11. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Internationale Studien beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Reruptur einer Kreuzbandplastik mit 25 %. (Herz-Jesu Krankenhaus GmbH, 11.11.2019)

Deutschland

Mittlerweile lässt sich der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern gut einstellen, dennoch leiden Betroffene häufig unter Spätfolgen ihrer Krankheit. Dazu zählen Sehstörungen, Nierenleiden und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Doch eine neueste Querschnittstudie hat nun ergeben, dass genügend Magnesium den Blutzuckerspiegel verbessern kann und somit das Risiko von diabetischen Folgeerkrankungen reduzieren. (Hermes Arzneimittel GmbH, 11.11.2019)

Der Leistenkanal ist zeitlebens eine Schwachstelle des Mannes: Bei 25 % der Männer kommt es irgendwann im Leben zu einem Leistenbruch – 10 Mal häufiger als bei Frauen. In der Regel ist ein Leistenbruch harmlos, doch damit die Beschwerden nicht zunehmen und der Bruch sich im Lauf der Zeit nicht vergrößert, ist in den meisten Fällen ein kleiner chirurgischer Eingriff angeraten. (Apotheken Umschau, 11.11.2019)

Heimwerken und Selbermachen boomt. Der Baumarkt ist sozusagen des Deutschen 2. Zuhause. Doch Baumärkte haben mehr Gegner als echte Fans. (2HMforum., 11.11.2019)

Österreich

Krankenhauskeime sind eine unterschätzte Gefahr in Österreichs Spitälern. (Austromed – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen Österreich, 11.11.2019)

In Österreich sind 180.000 Menschen regelmäßig auf Medikamente angewiesen, die aus humanem Blutplasma hergestellt werden. Im medizinischen Notfall kann aber auch jeder Andere eines auf Plasma basierten Arzneimittels bedürfen. Und dennoch ist die Bedeutung und der Ablauf einer Plasmaspende zumeist unbekannt. (Takeda Austria GmbH, 11.11.2019)

Seine nahe Umgebung zu einem gesünderen Wohnumfeld zu machen, das ist die Grundidee, die hinter “Ihre gesunde Idee für den Bezirk!” steckt. Mit diesen “Grätzelinitiativen” will die WiG im Rahmen des Programms “Gesunde Bezirke” Menschen bewegen, eine gesunde Idee auch tatsächlich umzusetzen. (Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH (WiG), 11.11.2019)

Erfolgreiche Teilnehmer am Wiener Programm “Gesunde Bezirke”. (Foto: WiG / A. Rinkhy)

In Österreich werden jährlich rund 10.000 Operationen an den Kreuzbändern im Knie durchgeführt. Dadurch erreichen 83 % verunfallten Menschen erneut ihr gewohntes Leistungsniveau, jedoch nur 19 % bei einer konservativen Behandlung. … Das vordere Kreuzband hat zwei mechanische Hauptfunktionen: Erstens die Verhinderung einer anterioren Tibia-Verschiebung, auch vordere Schublade oder PIVOT-Shift des Unterschenkels genannt und zweitens die Rotationsstabilität. Reißt ein Kreuzband, kann es zu einem “PIVOT-Shift-Phänomen” kommen – der Unterschenkel lässt sich über den Normalzustand nach vorne bewegen, was zu einer Instabilität führt. Eine chronische Instabilität des Kniegelenkes geht mit einem erhöhten posttraumatischen Arthrose-Risiko einher. Deshalb ist eine Operation die beste Behandlungsmethode.   (Herz-Jesu Krankenhaus GmbH, 11.11.2019)

Bei der Konzertreihe “Sounds and Science” steht an jedem Abend die Krankengeschichte klassischer Komponisten aus heutiger Sicht in unmittelbarem Zusammenhang mit deren Musik. In das musikalische Umfeld eingebettet sind kurze spannende Vorträge von medizinischen Experten, die sich der jeweiligen Erkrankung der Künstler, aber auch möglicher Therapie-Optionen aus heutiger Sicht widmen. (MedUNi Wien, 11.11.2019)

