. Reisedurchfall ist jedoch die Urlaubskrankheit Nummer 1 ! Meist sind es E.Coli-Bakterien, die ihn auslösen. Doch es gibt Möglichkeiten, vorzubeugen. Sinnvoll kann etwa die rechtzeitige Einnahme von Probiotika sein. Denn je besser der Darm mit diesen Lebendbakterien besiedelt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper mit unbekannten Bakterien fertig wird. (Bencard Allergie GmbH, 11.07.2019)

Foto: Bencard Allergie GmbH

Europa

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftritt und nach der Geburt meist wieder – zumindest vorübergehend – verschwindet. In Österreich wie in Europa nimmt man an, dass davon jede 7. Schwangere betroffen ist.  Schätzungen zufolge sind davon etwa ein Drittel der Frauen auch adipös. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist das Übergewicht der werdenden Mutter. In der Gravidität gilt bei stark Übergewichtigen die Empfehlung von 5-9 kg Gewichtszunahme, was aber von vielen überschritten wird. Um Möglichkeiten und Indikatoren für die Vermeidung von Schwangerschaftsdiabetes bei adipösen Frauen zu untersuchen, wurden nun im EU-Projektes DALI (Vitamin D And Lifestyle Intervention for Gestational Diabetes) Lebensmittelinterventionsmaßnahmen bei 436 Frauen ausgewertet. Dabei hat sich die Annahme, dass eine geringere Gewichtszunahme bei adipösen Schwangeren vorteilhaft für die Vermeidung eines Schwangerschaftsdiabetes wäre, nicht bestätigt. (MedUni Wien, 11.07.2019)

Ertrinken passiert häufig still und unbemerkt. Ertrinkenden fehlt nämlich – anders als im Fernsehen oft gespielt – die Kraft zum Winken. Ertrinkende rufen auch nicht nach Hilfe, sondern ringen nach Luft. (ASB-Bundeverband, 11.07.2019)

Infografik: ASB-Bundesverband

Deutschland

In den vergangenen 5 Jahren haben sich 91 % der Deutschen gesundheitliche Ziele gesetzt. Mit 55 % an 1. Stelle rangiert dabei sich gesünder bzw. ausgewogener zu ernähren. 47 % wollten mehr Sport treiben und 44 % abspecken. 37 % wollten sich weniger aufregen. 26 % nahmen sich vor, sich mehr Erholungspausen zu gönnen. 22 % planten mehr Gymnastik ein, 21 % den Besuch ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen. Mehr schlafen wollten 19 %. Am Ende der Rangliste finden sich die Vorsätze weniger Alkohol zu trinken (17 %) und mit dem Rauchen aufzuhören (15 %). (Apotheken Umschau, 11.07.2019)

Das richtige Essen lindert chronische Entzündungen. Dieser Effekt ist auch im Blut messbar. Z.B. basiert Rheuma oft auf einer Entzündung und Forscher vermuten, dass auch bei Depressionen, Alzheimer und Darmkrebs entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. (Senioren Ratgeber, 11.07.2019)

Gut 66 % der Deutschen ab 55 Jahren erwarten, dass eines Tages Roboter ihren Gesundheitszustand kontrollieren werden, sie an die Einnahme von Medikamenten erinnern werden und dass Roboter Patienten künftig auch aus dem Bett heben werden. 42 % halten es auch für realistisch, dass Roboter zu ihrem täglichen Begleiter werden könnten. Doch nur 11 % der Befragten wünschen sich tatsächlich so ein Szenario. (mhplus Krankenkasse, 11.07.2019)

Im Mai und Juni passieren in Deutschland vergleichsweise die meisten Selbstmorde. Den Selbsttötungsabsichten liegen jedoch häufig psychische Störungen zu Grunde, die therapierbar sind. Allerdings ist das persönliche Umfeld von Menschen mit Selbstmordgedanken in aller Regel überfordert, wenn es von den Suizidplänen eines nahestehenden Menschen erfährt. Die Folge: Jeden Tag sterben in Deutschland im Schnitt 27 Menschen durch Selbstmord. Zudem versuchen sich täglich weitere 274 Betroffene das Leben zu nehmen. Auch wenn die Anzahl der Selbsttötungen in Deutschland von 18.451 (1980) auf 9.838 Suizidopfer im Jahr 2016 deutlich gesunken ist, wurde seit über 10 Jahren keine weitere Verringerung der Selbstmordrate erreicht. (Pro Psychotherapie, 11.07.2019)

