Schulmedizin aktuell am 29. Mai 2020

Europa

Die EU-Kommission bringt als eine Lehre aus der Corona-Krise ein neues europäisches Gesundheitsprogramm auf den Weg. “EU4Health” soll für die Jahre 2021-2027 mit 9,4 Mrd. € ausgestattet werden. Neben einem besseren Schutz vor grenzübergreifenden Gesundheitsgefahren soll das Programm auch die Verfügbarkeit von bezahlbaren Medikamenten und medizinischer Ausrüstung sicherstellen und die Gesundheitssysteme in der EU stärken. Nach Zustimmung der EU-Staaten und des Europäischen Parlaments könnte EU4Health am 1. Jan. 2021 anlaufen. (EU Kommission, 29.05.2020)

Deutschland

Laut WHO rauchen in Deutschland noch immer fast 14 Mio. Menschen täglich. Und wer pro Tag eine Schachtel Zigaretten raucht, gibt dafür in 5 Jahren fast 13.000 € aus, in 30 Jahren 114.000 €. (Verivox GmbH, 29.05.2020)

Im Mai 2000 hatten die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Krebsgesellschaft, Krankenkassen sowie Vertreter der Obst- und Gemüsebranche in Bonn den gemeinnützigen Verein 5 am Tag e.V. gegründet. (5 am Tag, 29.05.2020)

In Deutschland sterben jährlich über 40.000 Menschen an den Folgen einer Lungenembolie. Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs sowie HIV zusammen. Häufigste Ursache dafür ist eine Thrombose. Jährlich werden knapp über 370.000 Neuerkrankungen an Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis registriert. (Deutsche Gesellschaft für Angiologie -- Gesellschaft für Gefäßmedizin, 29.05.2020)

Infografik: Deutsche Gesellschaft für Angiologie -- Gesellschaft für Gefäßmedizin

24 % der Deutschen ist unklar, an wen sie sich bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen außerhalb der Sprechzeiten von Ärzteordinationen wenden können. (Asklepios Kliniken GmbH, 29.05.2020)

Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Azidose, also eine sehr hohe Säurebelastung, eine Corona-Infektion gleich zweifach begünstigt. Zum einen über die unmittelbare Belastung des Immunsystems, zum anderen, weil der saure pH-Wert in den Zellen die Virenvermehrung fördert. (Institut für Prävention und Ernährung, 29.05.2020)

Als Faustregel für die Selbstmedikation bei Schmerzmitteln gilt: nicht länger als drei Tage hintereinander und höchstens zehnmal im Monat einnehmen. (Bundesapothekerkammer, 29.05.2020)

Es herrscht breiter Konsens in der Wissenschaft, dass Raucher durch den Umstieg auf E-Zigaretten die Aufnahme schädlicher Substanzen um bis zu 95 % senken können. (Verband des eZigarettenhandels (VdeH), 29.05.2020)

CIDP, die chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie, ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der die Isolierschicht der Nervenfasern angegriffen wird, sich entzündet und nach und nach abgebaut wird. (CSL Behring GmbH, 29.05.2020)

Österreich

Die Forderung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus Halle nach einem patientenorientierten, qualitätsgesicherten und nicht gewinnorientierten Gesundheitssystem bestätigt auch unsere Warnung vor einer “Konzernisierung” der Gesundheitsversorgung in Österreich, die schleichend stattfindet. Im Gesundheitsbereich könnten auch nicht die gleichen wirtschaftlichen Maßstäbe angelegt werden können wie in der freien, wettbewerbsorientierten Wirtschaft, denn die qualitätsgesicherte sowie wissenschaftsorientierte medizinische Versorgung der Bevölkerung liege in der Verantwortung des Staates. (Österreichische Ärztekammer, 29.05.2020)

Die Diversität im Mikrobiom wird sich in der Zeit der Corona-Krise verringert haben und auch das Immunsystem hat weniger Training durch Sozialkontakte und Bewegung gehabt. Wenn man diese Aspekte einschränkt, dann gibt es eine veränderte Immunantwort. Daher ist es ab jetzt wichtig, wieder mehr Sozialkontakte zu haben, Sport zu treiben und die Natur zu genießen. (Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, 29.05.2020)

Österreich konnte sich 2020 im sog. Tobacco Control Scale (TCS) vom letzten Platz auf Platz 20 verbessern. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege, 29.05.2020)