Schweiz

Careum Weiterbildung (Aarau), Berner Bildungszentrum Pflege (Bern) und Bildungszentrum XUND (Luzern) gehen mit Blick auf die neuen Höheren Fachprüfungen und Berufsprüfung im Pflegebereich eine engere Zusammenarbeit ein. Ab Herbst 2020 werden die vertiefungsübergreifenden Module für die neuen eidgenössischen Prüfungen im deutschsprachigen Raum gemeinsam angeboten. (Berner Bildungszentrum Pflege, 11.11.2019)

8. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Laut einer Meta-Studie vom Juni 2019 – publiziert im Journal of Journal of Parenteral and Enteral Nutrition (JPEN) zufolge – reduziert bei palenteraler Ernährung die Zugabe von Omega-3 das Infektionsrisiko um sogar 40 % und die Dauer der Krankenhausaufenthalte um 2 Tage. (Fresenius Kabi Deutschland GmbH, 08.11.2019)

Deutschland

In Deutschland gibt es rund 8 Mio. Alkoholiker. Davon sterben jede Stunde 9 Personen an den Folgen ihrer Alkoholsucht. Beschönigend wird von Alkohol und Drogen gesprochen, also das Legale vom Illegalen getrennt. Dabei müsste es vielmehr heißen “Alkohol und andere Drogen”. Im Internet liest man sogar von Bier als einem Nahrungsmittel. Wer hat denn diese Perversität erfunden ? Laut Prof. Dr. Johannes Lindenmeyer, Direktor salus klinik in Lindow, erzeugen die Folgen von schwerem Alkoholmissbrauch 250 Nebenerkrankungen im Körper. … Die jährlichen Steuereinnahmen durch den Verkauf von Alkohol liegen in Deutschland bei 2,1 Mrd. €. (Rolf Bollmann, 08.11.2019)

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie widerspricht vehement der Aussage der AOK, wonach die Rabattverträge in Deutschland die Arzneimittelversorgung stärken würden. Vielmehr ist es so, dass die AOK eine Ausschreibungspraxis schönredet, die nachweislich Lieferengpässe verursacht. Zur Vermeidung von Lieferengpässen und Lieferausfällen muss nämlich eine ausreichende Anzahl an Alternativanbietern zur Verfügung stehen. Dass Exklusivverträge bei Generika die Liefersicherheit erhöhen, ist reines Wunschdenken. (BPI, 08.11.2019)

Um pflegenden Angehörigen praktisches Wissen über den Einsatz klassischer Naturheilmittel leicht zugänglich zu machen, haben die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege und die Charité Universitätsmedizin Berlin einen neuen kostenlosen Ratgeber erarbeitet. Richtig angewandt nämlich können bestimmte Naturheilmittel helfen, gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. (ZQP, 08.11.2019)

Österreich

Mit Hans Niessl, dem ehemaligen Landeshauptmann des Burgenlandes, hat Österreichs größte Sportorganisation (BSO) ein neuen Leiter bekommen. Und das sind die Zahlen: Rund 25 % der Österreicher sind Mitglied in zumindest einem der 15.000 Sportvereine der Republik. Diese wiederum sind Arbeitgeber für 300.000 Menschen, wobei sich aber auch 576.000 ehrenamtlich engagieren. Sport in Österreich spart dem Staat jedes Jahr bis zu 530 Mio. € an Krankheitskosten – die Unfallkosten bereits abgezogen. (Bundes-Sportorganisation, 08.11.2019)

Hans Niessl neuer Präsident der BSO. (Foto: BSO / L. Hagen)

Die Landeshauptleute-Konferenz in Österreich hat eine deutliche Erhöhung der Studienplätze für Medizin beschlossen. Doch mehr Uni-Absolventen lösen den Ärztemangel in Österreich nicht, solange rund 40 % ins Ausland abwandern. Das primäre Ziel muss sein, dass die in Österreich gut ausgebildeten Mediziner dann auch in Österreich tätig werden. (Österreichische Ärztekammer, 08.11.2019)