56 % der Deutschen nutzen zu Hause Desinfektionsmittel. In der Generation 14-34 sind es sogar 69 %. Doch das ist zu sorglos und vor allem auch zu häufig. Bei einem exzessiven Gebrauch von Desinfektionsmitteln werde die Bildung resistenter Keime gefördert, zudem steigt die Umweltbelastung. (Die Schwenninger Krankenkasse, 11.07.2019)

Es sehr wichtig ist, zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 zu unterscheiden. Diabetes Typ 1 ist durch einen absoluten Insulinmangel geprägt und wird heute als Autoimmunerkrankung verstanden. Dabei zerstört das Immunsystem die Insulin-produzierenden Zellen – die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Dann wird kein körpereigenes Insulin mehr gebildet und so kein Zucker (Energie) mehr in die Körperzellen befördert. Wenn Insulin fehlt, ist der Organismus auf Dauer nicht lebensfähig. Deswegen war die Substitution dieses Hormons für den Diabetes Typ 1 auch der Durchbruch schlechthin und bis heute die Standardtherapie. Der Diabetiker Typ 2 wiederum hat genug eigenes Insulin, es wirkt bei ihm aber nicht ausreichend.  … ein 60-jähriger Patient mit Typ-2-Diabetes verliert im Mittel 6 Lebensjahre. Wenn dann noch ein Herzinfarkt dazu kommt, werden daraus 12 Jahre. Epidemiologisch ist jeder 6. Todesfall in Deutschland mit Diabetes assoziiert. (Pharma Fakten, 11.07.2019)

Arzneimittel gegen HIV sind sehr teuer. Sie kosteten die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2018 fast 900 Mio. €. Generische Arzneimittel, die seit den ersten Patentabläufen im Jahr 2013 auf den Markt kommen, sind deshalb für eine breite Versorgung von HIV-Patienten unerlässlich. (Pro Generika, 11.07.2019)

Menschen in Deutschland lassen sich immer öfter gegen Infektionskrankheiten impfen. So stiegen 2018 die Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe um 4,5 % auf 1,28 Mrd. €. Der Grund für den Ausgabenanstieg sind vor allem die vermehrten Impfungen gegen Humane Papillomaviren (HPV), Varicella Zoster (Gürtelrose) und FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis). (ABDA, 11.07.2019)

Verantwortlich für die sog. Sommergrippe sind häufig Coxsackie-Viren vom Typ A und B sowie Echo-Viren. Sie gehören, wie die klassischen Rhinoviren, zur Familie der humanen Enteroviren und verbreiten sich in den Sommermonaten besonders gut. … Zu den häufigsten Erkältungsfallen im Sommer zählen Reisestress, Klimaanlagen, mangelnde Handhygiene, Zugluft und Nässe sowie lange Sonnenbäder. (G. Pohl Boskamp GmbH, 11.07.2019)

Jeden Monat lesen 18,82 Mio. Menschen in Deutschland die Apotheken Umschau. (Wort & Bild Verlag, 11.07.2019)

Bild: Apotheken Umschau

Die Deutsche Sporthilfe hat unter dem Hashtag #leistungleben ihre Markenkampagne 2019 gestartet. Sie will damit auf die Motivation der von ihr
unterstützten Athleten aufmerksam machen und zudem auch die Rolle der Stiftung für die Athletenförderung verdeutlichen. (Stiftung Deutsche Sporthilfe, 11.07.2019)

Bild: Stiftung Deutsche Sporthilfe

Österreich

ÖÄK fordert Stopp der Gewalt gegen Ärzte. (Österreichische Ärztekammer, 11.07.2019)

Blattaufmacher der Kronen Zeitung am 11.07.2019. (Foto: MHJ)

