23. Januar 2020: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Der chinesische Molkereiriese Inner Mongolia Yili Industrial Group hat am Mittwoch in Davos mit den weltweiten Marktführern der Gesundheitsbranche eine Initiative für eine globale Gesundheitsökosphäre gestartet, um Gesundheit und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Im Rahmen der Initiative forderte Yili alle Partner, die an der industriellen Wertschöpfungskette der globalen Gesundheitsbranche beteiligt sind, dazu auf, sich für eine gesunde Lebensweise und gesunde Arbeitsmethoden einzusetzen, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung am Arbeitsplatz zu fördern und sich durch eine gewinnbringende Zusammenarbeit zu den Ergebnissen auszutauschen. (Inner Mongolia Yili Industrial Group, 23.01.2020)

Deutschland

Entgegen der gefühlten Angst vieler Deutscher vor unerlaubten Rückständen in Lebensmitteln, sprechen die jährlichen Ergebnisse des Nationalen Rückstandskontrollplans eine andere Sprache. Die Anzahl nicht vorschriftsmäßiger Rückstandsbefunde bleibt weiterhin sehr gering. Nie zuvor waren Lebensmittel so sicher wie heute. Die regelmäßigen behördlichen Untersuchungen zeigen jedes Jahr aufs Neue, dass die Angst der deutschen Konsumenten unbegründet ist. Vielmehr tendieren die Belastungen mit unerwünschten Stoffen bei Fleisch, Milch, Eiern oder Honig konstant gegen 0. Somit müsste ein Mensch in Deutschland sein Leben lang jeden Tag rd. 45 kg Muskelfleisch essen, d.h. um die 160 Schnitzel oder über 100 l Milch trinken, um überhaupt an relevante Schadstoffwerte heranzukommen. (Bundesverband für Tiergesundheit, 23.01.2020)

Infografik: Bundesverband für Tiergesundheit

Schlafmittel werden in Deutschland immer gefragter. Das gilt sowohl für Medikamente auf ärztliche Verschreibung (derzeit 58 %) als auch zur Selbstmedikation (39 %). Und es sind mehrheitlich Frauen, die Schlafmittel nutzen. Auf Produkte zur Selbstmedikation  greifen vor allem Personen im Alter von 40-49 Jahren (65 %) zurück, während ärztlich verordnete Schlafmittel besonders von Menschen zwischen 60 und 79 Jahren (71 %) eingenommen werden. (Aposcope, 23.01.2020)

74 % der deutschen Klinikärzte haben das Gefühl, dass die Arbeitszeiten bereits die eigene Gesundheit beeinträchtigen. Und 15 % Spitalsärzte waren durch ihre Arbeit schon einmal so stark psychisch belastet, dass sie sich in ärztliche bzw. psychotherapeutische Behandlung begeben mussten. Es ist schlichtweg ein Skandal, wie viel Arbeitskraft und Arbeitszeit mit Datenerfassung und Dokumentation vergeudet wird. (Marburger Bund, 23.01.2020)

Wenn Patienten nach Einführung der Substitution und im Hinblick auf eine wirtschaftliche Verordnungsweise der Ärzte ständig von einem Biosimilar aufs andere wechseln müssen, nur weil dadurch ein paar Euro gespart werden können, dann ist das falsch und dazu auch die Gefahr von Nocebo-Effekten einfach zu groß. (Deutsche Rheuma-Liga, 23.01.2020)

Deutschlands gesetzliche Krankenkassen geben im Jahr pro Versicherten rund 4.000 € aus. (MC.B Verlag GmbH, 23.01.2020)

Über die Hälfte der Menschen in Deutschland ist übergewichtig. Zu wenig Bewegung und falsche Ernährung sind die Hauptgründe. Die überschüssigen Pfunde belasten den Körper auch über das Gewicht hinaus: Das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Leiden steigt. (Südwestrundfunk, 23.01.2020)

Österreich

Bei übergewichtigen Frauen mit Kinderwunsch ist eine Diät ratsamer als ein Magenbypass, weil sie die Chancen einer gesunden Schwangerschaft erhöht und zudem das Risiko einer Fehlgeburt senkt. Auch die Samenqualität kann durch eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Männern wesentlich verbessert werden. Übergewichtigen Personen mit Kinderwunsch ist daher eine Ernährungsumstellung und mehr Sport sehr zu empfehlen. Schwangere Magenbypass-Patientinnen übrigens können ihrem ungeborenen Kind nicht genug Nahrung zuführen. (Wunschbaby Institut Feichtinger, 23.01.2020)