Österreichs größte Palliativstation – im Wiener Franziskus Spital – feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Um aber das österreichische Gesundheitssystem langfristig zu entlasten, wird eine enge Zusammenarbeit mit mobilen Diensten angestrebt. (Franziskus Spital, 08.11.2019)

Die Gastgeber von “20 Jahre Palliativstation im Wiener Franziskus Spital”. (Foto: Franziskus Spital)

Die jüngste Studie der imh GmbH lässt in der Wiener Ärztekammer abermals die Alarmglocken schrillen, denn die Ergebnisse sind ein weiterer Beleg für die Wiener Spitalskrise. Was muss noch passieren, damit Gesundheitsstadtrat Peter Hacker endlich aktiv wird ? (Ärztekammer Wien, 08.11.2019)

Infografik: imh GmbH

Instahelp und Drei verbinden neuerdings Kunden am Smartphone oder Computer mit erfahrenen Psychologen. Damit wird sozusagen psychologische Beratung im eigenen Wohnzimmer oder eben unterwegs möglich. (Hutchison Drei Austria GmbH, 08.11.2019)

Infografik: Drei

Schweiz

Das gab es noch nie in der Geschichte der Schweiz: Mit Urteil vom 10. April 2019 erklärte das Bundesgericht erstmals eine eidgenössische Volksabstimmung für nichtig. Konkret ging es um die CVP-Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Hauptgrund der Annullierung waren die krass falschen Zahlen, die der Bundesrat dem Stimmvolk vorgegaukelt hatte: Demnach sind nicht 80.000 Erwerbsehepaare von der Heiratsstrafe betroffen, wie der Bundesrat in der Abstimmungsbroschüre behauptet hatte, sondern 450.000. Besonders bedenklich ist, dass der Bundesrat immer Bescheid wusste, jedoch keine Korrektur veranlasste. (Human Life International Schweiz, 08.11.2019)

Liechtenstein

In Liechtenstein wurde von der Regierung die Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes und des Unfallversicherungsgesetzes beschlossen. Behandelt wurden die Themen Leistungen bei Mutterschaft und Befreiung von der Kostenbeteiligung, Versorgungsnetze, Krankengeld (versicherter Verdienst), Kontrolle der Versicherungspflicht für Krankengeld und Unfall, Entschädigung von Versicherungsvermittlern, gesetzliche Verankerung der Maßnahmen bei Zahlungsverzug sowie die Auszahlung der Prämienverbilligung an die Kassen. (Fürstentum Liechtenstein, 08.11.2019)

7. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Pharmakonzerne sind zumeist global agierende, börsennotierte Unternehmen. Der deutsche Markt hat nur einen Anteil von rund 4 % am weltweiten Arzneimittelumsatz. (Wissenschaftliches Instituts der AOK, 07.11.2019)

Europa

Auf einer Skala von 0 (“überhaupt nicht zufrieden”) bis 10 (“total zufrieden”) lag 2018 der Durchschnitt der Lebenszufriedenheit in der EU 7,3. Seit 2013 erhöhte sich die durchschnittliche Zufriedenheit mit der Finanzlage im eigenen Haushalt auf 6,5, während die durchschnittliche Zufriedenheit mit den persönlichen Beziehungen bei 7,9 stagniert. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 8,1 sind übrigens die Einwohner Finnlands am zufriedensten, dicht gefolgt von den Österreichern (8,0), Dänen, Polen und Schweden (je 7,8). Eindeutig am unzufriedensten mit seinem Leben ist man leider in Bulgarien (5,4), Kroatien (6,3), Griechenland und Litauen (je 6,4). (Eurostat, 07.11.2019)

Infografik: Europäische Union

Schätzungen zufolge ernähren sich 1 % der europäischen Bevölkerung. Das heißt, sie essen keine Produkte von Tieren. (Berufsverbandes der Österreichischen Fachärzte für Orthopädie, 07.11.2019)