Nach einem Sturz z.B. beim Mountain-Biken oder nach einem Zusammenstoß beim Handball kann es zu einer Sprengung des Gelenkes (ACG-Luxation) zwischen Schlüsselbein und Schulterdach kommen, die zügig behandelt werden muss. Ob die Verletzung operiert werden sollte, hängt entscheidend vom Schweregrad ab und bedarf im Rahmen der Diagnostik einer Untersuchung inkl. Röntgenbild. Nun zeigt eine Publikation der AGA auf, dass arthroskopische Verfahren klar erkennbare Vorteile haben in Bezug auf die Sportfähigkeit und Wiedererlangung des vorherigen Sportniveaus.  Mit 4-12 % aller Schulterverletzungen ist die ACG-Luxation eine der häufigsten in den kampfbetonten Sportarten. (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, 11.07.2019)

Hebammen sind die medizinischen Expertinnen für die physiologische Geburt in Österreich. Sie leiten physiologische, also komplikationsfrei verlaufende Geburten eigenverantwortlich. Dazu sind sie ausgebildet und laut Hebammengesetz auch berechtigt. (Österreichisches Hebammengremium, 11.07.2019)

Spanien

In Spanien werden 30 % mehr künstliche Befruchtungen durchgeführt als etwa in Deutschland oder Frankreich. (Nextclinics International, 11.07.2019)

10. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

180 Wissenschaftler aus 36 Ländern haben in einem offenen Brief einen Ausbaustopp der neuen Mobilfunktechnologie 5G gefordert, “bis potenzielle Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt erforscht wurden”. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meint, dass die Netze der 5.  Generation “möglicherweise ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko” mit sich bringen könnten. (Bau-Fritz GmbH, 10.07.2019)

Europa

Gesunde Ernährung gilt als wichtiger Bestandteil des Lebens. Dass es dabei aber deutliche Unterschiede zwischen den Europäern gibt, zeigt der STADA Gesundheitsreport 2019 zur Zukunft der Gesundheit. Für die Studie wurden 18.000 Menschen in 9 europäischen Ländern befragt. Die richtige Ernährung ist für rund die Hälfte der Europäer eine wichtige Voraussetzung, um auch im Alter fit und gesund zu bleiben. Fast 60 % kochen täglich frische Mahlzeiten. Vegan leben übrigens nur 1 % und immerhin 4 % bezeichnen sich als Vegetarier. Ein schwaches Immunsystem infolge Nährstoffmangels wollen 28 % der Europäer keinesfalls riskieren und nehmen darum auch regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich. (STADA Arzneimittel AG, 10.07.2019)

Infografik: STADA Arzneimittel AG

Deutschland

Die Bundesregierung hat heute ihre Pläne vorgestellt, wie überall in Deutschland möglichst gleichwertige Lebensverhältnisse erreicht werden sollen. Der AOK-Bundesverband möchte diesbezüglich daran erinnern, dass dabei die Gesundheitsversorgung nicht zu kurz kommen darf. Das Internet und die Verkehrsanbindung würden oft an erster Stelle genannt, jedoch sollte die Gesundheitsversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge bei allen konzeptionellen Überlegungen einen mindestens ebenso prominente Rolle spielen. Denn unter allen Infrastruktureinrichtungen sei den Deutschen die Gesundheitsversorgung am wichtigsten. (AOK-Bundesverband, 10.07.2019)

Die Betriebskrankenkassen begrüßen die heutige Fassung des Gesetzentwurfes zum Digitalen Versorgungsgesetz. Dieser setzt wichtige Akzente im Gesundheitswesen inkl. einer konsequenten Nutzerperspektive. Dazu gehört, dass die elektronische Kommunikation zwischen Arzt und Patienten sowie unter Ärzten gefördert wird. Auch die Erleichterung des Patientenzugangs zur Versorgung mit digitalen Versorgungsinnovationen ist positiv. Ärzte und Kassen können damit die Versorgung der Versicherten sinnvoll ergänzen und nachhaltig gestalten. Diese gestalterische Rolle, welche den Kassen endlich zugestanden wird, ist ein Meilenstein in dem Gesetz. Versorgungsangebote “per Gießkanne” können damit der Vergangenheit angehören und durch individuelle Versorgungsinnovationen ersetzt werden. (BKK Dachverband, 10.07.2019)