Liechtenstein

Die Regierung Liechtensteins hat eine Abänderungen der Krankenversicherungsverordnung beschlossen. Der Leistungskatalog für den Bereich Pflege und die zugehörigen Bestimmungen der Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung werden dazu grundlegend modernisiert. Bestimmte Leistungen im Zusammenhang mit Fehlgeburten werden von der Kostenbeteiligung befreit. Bei einigen weiteren Leistungen erfolgen Anpassungen an die Schweiz. Das Geburtsgebrechen Spina bifida wird auf die Liste der Indikationen mit Befreiung von der Kostenbeteiligung für chronisch Kranke aufgenommen, und zwar unter der Voraussetzung einer Invalidisierung von mindestens 30 %. (Fürstentum Liechtenstein)

Schweiz

Swissmedic erteilt Zulassung für den PD-1-Inhibitor Pembrolizumab in Kombination mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Axitinib zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms. Pembrolizumab ist der erste PD-1-Inhibitor, der als Teil einer Kombinationstherapie zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms über alle IMDC-Risikogruppen hinweg in der Schweiz zugelassen ist. Die Zulassung basiert auf den Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie Keynote-426.2 Diese zeigten bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom unter der Kombinationstherapie aus Pembrolizumab und Axitinib im Vergleich zu Sunitinib ein um 47% reduziertes Sterberisiko (HR = 0,53 [95 %-KI: 0,38-0,74]; p = 0,00005). Für die Pembrolizumab-Axitinib-Kombination konnte zudem im Vergleich zu Sunitinib eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (Progression-free Survival, PFS) gezeigt werden, mit einer Verminderung des Progressions- oder Sterberisikos von 31 % gegenüber Sunitinib (HR = 0,69 [95 %-KI: 0,57-0,84]; p = 0,00012). Des weiteren war die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR) bei den mit Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib behandelten Patienten mit 59 % (95 %-KI: 54-64) höher als im Sunitinib-Behandlungsarm mit 36% (95 %-KI: 31-40) (p < 0,0001). (Merck Sharp & Dohme AG, 23.01.2020)

22. Januar 2020: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

Das Ansehen des Pflegeberufes in Deutschland ist beschädigt und das spüren gerade die Arbeitgeber, die darum die Rekrutierung anders machen und händeringend Pflegekräfte suchen. Derzeit sind sind 3,4 Mio. Deutsche pflegebedürftig und werden von 1,6 Mio. Alten- oder Krankenpflegern gepflegt. Rund 40.000 Stellen sind aktuell unbesetzt. (Tertianum Care, 22.01.2020)

Infografik: Tertianum Care

Nur noch 52 % der Deutschen haben sehr großes bis großes Vertrauen in Krankenhausbehandlungen. (Südwestrundfunk, 22.01.2020)

Folgende Symptome sprechen für eine beginnende Demenz: Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, Probleme bei alltäglichen Aufgaben, Abnehmende Aktivität, Zeitliche und räumliche Orientierungslosigkeit, Persönlichkeitsveränderungen, Sprachliche Schwierigkeiten sowie ein ungepflegtes Erscheinungsbild. (Verband Pflegehilfe GmbH, 22.01.2020)

Infografik: Verband Pflegehilfe GmbH

In Krankenhäusern wurden bei der Antibiotika-Gabe verschiedene Probleme beobachtet. Ein Beispiel: Vor einer Operation ist es üblich, ausgewählte Antibiotika zu geben. Nach Expertenschätzungen entfallen auf diese perioperative Gabe rund 10 % aller Antibiotika-Gaben im Krankenhaus. Die Einmal-Gabe würde zumeist ausreichen. Dennoch passiert es immer wieder, dass die Antibiotika aus falsch verstandener Vorsicht länger verabreicht werden. Das wiederum fördert die Entwicklung von Resistenzen und zudem die Infektion des operierten Patienten mit dem “Problemkeim” Clostridoides. (ABDA, 22.01.2020)

Während eine Erkältung nach ein paar Tagen abgeklungen ist, hält sich Nagelpilz hartnäckig. Die Infektion bedarf einer langen und regelmäßigen Behandlung. Erst wenn der betroffene Nagel einmal komplett gesund nachgewachsen ist, kann von Heilung gesprochen werden. Fingernägel brauchen eine Therapie von 6-9 Monaten, Fußnägel sogar von 9-12 Monaten. Die wachsen nämlich langsamer. (Almirall Hermal GmbH, 22.01.2020)

Die abakterielle Prostatitis ist ein noch immer weitgehend unbekanntes Gesundheitsproblem bei Männern. Zu den typischen Beschwerden zählen Schmerzen und Druck im unteren Becken, Probleme beim Sex sowie beim Wasserlassen und diffuse Beschwerden von Rückenschmerzen bis hin zur psychischen Verstimmung. Während die Vergrößerung der Prostata vor allem ältere Männer betrifft, sind es bei der entzündlichen Prostatitis insbesondere jüngere Männer, deren Lebensqualität durch die Beschwerden deutlich eingeschränkt wird. (Ifemedi, 22.01.2020)