Deutschland

Die Arzneimittelrabattverträge erhöhen die Versorgungssicherheit, stärken den Wettbewerb unter den Pharmafirmen und senken die Arzneimittelkosten. So sind gegenwärtig von den 9.000 Arzneimitteln, für die es einen AOK-Rabattvertrag gibt, sogar 99,7 % auch lieferbar. Dennoch wird das Gerücht von Lieferengpässen bei Arzneimitteln in Deutschland wegen der dafür verantwortlichen Rabattverträge ständig wiederholt. Die Fakten jedoch erzählen eine andere Geschichte. Im Jahr 2018 waren von den rund 66.000 verschiedenen Arzneimittel, die zu Lasten der GKV verordnet wurden, auch 99,3 % verfügbar. Rabattverträge tragen auch dazu bei, unnötige Medikamentenwechsel zu vermeiden. Das fördert die Therapietreue der Patienten und den Erfolg der Therapie.  (Wissenschaftliches Instituts der AOK, 07.11.2019)

“Plogging” bedeutet, dass man beim Jogging Müll sammelt und ist – aus Schweden kommend – schon zu einem zu einem internationalen Trendsport geworden, bei dem alle Menschen mitmachen können. Plogging ist Bewegung an der frischen Luft, abwechslungsreicher als “nur” laufen und geht sowohl in Gruppen als auch allein. (Diabetes Ratgeber, 07.11.2019)

Ploggerin mit eingesammeltem Müll. (Foto: Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen)

Zu den Lifestyle-Erkrankungen, die vor allem durch einen ungesunden Lebensstil verursacht sind, gehören Herzinfarkt, Gefäßerkrankungen und bestimmte Arten von Krebs. Dabei gelten das Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung schon seit Jahrzehnten als den Risikofaktoren. (Medical Data Institute GmbH, 07.11.2019)

Reduziert man seinen Zuckerkonsum, wird der Wunsch nach Süßem mit der Zeit schwächer. Hat man dennoch einen sog. Heißhunger auf Süßes, so helfen einfache Tricks dagegen: (1) Wasser zu trinken. Das füllt den Magen und erzeugt vorübergehend ein Sättigungsgefühl. (2) Auch einen Kaugummi kauen kann hilfreich sein. (3) Zuckerfreie Snacks essen wie z.B. eine Handvoll Nüsse. (4) Frühes Zähneputzen am Abend. Man tendiert dann dazu, nachher nichts mehr zu essen. (Apotheken Umschau, 07.11.2019)

Wer krank ist, greift zum Smartphone und lässt sich über die “Medgate” App telefonisch oder per Video ärztlich beraten und behandeln. Was in der Schweiz bereits seit vielen Jahren Realität ist, wird es nun auch in Deutschland geben. Dazu wurde von der Rhön-Klinikum AG (51 % Anteil) und Medgate (49 %) die Medgate Deutschland GmbH gegründet. Unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen werden die Strukturen für die Erbringung telemedizinischer und digitaler Dienstleistungen analog dem Schweizer Geschäftsmodell aufgebaut. (Medgate AG, 07.11.2019)

Österreich

Nach wie vor gehen 40 % der österreichischen Absolventen eines Medizinstudiums ins Ausland. … Was die Ärztedichte in Europa anbelangt, operiert die OECD schon seit Jahren mit nicht direkt vergleichbarem Datenmaterial. Österreichs tatsächliche Ärztedichte beträgt nur 3,56 pro 1.000 Einwohner und nicht wie von der OECD kolportiert 5,2. (Österreichische Ärztekammer, 07.11.2019)

Liechtenstein

Der sog. Nationale Zukunftstag am 14. Nov. 2019 soll in Liechtenstein Jungen und Mädchen (bis zur 7. Schulstufe) zu einer offenen und vom Geschlecht unabhängigen Berufs- und Lebensplanung animieren. “Nach wie vor dominieren klassische Rollenbilder die Berufswahl und hindern die Jugendlichen daran, ihre Talente zu entfalten. Damit Frauen und Männer in vermeintlich untypischen Berufen weniger Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt sind, braucht es eine Berufsbildungskultur, die alle Lernenden in der Entwicklung ihrer Interessen und Fähigkeiten unterstützt”, heißt es von Seiten des Fürstentums. (Fürstentum Liechtenstein, 07.11.2019)

6. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Obwohl weltweit 86 % der befragten Studienteilnehmer kommerzielle Gentests kennen, haben nur rund 5 % sie schon selbst gekauft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Simon-Kucher & Partners. Diesbezüglich gibt es 4 verschiedene Arten von DNA-Selbsttests: Neben der Abstammung werden Tests zur frühzeitigen Diagnose von Krankheiten angeboten. Zudem sog. Carrier-Tests zur Feststellung einer übertragbaren Krankheit. Des Weiteren gibt es nutrigenomische Tests, die eine Beziehung zwischen dem Genom, der Ernährung und der Gesundheit von Patienten herzustellen, um etwa die Erstellung personalisierter Fitness- oder Ernährungspläne für Patienten zu unterstützen. Das Vorgehen bei allen Tests ist gleich: Nach Erhalt des “Testkits” gibt der Patient eine Speichelprobe ab, die zur Untersuchung an ein vordefiniertes Labor geschickt wird. Nach 3-5 Wochen hat man das Ergebnis. Lässt man die Kosten unberücksichtigt, so würden fast 50 % der Befragten so einen DTC-Gentest nutzen zu wollen.  (Simon-Kucher & Partners, 06.11.2019)

Europa

Ein Tumorgenomtest ist ein entscheidender erster Schritt nach einer Krebsdiagnose. Allerdings sind in Europa nur 23 % der Ärzte der Ansicht, dass ihre Patienten auch über dessen Nutzen informiert sind. Durch einen Tumorgenomtest lassen sich Abweichungen oder Veränderungen des Erbguts (Genom) in Tumorzellen nachweisen, die das Tumorwachstum ausgelöst haben und weiter vorantreiben. Die Ergebnisse des Tests können Ärzten wichtige Informationen darüber liefern, warum ein Krebstumor wächst. So können sie je nach festgestellter spezifischer Veränderung erlaubte Therapien empfehlen. Studien zufolge werden bei 30-49 % der untersuchten Patienten behandelbare Veränderungen im Tumorgenom festgestellt. Ist der krebsauslösende Treiber erkannt und therapierbar, können sog. präzisionsonkologische Wirkstoffe bessere Ergebnisse erzielen als Standardtherapien. Meist werden Krebserkrankungen nach betroffenem Organ, also z.B. Brust-, Lungen- oder Prostatakrebs, definiert. Die Krebstherapie befindet sich jedoch im Umbruch. Mit zunehmender Entwicklung der Präzisionsonkologie sollte in Gesprächen zwischen Arzt und Patient das Thema Tumorgenomtests fester Bestandteil der Routine werden. (Bayer Vital GmbH, 06.11.2019)

Deutschland

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, setzt sich für die gesetzliche Verankerung von sog. Patientenlotsen ein. Auch Deutschlands Ärztepräsident Dr. Klaus Reinhardt unterstützt diese Idee, denn “Patientenlotsen könnten dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung patientennäher zu gestalten. Patientenlotsen – auch Case Manager genannt – sollen Patienten sektorenübergreifend durch die komplexe Versorgungskette leiten, medizinische und soziale Leistungen koordinieren, bis die Patienten selbst dazu in der Lage sind. Über die koordinierende Aufgabe hinaus sieht Ärztepräsident Reinhardt auch einen hohen Beratungsbedarf bei den Patienten. (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, 06.11.2019)

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. (Foto: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe)

Mit dem Start der Informationskampagne “TesteDeinenTumor” in Deutschland macht Bayer darauf aufmerksam, dass Tumorgenomtests entscheidender Bestandteil der Krebsdiagnose sind, um molekulargenetische krebsauslösende Eigenschaften zu entdecken. Sie liefern damit ein genaues Bild der Krebserkrankung und tragen dazu bei, dass Patienten die für sie passende Therapie erhalten. (Bayer Vital AG, 06.11.2019)

