Stress und Vitamin C

Wenn man sich ärgert, steigt der Blutdruck. Übrigens auch der Puls. Wissen Sie. Und dass zugleich das Stresshormon Cortisol nach oben schießt, das hat Folgen.

Das Herz oder Ihr Kreislauf mögen den momentanen Bluthochdruck noch vertragen. Aber das Stresshormon Cortisol verträgt der Körper ganz und gar nicht. Der leidet von der 1. Minute an, weil der Hauptschaden im Immunsystem angerichtet wird. Stress, besonders Dauerstress, macht krank. Mit tödlicher Sicherheit. Tödlich dürfen Sie hier ausnahmsweise wörtlich nehmen. Und

Cortisol zerstört noch dazu den Hippocampus. Ihr Gedächtnis !

Nun, was tun? Wenn man auf die liebenswürdige Hilfe der Pharmaindustrie nicht eingehen möchte? Dann wendet man sich eben an die medizinische Forschung. Erinnern Sie sich? „Die Medizin weiß“. Mein Standard-Satz. Ein Glaubensbekenntnis. Die Medizin weiß, nur wahrscheinlich Ihr Hausarzt nicht. Oder die Klinik …

Zur Stressbekämpfung hatte ich Ihnen schon mal ein paar Sätzchen zusammengeschrieben (am 15.10.2008). Erinnern Sie sich?

An der Universität Trier war man der Bedeutung von Vitamin C nachgegangen. Gibt man vor dem Stress nur 3 Mal 1 Gramm Vitamin C, dann steigt der Blutdruck weniger stark an und normalisiert sich auch schneller nach Abklingen des Stressfaktors. Ganz wichtig für alle von Ihnen, die schon an Grenzwertblutdruck leiden.

Und auch das Stresshormon Cortisol (im Speichel gemessen) steigt nach Einnahme von Vitamin C weniger stark an und klingt rascher ab als beim “ungeschützten” Menschen. Cortisol ist mir wichtig und beinahe unheimlich! Seit ich weiß, dass erhöhtes Cortisol direkt und gnadenlos Gehirnzellen abtötet. Denke ich immer über gestresste Menschen nach. Wie die dann später ihre Rente genießen sollen …

Vitamin C nicht zu nehmen, dürfte genauso schlimm sein wie täglich zu rauchen !

Die Universität Trier hat wieder ein Mosaiksteinchen zu diesem Bild beigetragen. Und jetzt wissen Sie, was ich meine mit „die Medizin weiß“. Nur, hat Ihnen schon mal jemand Vitamin C verschrieben, als Sie wegen Blutdruckkrisen vorstellig wurden. Oder wenigstens dazu geraten? Ich könnte wetten: Nicht ein einziges Mal. Vitamin C ist ein politscher Begriff …

Gehirnschrumpfung

Das Schrumpfen des Gehirns trifft jeden von uns, wenn wir nur alt genug werden. Und führt zur Demenz. Auf Deutsch: Verblödung …

Jetzt gibt’s ein Gegenmittel !

Forscher der Oxford University haben älteren Herrschaften 2 Jahre lang 3 B-Vitamine gegeben. Ihnen bekannt als Dreieck des Lebens aus B6, Folsäure und B12. Bekommt von mir praktisch jeder Patient – am liebsten gespritzt. Diese Trias senkt das Homocystein und verhindert damit, so die Oxford-Forscher, die Gehirnschrumpfung. Und zwar

um 30 %

bei normalen Menschen. Bei Patienten mit hohem Homocystein über 13 mmol/l (recht häufig) wurde die Gehirnschrumpfung verlangsamt, sogar

um 53 % , die Hälfte.

Einfache B-Vitamine also verhindern das Kaputtwerden des wichtigsten Organs, verhindern die Verblödung. ABER: Die verwendete Vitamindosis lag

4-200-fach über der empfohlenen Tagesdosis.