In Österreich leiden rund 12.500 Patienten am Multiple Sklerose. (Roche Austria GmbH, 29.05.2020)

In Österreich ist Nikotin das Suchtmittel Nummer 1. Bis zu 25 % der Erwachsenen rauchen täglich. (Österreichische Apothekerkammer, 29.05.2020)

Schulmedizin aktuell am 23. April 2020

Europa

Europaweit wurden 2017 laut deutscher Bundesregierung rund 12,6 Mio. Versuchstiere getötet, ohne dass sie für medizinische Zwecke genutzt wurden. (ORF.at, 23.04.2020)

Die EU-Kommission begrüßt die Zustimmung des EU-Parlaments und der EU-Staaten zur Verschiebung des Inkrafttretens der neuen Medizinprodukteverordnung auf den 26. Mai 2021. Dadurch sollen die Mitgliedstaaten, Gesundheitseinrichtungen und Wirtschaftsakteure während der Corona-Krise entlastet werden. (EU Kommission, 23.04.2020)

Wissenschaftler vom Max Planck Institut sowie dänischer und isländischer Universitäten veröffentlichen eine erste Studie, in der mithilfe der Sequenzdaten des Gesamtgenoms einer Population das heutige Erbe beleuchtet wird, das aus der Kreuzung zwischen modernen und archaischen Menschen vor mehr als 50.000 Jahren entstand. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse frühere Vermutungen, dass die meisten Menschen außerhalb von Afrika ungefähr 2 % archaischer Abstammung sind, ein Ergebnis des wiederholten Kontakts und der Fortpflanzung zwischen Gruppen von Homo sapiens und verschiedenen Neandertalern. Die Ergebnisse zeigen auch unerwartet signifikante Genomfragmente des Denisova-Menschen, einer weiteren archaischen Menschenart, die sich sowohl mit Neandertalern als auch Homo sapiens fortpflanzte. (deCODE genetics, 23.04.2020)

Nach Kombination identischer und überlappender Fragmente identifizierten die Autoren mehr als 50.000 eindeutige archaische Fragmente, die etwa 38-48 % des lesbaren Genoms ausmachen. Diese enthalten fast 400.000 einbuchstabige Sequenzvarianten, die in den afrikanischen Proben fehlen. Interessanterweise identifizierten die Autoren in den isländischen Proben etwa 300 “archaische Wüsten”, in denen keinerlei archaischen Fragmente vorkamen. Diese decken ungefähr 25 % des Genoms ab, einschließlich des gesamten X-Chromosoms. (deCODE genetics, 23.04.2020)

Der Anteil des Versandhandels am Verkauf rezeptfreier Medikamente nimmt in allen Ländern zu. Dieser Effekt wird durch die Corona Krise nicht nur kurzfristig sondern auch langfristig verstärkt. (Simon-Kucher & Partners, 23.04.2020)

Deutschland

In deutschen Forschungseinrichtungen wurden 2017 fast 4 Mio. Versuchstiere gezüchtet und auch ohne wissenschaftliche Verwendung wieder getötet. Bei den getöteten Tieren handle es sich zu 85 % um Mäuse und zu 14 % um Zebrafische. Diese Zahlen wurden in Deutschland zum 1. Mal erhoben und an die EU-Kommission gemeldet. Bislang habe die deutsche Bundesregierung immer nur angegeben, wie viele Tiere für Versuche genutzt wurden. (ORF.at, 23.04.2020)

In einer Leistungsgesellschaft sind Entspannungsübungen äußerst hilfreich. Bewegung und Tageslicht, ausreichend Rückzugsmöglichkeiten sowie Zuneigung helfen immer. Doch die reichen oft nicht aus. In der Psychotherapie haben sich im Alltag 2 Entspannungstechniken besonders bewährt: Progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson sowie Autogenes Training von Johannes Schultz. Grundlage beider Techniken ist, Körper und Psyche ganzheitlich zu betrachten und sich gezielt körperlich zu entspannen. So kann man Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie chronische Schmerzen und Schlafstörungen besser in den Griff bekommen. Wichtig ist grundsätzlich, diese Entspannungsmethoden nicht im Selbststudium, sondern von einem dafür ausgebildeten Arzt, Trainer oder Psychotherapeuten zu erlernen. Kinder jedoch dürfen erst ab 8 Jahren diese Techniken erlernen. (Pro Psychotherapie, 23.04.2020)