30 Jahre nach der Wiedervereinigung unterscheiden sich in Deutschland immer noch die Ansichten in Ost und West, was Reichtum, Gehalt oder Statussymbole betrifft. So gilt man z.B. im Osten ab einem Gehalt von monatlich 6.000 € als reich, im Westen ab 10.000 €. Im Westen gilt Hauspersonal als ein Statussymbol, im Osten “Geldverschwendung”. Und reiche Ostdeutsche würden am liebsten Verreisen, reiche Westdeutsche Immobilien kaufen. (Eurojackpot, 06.11.2019)

Infografik: Eurojackpot

Schlimmes Mobbing kann ebenso zu einem Trauma führen wie körperliche Gewalt oder und Missbrauch. Das Ziel traumatisierter Menschen ist, sich den schlimmen Erlebnissen oder Angst auslösenden Faktoren wie Gerüchen, Geräuschen oder Stimmen, die sie mit den traumatisierenden Situationen und Menschen verbinden, nicht wieder aussetzen zu müssen. In der Folge ziehen sie sich zurück und meiden sogar solche Aktivitäten, ihnen wichtig sind. Ergotherapeuten analysieren dann zunächst einmal den seelischen Zustand und die Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit des Klienten (!) durch Befragen und Beobachten. Danach fokussieren sich auf den Alltag und darauf, ihre Klienten (!) wieder handlungsfähig zu machen. (Deutscher Verband der Ergotherapeuten, 06.11.2019)

Empfiehlt ein Arzt eine kostenpflichtige Zusatzbehandlung, so sollten Patienten sich Bedenkzeit nehmen. Alle diese sog. individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sind planbar und nicht dringend. Experten schätzen, dass es rund 400 IGeL gibt, mit denen in Deutschland jährlich rund 1 Mrd. € umgesetzt werden. (Apotheken Umschau, 06.11.2019)

Österreich

Anlässlich des Weltdiabetestages 2019 fordert die Österreichische Diabetes Gesellschaft eine konsequente Diabetes-Politik für Österreich. Ein vorrangiges Ziel muss z.B. sein,  die immer jünger werdenden Betroffenen rasch zu finden und zu versorgen, da sie sonst mit besonders schwerwiegenden Verlaufsformen im Zuge der Erkrankung rechnen müssen. Die österreichische “Diabetes-Strategie” wurde 2017 fertiggestellt, enthält alle wichtigen Handlungsempfehlungen und wartet seither auf ihre Umsetzung. (Österreichische Diabetes Gesellschaft, 06.11.2019)

Im internationalen Vergleich hat Österreich eine enorm hohe Zahl an stationären Spitalsaufenthalten. Der Grund dafür ist für 73 % der befragten Krankenhausmitarbeiter die mangelhafte ambulante Versorgung in den Ärzteordinationen. (imh Gmbh, 06.11.2019)

Infografik: imh GmbH

62 % der Beschäftigten in Österreichs Spitälern sehen ihren Arbeitgeber für den demografischen Wandel nicht ausreichend gerüstet. So werde es z.B. immer schwieriger, geeignetes Krankenhauspersonal zu finden und auch zu behalten. (imh GmbH, 06.11.2019)

Infografik: imh GmbH

Das menschliche Herz schlägt im Durchschnitt 100.000 Mal pro Tag und pumpt dabei rund 10.000 l Blut durch die Blutgefäße, um sämtliche Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Aber Achtung: Dieser „Motor“ kann auch aus dem Takt geraten. Man spricht dann von Vorhofflimmern als der häufigsten Herz-Rhythmus-Störung. Und das hat mitunter weitreichende Folgen: In Österreich erleiden täglich rund 70 Personen einen Schlaganfall. Für 25 % davon ist Vorhofflimmern die Ursache. (Pfizer Corporation Austria, 06.11.2019)