Die Menge der B-Vitamine war also massiv höher als von Ihrem Apotheker oder der DGE empfohlen. Ein glatter Skandal, könnte man meinen … Oder kennen die Professoren der Universität Oxford einfach nur auch zusätzlich die amerikanische Wissenschaftsliteratur, wo es u.a. heißt: “Vitamines are effective and safe.” (Zitat Univ.-Prof. Saul) Gilt halt (noch) nicht für Deutschland …

Heißhunger

Beklagen Sie mir gegenüber oft genug mit einem schüchternen Lächeln: „Herr Doktor, ich hab immer so Heißhunger auf Süßes!“ Nicht wissend, dass ich auf diesen Satz geradezu warte. Weil ich mich selbst natürlich wieder erkenne. Hatte ich auch. Viele Jahre.

Bis ich einmal ein Lehrbuch für Biochemie aufgeschlagen habe (danke, Töchterlein!). Und fand, dass dieser Heißhunger von Serotonin reguliert wird. In unserer Sprache von Tryptophan. Und das bekommen Sie rezeptfrei in jeder Apotheke. Thema erledigt.

Ja, aber wenn ich dauernd Hunger habe? Auf alles? Was dann? Da haben Sie Recht. Dann wird Tryptophan zu schwach sein. Nur: Was Sie dann tun sollten, hatte ich Ihnen bereits am 06.05.2009 mitgeteilt.  Darf ich noch einmal?

Frühstücke wie ein König, heißt es. Bedeutet: Hau rein, was geht! So hat man uns erzogen. Und so sieht Deutschland auch aus. Das fetteste Land Europas. Prof. Andrews von der Universität Melbourne hat da eine ganz andere Sicht. Ist halt ein Wissenschaftler. Der hat nämlich bewiesen dass

Zucker und andere Kohlenhydrate die Zellen zur Appetitkontrolle im Gehirn schneller sterben lassen. Die Folgen sind mehr Hunger und Übergewicht.

Er erklärt uns recht anschaulich, dass bei leerem Magen das Hormon Ghrelin dem Gehirn „Hunger“ signalisiert. Wenn dann genügend in den Magen gefüllt wurde, kommen Nervenzellen, Gehirnzellen mit dem Namen POMC ins Spiel. Sie signalisieren dann dem Körper das Sättigungsgefühl. Und genau diese Stopp-Zellen im Gehirn werden – auf dem Umweg über freie Radikale – von Zucker und Kohlenhydraten zerstört. So Prof. Andrews.

Wir in Deutschland haben dagegen Ernährungsexperten. Die uns seit über 50 Jahren mit so lustigen, wenn auch leider folgenschweren Märchen vom gehaltvollen, kohlenhydratreichen Frühstück unterhalten.

Liebe Freunde: Aufwachen !

Ketogene Ernährung

Die ketogene Ernährung ist eine für den Menschen physiologisch hochwertige Ernährungsform mit zahlreichen Vorteilen. So könnte man diesen Beitrag beginnen oder auch mit: Und Sie essen noch Kuchen?

Leider wird immer noch behauptet, dass der ketogene Stoffwechsel für den Körper eine Belastung darstellt, da ein Fastenzustand – also eine Notsituation – „vorgegaukelt“ würde.

Tatsächlich aber ist die extrem kohlenhydrat-reduzierte Ernährung unser eigentliches Ernährungsprogramm!

Millionen von Jahren lebten die Menschen als Jäger und Sammler ohne Getreide, ohne stärkehaltiges Gemüse, ohne massenhaft Obst und so weiter – bei reichlich Bewegung. Auch unsere ersten Lebensmonate leben wir physiologisch ganz in Ketose: Säuglinge verwerten so die hochwertigen Fette der Muttermilch optimal – es kommt zur Gehirnentwicklung (das Gehirnvolumen verdreifacht sich im 1. Lebensjahr !) sowie zu einer Steigerung der Immunabwehr (!!!).

Die Ketose ist also auch evolutionsbiologisch betrachtet ein völlig natürlicher Zustand!

Bei der ketogenen Ernährung verwendet der Körper zur Energiegewinnung ausschließlich Fettsäuren, die teilweise in Ketonkörper umgebaut werden. Dabei kann der Körper bis zu 4 Mal mehr Energie gewinnen, als aus der herkömmlichen Zuckerverbrennung. Das ist auch der Grund, warum viele Hochleistungssportler sich vermehrt auf die ketogene Ernährung einlassen.