75 % der deutschen Verbraucher haben schon einmal  nicht verschreibungspflichtige Medikamente im Internet gekauft. Damit ist Deutschland im europäischen Bereich Vorreiter. Mit 73 % sind Preisvorteile für die Mehrzahl der Konsumenten in Deutschland aktuell immer noch der Hauptgrund, rezeptfreie Medikamente online statt in der Apotheke zu kaufen. Damit ist die Preisfokussierung nach wie vor hoch. Es spielen aber auch der Komfort und die Bequemlichkeit (u.a. kein Ladenschluss) im Online-Handel eine immer wichtigere Rolle. Für 25 % der Online-Shopper macht die größere Produktauswahl im Versandhandel den Unterschied zur örtlichen Apotheke aus. (Simon-Kucher & Partners, 23.04.2020)

Besonders besorgt sind DKFZ, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft in der Corona-Krise über ausgesetzte Abklärungs- und Früherkennungsuntersuchungen. Aber auch Patienten selbst entscheiden sich häufig gegen den Arztbesuch: So kann sich eine Bugwelle an zu spät diagnostizierten Krebsfällen aufbauen. (Deutsche Krebshilfe, 23.04.2020)

Österreich

Österreichs niedergelassene Ärzte hielten trotz des Existenz bedrohenden Patientenrückgange während der Corona-Krise ihre Ordinationen offen. Die ÖÄK fordert daher Ausgleichszahlungen durch die Österreichische Gesundheitskasse. (Österreichische Ärztekammer, 23.04.2020)

Forscher der MedUni Wien konnten anhand einer Datenanalyse nachweisen, dass ein höheres Vorkommen des Gens PDK4 im Tumorgewebe der Prostata auf eine bessere Prognose hinweisen kann. So wurden Cluster von Genen identifiziert, deren Expression miteinander korreliert ist. Dabei entdeckten die Forscher, dass Patienten mit wenig STAT3 einen sehr aktiven Stoffwechsel haben. Der Stoffwechsel -- besonders die Zellatmung -- sind im Prostatakrebs viel aktiver als im gesunden Prostatagewebe. Dadurch gewinnt der Tumor zusätzliche Energie, um zu wachsen. Patienten mit wenig STAT3 weisen eine erhöhte Zellatmung auf und einen aktiveren Tumor, in dem viele neue Proteine gebildet werden. (MedUni Wien, 23.04.2020)

Interessanterweise zeigen die Analysen eine direkte Korrelation von STAT3 mit PDK4, dessen Funktion es ist, die Zellatmung zu bremsen. Da Patienten mit wenig STAT3 auch wenig PDK4 aufweisen, konnte der Beweis erbracht werden, dass PDK4 direkt von STAT3 reguliert wird. Das bedeutet, dass mit Hilfe des Vorkommens von PDK4 der Krankheitsverlauf gut prognostizierbar ist. Prostatakrebspatienten mit wenig PDK4 haben demnach eine schlechtere Prognose als Patienten mit viel PDK4. Dieses Gen spielt auch in anderen Tumoren und Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, eine wichtige Rolle. Daher ist eine Folgestudie über PDK4 geplant, um neue Anwendungsmöglichkeiten in der Therapie von Prostatakrebs zu untersuchen. (MedUni Wien, 23.04.2020)

Oberösterreichische Apotheken sind ein Garant für sichere Arzneimittel. (Apothekerkammer Oberösterreich, 23.04.2020)

Schulmedizin aktuell am 22. April 2020

Welt

Die Corona-Pandemie stellt nicht nur für die direkt an Covid-19 erkrankten Patienten eine Gefahr dar; sie gefährdet auch die weltweite Medikamentenentwicklung. Demnach sank die Zahl der im März weltweit neu in eine klinische Studie aufgenommen Patienten um 65 %, im April gar um 75 %. In den USA, wo die Hälfte aller klinischen Studien durchgeführt wird, lag der Rückgang im April bei 80 %. (Handelszeitung, 22.04.2020)

Am 24.4. ist Welt-Meningitis-Tag und Start der World Immunization Week. Meningitis ist die Entzündung der Gehirnhaut, die durch die Meningokokken–Bakterien ausgelöst wird. Die Erkrankung ist selten, aber ernst zu nehmen. Besonders davon betroffen sind Kleinkinder. Es gibt 6 Hauptgruppen, die schwerwiegende Erkrankungen auslösen können – die Meningokokken-Stämme A, B, C, W, X und Y, wobei X vor allem in Afrika vorkommt. (GlaxoSmithKline Pharma GmbH, 22.04.2020)