Der Verband Pharmig möchte mit einem 5-Punkte-Programm an die neue Bundesregierung Österreich als attraktiven Gesundheitsstandort etablieren. Es sind dies eine stärkere Patientenorientierung, Planungssicherheit für Unternehmen dank stabilem Rechtsrahmen, Förderungen für Forschung und Produktion, die Nutzung der Digitalisierung sowie die Stärkung der Prävention. Leitmaxime der Reformen soll die Patientenorientierung sein. (Pharmig, 06.11.2019)

Im Kostenerstattungsprozess von Medikamenten in Österreich werden sog. Schrittinnovationen nicht oder nur selten berücksichtigt. Die Lebensqualität der Patienten ist aber sehr wohl davon betroffen, ob ein Arzneimittel, das bisher gespritzt werden musste, fortan oral eingenommen werden kann oder ob jemand statt 3 Tabletten nur mehr 1 einzunehmen braucht. (Pharmig, 06.11.2019)

4. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Antibiotika-Resistenzen, krankmachende Keime sowie neue Tier- und Pflanzenkrankheiten nennen Experten der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA als größte Risiken für die Sicherheit von Lebensmitteln weltweit. In Europa wiederum gibt es laut EFSA-Leiter Bernhard Url bezogen auf die Lebensmittelsicherheit nicht „die eine Sorge“, die in allen EU-Mitgliedstaaten überwiegt. (Österr. Agentur f. Gesundheit u. Ernährungssicherheit, 04.11.2019)

AGES-Chef Thomas Kickinger und EFSA-Leiter Bernhard Url in Wien. (Foto: AGES)

Der November steht ganz im Zeichen der Männergesundheit: Am 3. November wird der Weltmännertag begangen, am 19. November der internationale Männertag. (Public Health PR, 04.11.2019)

Europa

Immer mehr Männer geben Geld für Sexspielzeug aus. Neben Masturbatoren, Anal-Toys und Penispumpen stehen neuerdings auch Sexpuppen hoch im Kurs. Ein Trend, der aus den USA und Japan gerade massiv nach Europa überschwappt. Die lebensechten (Gummi-)Puppen kosten bis zu 10.000 €. Dank dieser “Real Dolls” würde der Sexspielzeugmarkt erstmals ein ganzheitliches, körperliches Erlebnis bieten, betont Realdoll24-Geschäftsführer Ralph Belger. Derweil wären die Hauptmotive für den Kauf so einer Sexpuppe aber noch Einsamkeit (58 %) und eine Alternative zur Selbstbefriedigung (54 %). Darum auch werden immer mehr Sexpuppen nach realen Vorbildern gestaltet. (JOYclub, 04.11.2019)

Mann mit Sexpuppe im Bett. (Foto: JOYclub)

Deutschland

Das Bundesgesundheitsministerium erwägt einschneidende Veränderungen beim Beruf der Heilpraktiker – inklusive einer möglichen Abschaffung der Profession. Das Rechtsgutachten thematisiert, ob sich eine etwaige, zukünftige Ausbildung zum Heilpraktiker in Dauer und Inhalt an der Ausbildung zum Mediziner orientieren müsste. Es wirft auch die Frage auf, ob und inwieweit es möglich wäre, Heilpraktiker von der Behandlung bestimmter Krankheiten auszuschließen. Das Heilpraktikergesetz von 1939 in Deutschland sieht keine Ausbildung oder staatliche Prüfung vor, sondern nur den Nachweis, dass von der betreffenden Person keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ausgeht. (NDR/Das Erste, 04.11.2019)

Die große Mehrheit aller Pflegebedürftigen in Deutschland wird zu Hause versorgt. Deren Steuererleichterungen jedoch sind gering und gleichzeitig sehr komplex. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Kosten für ein Pflegeheim mit monatlich bis zu 4.000 € sehr hoch sind. Dabei trägt die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sogar der Pflegebedürftige selbst. Ist die Rente zu knapp, müssen Verwandte in gerader Linie für die Pflegeheimkosten aufkommen, also z.B. Kinder für Eltern oder Enkel für Großeltern. Die Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können Pflegebedürftige als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung eintragen. Der Vorteil daran: Für außergewöhnliche Belastungen gibt es keine Grenze nach oben. Der Nachteil ist, dass daran bestimmte Bedingungen geknüpft sind. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 04.11.2019)