Und für uns Normalbürger ? Welche Vorteile hat die ketogene Ernährung ?

  1. Verminderter oxidativer Stress durch den reduzierten Sauerstoffbedarf bei der Verbrennung von Ketonkörpern.
  2. Geringere Bildung von freien Radikalen bei Verbrennung von Ketonkörpern (sog. saubere Verbrennung).
  3. Blutzuckerspiegel und Insulinspiegel dauerhaft in der Norm und stabil.
  4. Dadurch weniger Hunger, kein Heißhunger auf Süßes und kein Ab- und kein Aufbau von Fettzellen aus einem Zuviel von Kohlenhydraten.
  5. Verbesserte Gehirnleistung (Ketonkörper liefern der Gehirnzelle 25% mehr Energie als Glukose).
  6. Ketogene Ernährung mit hochwertigen Fetten wirkt entzündungshemmend (Rheuma, Asthma etc.).
  7. Schnellere Regeneration nach Anstrengung und Sport.
  8. Hohes Energiepotential beim Training!!!

Wussten Sie das? Haben Sie das einmal schon so kompakt gelesen? Und Sie essen noch Kuchen?

Sind Dicke dümmer ?

Erinnern Sie sich noch an Univ.-Prof. Kern in Lübeck? Der uns die erstaunliche Tatsache verkündete, dass Übergewichtige häufig einen erhöhten Insulinspiegel im Blut (Insulinresistenz) hätten, aber einen verringerten Insulinspiegel im Gehirn. Und das hätte laut Univ.-Prof. Kern Folgen: Die Gehirnleistung dieser übergewichtigen Menschen sei nämlich deutlich eingeschränkt – höflich gesagt.

Frohmedizin macht aus dieser drohmedizinischen Tatsache etwas ganz anderes. Zeigt Auswege. Weckt Hoffnung. Macht Versprechungen, die – zu unser aller Überraschung – regelmäßig auch eintreffen. Erinnern Sie sich an den Bericht vom 03.01.2007? Nein? Oooooh, dann bitte hier noch einmal.

Brandneue wissenschaftliche Erkenntnis:

„Je dicker ein Mensch ist, desto geringer ist der Insulinanteil in der Gehirnflüssigkeit und desto schlechter ist ganz offensichtlich sein Denkvermögen.“

Das hat langfristige Folgen … Bereits bei leicht erhöhtem Übergewicht ist das Risiko für eine spätere Demenz um 35 % erhöht, bei einer Adipositas gar um über 70 %. Oder anders formuliert: Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor für Diabetes Typ II. Diabetiker wiederum erkranken fast zweieinhalb Mal häufiger an Alzheimer als Nicht-Diabetiker.

Und natürlich hat man auch bei den Demenzpatienten die Insulinkonzentration im Gehirn bestimmt: Sie war im Vergleich zu gesunden Menschen deutlich erniedrigt. Also:

Je geringer der Insulinanteil im Gehirn, desto stärker wird die Alzheimererkrankung.

Solche Sätze, solche Erkenntnisse, solche Fakten schieben Sie, liebe Leser, immer weit von sich. Weit weg ins hohe Alter! Doch Sie irren. Nicht nur alte Menschen sind von dieser Einschränkung der Gehirnleistung betroffen. Forscher aus Großbritannien haben festgestellt, dass bereits jüngere Diabetiker mit nur kurzer Erkrankung Einschränkungen in Wahrnehmung und Denken aufweisen. Also auch Kinder. Dicke Kinder.

Übergewicht ist kein „persönliches Wohlfühlgewicht“. Übergewicht ist keine kulturelle Einstellung, wie häufig triumphierend mit Blick auf arabische Weltbürger behauptet wird. Alle diese Ausreden interessieren Ihren Körper leider überhaupt nicht. Auch den arabischen Körper nicht:

In den Vereinigten Arabischen Emiraten leiden bereits 20 % der Bevölkerung an Diabetes – in Deutschland sind es 8 %: Nur 6,4 Millionen Mitbürger mit veränderter Gehirnfunktion, neutral ausgedrückt.

Die Physiologie ist unerbittlich. Darum … laufen Sie! Laufen ist die einzige Diät, die Sie stärker macht.