Infografik: GlaxoSmithKline Pharma GmbH

Meningokokken-Erkrankungen durch den Serotyp B (MenB) sind in den meisten Industrieländern die Hauptursache für lebensbedrohliche Meningitis. Eine Erkrankung mit Meningokokken B ist selten, entwickelt sich aber wie alle anderen Meningokokken-Erkrankungen schnell, auch bei zuvor gesunden Kindern und Jugendlichen. Erste Symptome der Meningokokken-Erkrankung können oft an Grippe erinnern, was die Diagnose erschwert. Etwa 10 % der Erkrankten stirbt trotz bester intensivmedizinischer Behandlung daran. Darüber hinaus können etwa 1 von 5 der Überlebenden eine schwere körperliche oder neurologische Behinderung erleiden (Amputationen, Verlust des Hörvermögens oder epileptische Anfälle). (GlaxoSmithKline Pharma GmbH, 22.04.2020)

Europa

Am 29. April 2020 ist der International Noise Awareness Day. In Zeiten der Corona-Pandemie kann die Wohnung oder das eigene schnell zur Lärmfalle werden. Damit Eltern in Ruhe zu Hause arbeiten können, nutzen die Kinder in der Regel Kopf- oder Ohrhörer, wo unversehens 95 dB und mehr erreicht werden können. Ein Xylophon erreicht in Kinderohren schnell mal den Lärmpegel eines Föns (ca. 70-80 dB), die Rassel sogar den einer Bohrmaschine (ca. 80 dB) und das Quietschentchen kann sich mit dem Lärmpegel eines Flugzeugs (ca. 130 dB) messen. Erwachsene nutzen die freie Zeit zu Hause, um Rasen zu mähen (80 dB), Laub zu saugen (90 dB) oder zum Heimwerken (Kreissäge: 100 dB, Handschleifmaschine: 90 dB). Schon 85 dB können das Gehör schädigen. (Europäische Union der Hörakustiker, 22.04.2020)

Mit 12 Forschungszentren und 27 Produktionsstätten in Europa das Herz der Impfstoff-Innovation. (Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH), 22.04.2020)

Deutschland

66 % der Deutschen bewegen sich weniger als 1 Stunde pro Tag. Und  je länger man sich nicht bewegt, desto weniger Motivation hat man, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Es geht also darum, anzufangen, denn  der Mensch ist aus Sicht der Evolutionsgeschichte an Bewegungslosigkeit und eine hohe Kalorienzufuhr nicht gewöhnt. (Protina Pharmazeutische GmbH, 22.04.2020)

Infografik: Protina Pharmazeutische GmbH

Da man heute jedoch nicht mehr vor einem Säbelzahntiger flüchten muss, heißt es Bewegung bewusst einzuplanen. Das Bewusstsein für die Dringlichkeit, sich zu bewegen, kommt auch langsam in den Köpfen an. 33 % der Deutschen geben an, sich sportlich zu betätigen. 66 % dieser aktiven Gruppe tut das, um gesund zu bleiben. 43 % wollen die Kraft und Ausdauer verbessern und für 41 % ist Sport ein Ausgleich im Alltag. (Protina Pharmazeutische GmbH, 22.04.2020)

Die Mundhöhle ist das Haupteintrittstor für das Coronavirus SARS-CoV-2. Ausschlaggebend dafür sind die im Mund befindlichen Rezeptoren, die das Virus benötigt, um in den Körper zu gelangen. In den Körperzellen vermehrt es sich dann erreicht schließlich die Lunge. Deshalb ist ein gesundes Mund-Immunsystem eine 1. Hürde für das Virus. Ein aMMP-8 Speicheltest misst in nur 5 Minuten die Gesundheit des Mund-Immunsystems und ob dort ein Gewebeabbau stattfindet. Wird Kollagen abgebaut, ist die Mundschleimhaut durchlässig für Viren und andere Krankheitserreger. (dentognostics GmbH, 22.04.2020)