Bild: VLH

Wer sein Fieber mit Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen senkt, sollte sich danach unbedingt weiter schonen. Denn mit dem Fieber verschwindet zwar das Krankheitsgefühl, bei Überlastung drohen aber Kreislaufprobleme und sogar Herzschäden. … Ibuprofen wirkt etwas schneller, Paracetamol dafür länger. Welcher Wirkstoff der richtige ist, hängt auch von Begleiterkrankungen und den Medikamenten ab, die man sonst noch nimmt. (Apotheken Umschau, 04.11.2019)

Psoriasis ist eine chronisch-entzündlichen Hauterkrankung und nahezu eine Volkskrankheit. Typische Symptome sind rote, verdickte und schuppende Hautstellen sowie Juckreiz. Bei rund 30 % der Erkrankten entwickelt sich zusätzlich eine schmerzhafte Gelenkbeteiligung – die Psoriasis-Arthritis. (Deutscher Psoriasis Bund, 04.11.2019)

Rund 33 % aller Erwachsenen in Deutschland haben eine Fettleber. Die tritt meistens bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes auf. Eine Behandlung mit Medikamenten gibt es bisher nicht, aber trotzdem kann man eine Fettleber wieder loswerden und zwar mit einer Änderung des Lebensstils. Am besten hilft Ausdauersport gegen das Leberfett. Nach gut 30 Min. werden nämlich die Fettspeicher der Leber angezapft … Und auch die Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das Leberfett wieder loszuwerden.  (Diabetes Ratgeber, 04.11.2019)

Schlank sein, Sport machen und Salat essen: Das sind die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, denken diese zumindest. Das ergab eine Umfrage von Wunderweib.de. Durch den ständigen Vergleich mit anderen Frauen bauen Frauen selbst zu hohe Erwartungen an sich auf. Kurz gesagt: Das Aussehen stresst Frauen immer noch am meisten ! (Bauer Media Group / Wunderweib, 04.11.2019)

Infografik: Bauer Media Group, Wunderweib

Österreich

In Österreich stehen Pflanzenschutzmittel schon seit Jahren an der Spitze der Besorgnisskala, wenn es um Lebensmittel geht. Hingegen wenig Beachtung finden Krankheitserreger in Lebensmitteln, obwohl es alljährlich tausende Erkrankungen und auch Todesfälle gibt. Die Beunruhigung der Menschen hat leider oft nichts mit einem tatsächlichen Risiko zu tun. (AGES, 04.11.2019)

Infografik: APA-Auftragsgrafik / AGES

Die Ärztekammer Wien startet die Informationskampagne „Gesundheit in Lebensgefahr“, denn das Wiener Gesundheitssystem brauche mehr Geld. In der Aufklärungskampagne werden die Mängel im Wiener Gesundheitssystem sowie die Belastung der Wiener Ärzteschaft und damit auch der Patienten aufgezeigt. (Ärztekammer Wien, 04.11.2019)

Foto: MHJ

Liechtenstein

Laut der Liechtensteinischen Gesundheitsbefragung 2017 bezeichnen 87 % der Bevölkerung ihren Gesundheitszustand als gut bis sehr gut. Unabhängig von Alter und Geschlecht scheinen 78 % der Bevölkerung trainiert oder ausreichend aktiv sind. Bei der Ernährung lässt sich beobachten, dass sich Frauen mit einem Anteil von 60 % in der Kategorie “3 oder mehr Portionen Früchte/Gemüse am Tag” gesünder ernähren als Männer mit nur 44 %. Und 41 % der Liechtensteiner essen selten oder nie Fisch. Bei Fleisch- oder Wurstwaren sind es nur 6 %. (Fürstentum Liechtenstein, 04.11.2019)