Frei verkäufliche Arzneimittel verordnet der Arzt oft auf einem grünen Rezept – und der Patient muss sie selbst bezahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen erstatten viele gesetzliche Krankenkassen die Kosten aber im Nachhinein. Das trifft in vielen Fällen auf Erkrankungen zu, bei denen rezeptfreie Präparate zum Therapiestandard zählen. Z.B. Abführmittel bei bestimmten Darmerkrankungen oder Acetylsalicylsäure bei der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine entsprechende Liste, OTC-Übersicht genannt, gibt es im Internet unter www.g-ba.de/richtlinien/anlage/17. Manche Kassen erstatten auch andere rezeptfreie Arzneien ganz oder teilweise. Es kann sich also lohnen, bei der Kasse nachzufragen. Zur Erstattung wird das quittierte grüne Originalrezept eingereicht. Und wenn die Krankenkasse nicht zahlt, tut es vielleicht das Finanzamt. (Apotheken Umschau, 10.07.2019)

Fast die Hälfte (46 %) der Deutschen kocht täglich frische Mahlzeiten und 53 % achten auch darauf, “gesund” zu essen. Allerdings ist die Akzeptanz für alternative Ernährungsweisen in Deutschland gering. Der vegane Lebensstil etwa wird von 73 % der Befragten abgelehnt. Nahrungsergänzungsmitteln wiederum nehmen 27 % regelmäßig. (STADA Arzneimittel AG, 10.07.2019)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert 14,00 € als Untergrenze für die Entlohnung von qualifizierten Pflegekräften. Der aktuelle, für Pflegehilfskräfte gedachte Mindestlohn beträgt 11,05 € in Westdeutschland und 10,55 € in Ostdeutschland. Für Pflegefachkräfte gibt es sogar keine eigene Untergrenze. (CDU/CSU Bundestagsfraktion, 10.07.2019)

Rund die Hälfte der Menschen (52 %) in Deutschland lehnt die Schließung von Krankenhäusern auf dem Land kategorisch ab – selbst dann, wenn die Spitäler klein und wenig rentabel sind. Mittlerweile ist jedes 10. Krankenhaus insolvenzgefährdet. (pronova BKK, 10.07.2019)

Jede Krebserkrankung und jede Krebstherapie ist anders. Das neue Informationsportal “Mein Krebs, mein Weg” möchte dazu beitragen, Patienten und Angehörigen die Angst vor der Krankheit und der Therapie zu nehmen. Das Ziel ist, bei der Diagnosestellung die vom Arzt empfohlene Erstinformationsstelle für Patienten zu werden. (Riemser Pharma GmbH, 10.07.2019)

Bild: Riemser Pharma GmbH

Die Pharmaindustrie in Deutschland besteht zu über 90 % aus Standort gebundenen, mittelständischen Unternehmen, die ihre Umsätze primär in Deutschland erzielen. (BPI, 10.07.2019)

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) hat sich in Lebensmittelverband Deutschland e. V. umbenannt. (Lebensmittelverband Deutschland, 10.07.2019)

Die Tiefkühlwirtschaft in Deutschland spricht sich für eindeutig für den “Nutri-Score” aus. Es gelte die Chance auf eine europäische Kennzeichnungslösung zu nutzen. (Deutsches Tiefkühlinstitut, 10.07.2019)

Die kommunale Identität ist in Deutschland ein entscheidender Faktor für Toleranz, ehrenamtliches Engagement und die politische Stabilität vor Ort. 40 % der Deutschen fühlen sich besonders stark mit ihrer örtlichen Gemeinde verbunden. (Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, 10.07.2019)

Infografik: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr rund 34 kg Zucker. Laut Experten ist das viel zu viel. (ZDF, 10.07.2019)

Großbritannien

Großbritannien hat eine der höchsten Fettleibigkeitsraten Europas und auch deshalb dem Zucker den Kampf angesagt: Seit 2018 gibt es eine Zuckersteuer auf stark gesüßte Getränke. Bei mehr als 5 g zugesetztem Zucker pro 100 ml müssen die Hersteller eine Sonderabgabe zahlen. Viele Produzenten haben darum die Rezeptur geändert, den Zucker reduziert oder durch kalorienarmen Süßstoff ersetzt. Häufig ist es aber für die Konsumenten nicht zu durchschauen, welche Produkte nach wie vor mit Zucker hergestellt werden. (ZDF, 10.07.2019)