Die aktuellen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland haben das Leben komplett verändert. Doch überraschender Weise empfinden 25 % der Bürger trotz Kontaktverbotes, mobilen Arbeitens und häuslicher Kinderbetreuung weniger Stress im Alltag. Dennoch spaltet ein Thema die Nation: Das ist die bundesweite Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel. 45 % sind dafür, 42 % dagegen. (Deutsche Tamoil GmbH, 22.04.2020)

Foto: Deutsche Tamoil GmbH

Österreich

Österreich ist im Arzneimittelsektor ein Niedrigpreisland und daher ein dementsprechend wenig attraktiver Absatzmarkt für Medikamente. (Österreichische Apothekerkammer, 22.04.2020)

Schweiz

Seit Wochen arbeiten verschiedene Schweizer Textilunternehmen daran, die Produktion für Schutztextilien in der Schweiz aufzubauen. Gefehlt haben bislang Qualitätsanforderungen, die vor allem Textilmasken, sog. Community-Masken, erfüllen müssen. Wie der Bund nun informierte, sollen industriell hergestellte Textilmasken den Empfehlungen der Science Task Force Covid entsprechen. (Swiss Textiles, 22.04.2020)

Schulmedizin aktuell am 18. April 2020

Europa

Die ganze Welt hofft auf therapeutische Medikamente und Impfstoffe gegen die von SARS-CoV-2 verursachte Corona-Krankheit Covid-19. Forschende Pharma- und Biotech-Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Unternehmen in den 3 Ländern decken das ganze Spektrum der Arzneimittelentwicklung gegen Covid-19 ab: 7 Firmen arbeiten an Impfstoffen. 5 Firmen erproben, ob sich gegen andere Krankheiten zugelassene oder schon weit entwickelte Medikamente auch gegen Covid-19 einsetzen lassen. 15 Firmen entwickeln neue Medikamente gegen Covid-19 und 12 Firmen tragen mit ihren Projekten dazu bei, dass andere Unternehmen Impfstoffe und therapeutische Medikamente entwickeln können. (Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa), 19.04.2020)

Infografik: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)

Deutschland

In Deutschland haben bereits 49 % der Männer und 63 % der Frauen Erfahrungen mit Homöopathie gemacht. (Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), 18.04.2020)

Infografik: Deutscher Zentralverein homöopat

Die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln erfolgte dabei zu 26 % auf Empfehlung von Schulmedizinern, zu 24 % durch Heilpraktiker und zu 21 % aus Gründen der Selbstmedikation. (Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), 18.04.2020)

Infografik: Deutscher Zentralverein homöopat

Für die Zeit nach der Corona-Krise fordert der Präsident der deutschen Bundesärztekammer ein neues Finanzierungsmodell für Krankenhäuser in Deutschland. Kliniken seien Einrichtungen der Daseinsfürsorge und keine Industriebetriebe. Krankenhäuser müssten dem Patienten dienen und nicht dem Profit. Das müsse sich laut Klaus Reinhardt ins kollektive Gedächtnis einbrennen. (Neue Westfälische (Bielefeld), 18.04.2020)

Österreich

Der Präsident des Arbeiter Samariter Bund Österreichs kritisiert die 15 Mio.  € teure “Corona”-Werbekampagne des Österreichischen Roten Kreuzes, die noch dazu aus Steuergeldern finanziert wurde. Schnabl moniert zudem, dass in der Öffentlichkeit seit Wochen der Eindruck geschürt werde, dass das Rote Kreuz in Relation zu anderen Rettungsorganisationen einen Vorsprung in seiner Expertise habe. Es sei nicht einzusehen, dass Hilfsorganisationen zum Publikum oder sogar zu Bittstellern degradiert werden, weil das Rote Kreuz quasi im Alleingang agieren könne. (Arbeiter Samariter Bund Österreichs, 18.04.2020)

Schulmedizin aktuell am 17. April 2020

Europa

Die Europäische Impfwoche ist eine Initiative der WHO und findet vom 20.-26. April 2020 statt. Unter dem Motto “Vorbeugen. Schützen. Impfen.” will die Weltgesundheitsorganisation für die Bedeutung von Impfmaßnahmen für die Prävention von Krankheiten sensibilisieren. (Stiftung Gesundheitswissen, 17.04.2020)

Deutschland

Die Bundesbürger bewegten sich in der Woche vor der betreffenden Befragung täglich 8,6 km, wobei verschiedene Faktoren die täglich zurückgelegten Distanzen beeinflussten. Einen großen Einfluss hat die Besorgtheit über das Corona-Virus: Menschen, die sich deswegen ein bisschen oder große Sorgen machen legen im Schnitt 8,1 km pro Tag zurück. Menschen, die sich “keine Sorgen” machen allerdings 12,2 km. Ein Zusammenhang ergibt sich auch mit der Lebenszufriedenheit: Zufriedene Menschen (45 %) legen täglich 29 % längere Distanzen zurück (im Schnitt über Schnitt 10 km) als Unzufriedene (7,8 km). (Gesellschaft für Innovative Marktforschung GmbH, 17.04.2020)

Zudem ergab die Analyse der Daten: Menschen, die sich als wohlhabend bezeichnen, sind deutlich mehr unterwegs, als Menschen, die sich als arm empfinden: Letztere (27 %) bewegen sich täglich durchschnittlich nur 6,2 km, die “Wohlhabenden” jedoch 10,6 km. (Gesellschaft für Innovative Marktforschung GmbH, 17.04.2020)

Immerhin 23 % der Deutschen haben Vorbehalte gegen das Impfen. Und selbst wer seinen Impfpass nach vielen Jahren mal wieder in die Hand nimmt, um zu schauen, gegen welche Krankheiten man geimpft ist oder wann die nächste Impfung empfohlen wird, hat oftmals Probleme damit, sich darin zurechtzufinden. (Stiftung Gesundheitswissen, 17.04.2020)

Während Wissenschaftler inmitten der Pandemie nach einem wirksamen (!) Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus suchen, zeigt sich in Deutschland einmal mehr, dass bewährte Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Grippe oder FSME nicht oft genug in der Prävention angewandt werden. In Deutschland gehören Schutzimpfungen seit 2007 zum Pflichtleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung. Das Masernschutzgesetz ermöglicht auch Apothekern, in Modellprojekten künftig gegen Grippe (Influenza) zu impfen, um über Ärzte nicht erreichbare Bevölkerungsgruppen zu versorgen. (ABDA, 17.04.2020)

Die Symptome von Autismus sind so unterschiedlich wie die Teile eines Puzzles. Experten sprechen dabei von der Autismus-Spektrum-Störung. Hintergrund sind komplexe Irritationen des zentralen Nervensystems, welche die Verarbeitung von Wahrnehmungen einschränken. Autisten leiden schnell unter einer Reizüberflutung z.B. durch Geräusche, Licht, Gerüche oder körperliche Nähe. Sie haben Schwierigkeiten, Emotionen zu deuten und angemessen zu reagieren. Viele Betroffene leiden unter ihrer Andersartigkeit sowie Beeinträchtigungen und benötigen oft lebenslange Unterstützung -- mitunter sogar bei Alltagsangelegenheiten. (HausArzt, 17.04.2020)

Österreich

Die generelle Maskenpflicht macht nach dem offiziellen Ende der Grippe-Saison und dem bestätigten Rückgang der Corona-Ausbreitung medizinisch keinen Sinn und kann sogar kontraproduktiv sein. Bei längerem Tragen sammeln sich darin viele Erreger, die sich bei der Feuchtigkeit und Wärme in der Maske ideal vermehren können. Dadurch sind vor allem ältere und kranke Menschen gefährdet. Die aktuelle “Zwangsmaske” gegen das Corona-Virus versinnbildlicht auch die aktuelle Bevormundung der österreichischen Bevölkerung. (Initiative für evidenzbasierte Corona Informationen, 17.04.2020)

Der ÖGKV fordert die laufende und systematische Testung von mobilen Pflegepersonen. Diese Maßnahme würde nicht nur Pflegebedürftige und Ihre Angehörigen schützen, sie würde auch die Datenlage verbessern und Quarantänemaßnahmen früher anwendbar machen. (Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, 17.04.2020)

Die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Österreichische Berufsverband der Musiktherapeuten starten ab 20.04.2020 die Initiative „lieblingslied.at“. Sie soll Menschen in Zeiten der Corona-Krise und sozialer Isolation mit Musik und Gespräch unterstützen. “Das Leben ist kein Wunschkonzert, aber manchmal spielt es dein Lieblingslied“ lautet das Motto der Initiative „lieblingslied.at“. Die Initiative will einen gesellschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise leisten und Menschen in der Isolation unterstützen. (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, 17.04.2020)