Österreich

Anlässlich von erneut in Österreich aufgegriffenen gefälschten und damit illegalen Arzneimitteln warnt der Pharmig vor den Folgen von Medikamentenfälschungen für die Gesundheit. (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, 10.07.2019)

9. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Die Europäische Kommission investiert 35 Mio. € in die Prävention, Erkennung und Behandlung der häufigsten Krebsarten mithilfe künstlicher Intelligenz. Dazu fördert sie Lösungen zur Analyse von Bildern für die Krebsdiagnostik. Seit heute können entsprechende Anträge im Rahmen des EU-Forschungsprogrammes “Horizont 2020” eingereicht werden. Insgesamt stehen in diesem Programm 177 Mio. € für digitale Lösungen und Cybersicherheit im Gesundheitswesen zur Verfügung. (EU Kommission, 09.07.2019)

Deutschland

Auch wenn aus Sicht der Schulmedizin die wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkungsweisen der Homöopathie fehlen, fühlt sich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung von ihrer ganzheitlichen Sicht angesprochen und verstanden. Dadurch werden bei unterschiedlichsten Erkrankungen sehr wohl gute Erfolge erzielt. Das zeigt uns, dass die Homöopathie bei vielen Erkrankungen eine positive Wirkung hat. Die BAHN-BKK möchte die Versicherten deshalb gerne weiterhin wählen lassen, auf welche Verfahren sie setzen – auf das Schulmedizinische oder eben das Naturheilkundliche. Die BAHN-BKK plädiert für ein Nebeneinander beider Ansätze und arbeitet mit dem Deutschen Zentralverein Homöopathischer Ärzte zusammen. Zudem wird die homöopathischen Behandlungen nur bei Vertragsärzten mit der Zusatzqualifikation Homöopathie bezahlt. (BAHN-BKK, 09.07.2019)

Eine Psoriasis oder eine Neurodermitis ist nicht ansteckend. Die entzündlichen Hautstellen und Schuppen stellen auch keinerlei gesundheitliche Gefährdung für andere dar und sind daher kein legitimer Grund, jemanden eines öffentlichen Bades zu verweisen. (Berufsverband der Deutschen Dermatologen, 09.07.2019)

Ein Magnesiummangel ist nicht nur eine häufige Begleiterscheinung bei Diabetes Typ 2 und seinen Vorstufen, er erhöht auch das Risiko, überhaupt eine Zuckerkrankheit zu entwickeln. Zusätzlich scheiden Diabetiker über die Nieren deutlich mehr Magnesium aus als gesunde Menschen. Was aber macht den Mineralstoff so wichtig für Betroffene? (1.) verbessert Magnesium die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen. Denn um Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, müssen diese erst “aufgeschlossen” werden. Dafür benötigt der Körper nicht nur den richtigen Schlüssel, das Insulin, sondern die Körperzellen müssen auf diesen auch reagieren und sich öffnen. Bei einer Insulinresistenz bzw. einem Diabetes Typ 2 jedoch verbleibt die Glukose im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt. Magnesium kann dieser Unempfindlichkeit entgegenwirken ! (2.) entspannt Magnesium die Blutgefäßmuskultur. Das senkt den Blutdruck und entlastet das Herz. Das ist gerade für Diabetiker mit ihrem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko eine wichtige Sache. (3.) stabilisiert Magnesium die Funktion der innersten Schicht der Gefäßwände (Endothel). Dieses ist ebenfalls für die Steuerung des Blutdrucks und zudem für die Abwehr von Arterienverkalkung wichtig. Und (4.) wirkt Magnesium Stress regulierend. (Protina Pharmazeutische GmbH, 09.07.2018)

Foto: Protina Pharmazeutische GmbH

Besonders gefährdet für einen Magnesiummangel sind neben Diabetikern auch Menschen mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Kopfschmerzen und Migräne, außerdem Schwangere und Menschen, die intensiv Sport treiben oder Stress ausgesetzt sind. Auch bestimmte Medikamente wie Entwässerungsmittel, Magensäureblocker oder Abführmittel können das Risiko eines Magnesiummangels erhöhen. Wenn die Blutwerte nicht stimmen, Risikofaktoren oder Beschwerden vorliegen, wird von der Gesellschaft für Magnesiumforschung eine Magnesiumergänzung von 240-480 mg pro Tag empfohlen. (Protina Pharmazeutische GmbH, 09.07.2018)

Damit Frauen mit Inkontinenz endlich wieder eine Auswahl bei der Unterwäsche haben, gibt es jetzt mit TENA Silhouette Noir Deutschlands erste schwarze Unterwäsche für Inkontinenz. 84 % aller Frauen in Deutschland tragen schwarze Dessous … (Essity Germany GmbH, 09.07.2019)

Foto: Essity Germany GmbH

Bis zu 15 Mal mehr Schadstoffe als im wohngesunden Vergleichsraum herrschen im Kinderzimmer mit Standardbaustoffen. Das ist durchaus Besorgnis erregend, denn Babys und kleine Kinder haben noch kein voll entwickeltes Immunsystem. Sie sind darum deutlich stärker durch Schadstoffe wie Formaldehyd und Lösemittel (VOC) gefährdet. Diese können Atemwegsreizungen, Unwohlsein, Allergien sowie Asthma auslösen. (Sentinel Haus Institut, 09.07.2019)

Infografik: Sentinel Haus Institut

Sog. Quetschies sind “als Süßigkeit” zu werten und kein Ersatz für die tägliche Portion Obst. Deren Obst wird in aller Regel geschält, gekocht und püriert. Dadurch verliert es wichtige Vitamine und vor allem Ballaststoffe. Dafür steckt in jedem Quetschbeutel viel Fruchtzucker bzw.  auch versteckte Zucker. All das beeinflusst nicht nur den Stoffwechsel der Kinder negativ, sondern begünstigt auch Übergewicht und Karies. (Baby und Familie, 09.07.2019)

Biotulin aus Deutschland hat ein Eau de Parfum entwickelt, das sich an Studien renommierter Wissenschaftlern orientiert und seine Trägerin “in 1 Sekunde” 6 Jahre jünger macht. “ART.” nutzt dabei geschickt die Psychologie der Düfte auf Basis des Geruchsforschers Alan Hirsch. Dieser fand heraus, dass der Duft von Zitrusfrüchten Menschen bis zu 6 Jahren jünger erscheinen lässt. (MyVitalSkin GmbH, 09.07.2019)

Foto: MyVitalSkin GmbH

Österreich

Anlässlich des 2. Österreichischen Tages der Ganzheitsmedizin warnen Komplementärmediziner vor einer Bedrohung der Zukunft komplementärmedizinischer Verfahren und deren Diskriminierung durch Player des Gesundheitssystems. Sie fordern eine stärkere Präsenz in der universitären Lehre und Forschung, damit Österreich nicht international den Anschluss verliert. Komplementärmedizin auf hohem Qualitätsniveau sollte allen Bevölkerungskreisen zugänglich gemacht werden, was eine zunehmende Übernahme komplementärer Verfahren in den Honorarkatalog der Krankenkassen voraussetzt – auf einem Honorarniveau, das dem in der Komplementärmedizin üblichen hohen Zeit- und Zuwendungseinsatz entspricht. Im Sinne der bestmöglichen Behandlung von Patienten sei ein faires Miteinander zwischen Schul- und Komplementärmedizin im Sinne einer Ganzheitsmedizin anzustreben. … Gegenüber der Öffentlichkeit wurde zuletzt intensiv durch abgestimmte Aktionen unterschiedlicher Player im Gesundheitssystem suggeriert, dass die Erfolge komplementärmedizinischer Interventionen ausschließlich Placebo-Effekte seien ! (Österreichischen Dachverbandes für ärztliche Ganzheitsmedizin, 09.07.2019)

5. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatovic, fordert, in Europa den Zwang in der Psychiatrie zu beenden. Die Psychiater in Europa seien aufgefordert, die Menschenrechte in diesem Bereich „endlich“ anzuerkennen. Es gelte den Zwang im Bereich der Psychischen Gesundheit zu beenden und Patienten endlich menschenrechtsbasierend zu behandeln. (Bürgerkommission für Menschenrechte, 05.07.2019)

Deutschland

Wer mit Sport beginnen und sein Herz-Kreislauf-System stärken möchte, sollte den Fokus mehr auf die Ausdauer als auf Krafttraining legen.  Ausdauertraining ist nämlich in der Prävention deutlich überlegen. Strammes Spaziergengehen, Walking oder Joggen helfen beim Abnehmen und verbessern die Insulinwirkung, was bei Prädiabetes oder Diabetes Typ 2 wichtig ist. Ausdauertraining senkt zudem den Blutdruck und den Blutfettspiegel. Das bedeutet aber nicht, dass Krafttraining keine Berechtigung hätte, jedoch sind seine Wirkungen andere. Es hilft beim Muskelaufbau, bei der Linderung und Vermeidung von Rückenschmerzen und der Sturzprävention. Experten empfehlen, langsam mit dem Sport zu beginnen. Anfangs reicht ein strammer Spaziergang von 30-45 Minuten. Dann könne man sich nach und nach steigern. Wichtig ist, sich anfangs nicht zu überfordern. (HausArzt, 05.07.2019)

Wer seine Venen fit halten und auf diese Weise Krampfadern vorbeugen möchte, kann einiges dafür tun. Laufen, Beinübungen oder Treppensteigen stärken die Muskelpumpe. Die Ursache von Krampfadern liegt bei den Venenklappen. Sie arbeiten wie Ventile und ermöglichen, dass sauerstoffarmes Blut aus den Beinen zurück zum Herzen gepumpt wird. Bei jedem Pulsschlag öffnen sie sich kurz. Wenn die Klappen aber nicht mehr richtig schließen, kommt es zu einem Rückstau. Dann muss man sich vorstellen, dass eine über 1 Meter hohe Blutsäule auf dem unteren Teil der Beingefäße lastet. Unter diesem Druck weiten sich die Gefäße mit der Zeit und Flüssigkeit wird in das umliegende Gewebe gepresst. Die Folge sind dann geschwollene, schwere und teils juckende Beine. Später können Hautveränderungen wie Ekzeme oder bläulich rote Flecken auftreten. (Apotheken Umschau, 05.07.2019)

Karate macht Senioren glücklich. Der Deutsche Karate Verband wurde im Rahmen des Präventionskongresses 2019 in Bonn mit einem Best-Practice-Award in der Kategorie “Kommune” ausgezeichnet. In ihrer Begründung heißt es, dass Karate eine Sportart ist, die nicht nur den Körper fordert und fördert, sondern auch den Geist. Zudem sei nachgewiesen worden, dass Mindfulness-Karate auch im Alter von über 55 Jahren positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit hat. (Deutscher Karate Verband, 05.07.2019)

Österreich

Die Arbeiterkammer und die Gesundheit Österreich GmbH haben als Behörden in der Umsetzung des Gesundheitsberuferegister-Gesetzes seit 1. Juli 2018 rund 170.000 Beschäftigte registriert. Gerechnet wurde jedoch nur mit etwa 100.000 Personen. Die Mitarbeiter aus 10 Gesundheitsberufen haben dabei auch einen Berufsausweis erhalten. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, 05.07.2019)

Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl und AK-Präsidentin Renate Anderl mit Österreichs neuem Ausweise für Gesundheitsberufe. (Foto: AK Wien)

Laut der jüngsten HBSC-Studie (in 46 Ländern) zeigen gegenüber 2010 mehr Schüler in Österreich ein gesundes Ernährungsverhalten (mehr Gemüse, weniger süße Limonaden, weniger Süßigkeiten, konstanter Obstkonsum). Auch der Sport ist wichtiger geworden und die Nichtraucherrate beträgt derzeit 77 % bei den Mädchen und 81 % bei den Burschen. Alkohol wurde 2018 laut Studie weniger oft getrunken als noch 2010. Derzeit trinken 26 % der Mädchen und 32 % der Burschen ab 15 Jahren wöchentlich Alkohol. Negative Entwicklungen zeigen sich allerdings im psychischen Bereich: So hat sich der subjektive Gesundheitszustand in den vergangenen 8 Jahren etwas verschlechtert. Rund 12 % der Burschen und 24 % der Mädchen zeigen Anzeichen einer Depression. Und nur die Hälfte aller Schüler hat ein positives Körperselbstbild: 35 % halten sich für zu dick, 15 % für zu dünn. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, 05.07.2019)