Die Mehrheit der Medikamentenversorger in Deutschland will, dass Rabattverträge mit zumindest 3 Herstellern abgeschlossen werden, die ihre Wirkstoffe aus mindestens 2 Quellen beziehen. (Pro Generika, 22.01.2020)

Die Züge von Deutscher Bahn und Flixtrain sind morgens sauberer als abends. Demnach am stärksten verkeimt sind Sitze und Kopfstützen, wohingegen die Klapptische und die Toiletten-Türklinken sauberer sind als vermutet. Die Züge, die abends fuhren, waren sogar mehr als viermal so stark belastet wie die Züge, die morgens fuhren. Warum Kopfstützen und Sitzflächen jeweils am stärksten verunreinigt waren, erklärt sich dadurch, dass die Polsterflächen in den Zügen nach Angaben beider Unternehmen nicht täglich gereinigt werden, sondern nur im Rahmen größerer Zwischen- oder Grundreinigungen, die lediglich alle paar Wochen stattfinden. (Travelbook, 22.01.2020)

Höhere Preise für besseres Fleisch und mehr Tierwohl ? Wie realistisch ist der Vorstoß von Bundesministerin Klöckner ? (Südwestrundfunk, 22.01.2020)

Für 64 % der Deutschen kommt eine Tätowierung nicht in Frage. (Apotheken Umschau, 22.01.2020)

Wer vor dem 35. Lebensjahr einmal pro Monat Solarien nutzt, erhöht laut WHO sein Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken um 60 %. (ARGE Dermatologische Prävention, 22.01.2020)

Österreich

Österreichweit leiden etwa 600.000 Menschen an Diabetes Typ 2. Zu dessen Behandlung werden zahlreiche Medikamente und unter anderem auch Insulin eingesetzt, ohne dass auf die unverzichtbare Adaptierung des Lebensstils ausreichend geachtet wird. Würden die allseits beschworenen Spielregeln der Behandlung des Diabetes Typ 2 von allen Beteiligten eingehalten und eingefordert, könnte der angestrebte therapeutische Bereich bezüglich Gewicht, Zucker- und Fettstoffwechsel von den meisten PatientInnen erreicht und zudem, mit Ausnahme von Metformin und DPP-4-Hemmern, auf die zusätzliche Gabe einer Vielzahl von Antidiabetika verzichtet werden. (MedUni Wien/PID der Stadt Wien, 22.01.2020)

Die Änderung der Lebensgewohnheiten führte dazu, dass die Patienten bei ihrer Entlassung, mit Ausnahme von Metformin und DPP4-Hemmern zur Gänze auf die Einnahme zusätzlicher Antidiabetika verzichten und selbst jene, die Insulin benötigten, ihre tägliche Dosis im Schnitt um 39 % reduzieren konnten. Diese Befunde legen nahe, dass eine Umstellung des Lebensstils der Verschreibung einer Vielzahl zusätzlicher Antidiabetika vorzuziehen ist und sogar überlegen sein dürfte. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass das Problem des Typ-2-Diabetes-mellitus ohne eine Lebensstiländerung nicht bei der Wurzel gepackt und deshalb nicht gelöst werden kann. Zudem hatte sich zum Zeitpunkt der Entlassung der PatientInnen der das Blutzuckerverhalten über etwa 2 Monate dokumentierende HbA1c-Wert im Schnitt um 7 %, der Blutdruck um 10 % sowie der Body-Mass-Index und Bauchumfang um jeweils 3 % verbessert bzw. verringert. (MedUni Wien/PID der Stadt Wien, 22.01.2020)

Die Organisationen Sozialwirtschaft Österreich, Bundesverband Lebenswelt Heim, Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, AK Wien sowie ÖGB ARGE FGV für Gesundheit & Sozialberufe präsentierten bei einer Pressekonferenz 5 Forderungen für eine dringend notwendige Pflegereform. Diese sollte in einem strukturierten Prozess unter Einbindung der relevanten Stakeholder und Experten erarbeitet werden. Neben Sofortmaßnahmen sei auch eine Personalaufstockung um 20 % quer über alle Bundesländer, Bereiche und Institutionen, sowie eine Ausweitung von Ausbildungsplätzen in allen Bundesländern nötig. (Bundesverband Lebenswelt Heim, 22.01.2020)

Pressekonferenz der Motiv.Allianz.Pflege Österreich. (Foto: Lebenswelt Heim)

Die Österreichische Ärztekammer fordert die rasche Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin in Österreich. Das Fachgebiet des Allgemeinmediziners sollte alle bisherigen Tätigkeiten sowie die intensive Betreuung in der Familien- und Sozialmedizin umfassen. (Österreichische Ärztekammer, 22.01.2020)

21. Januar 2020: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

45 % der Bevölkerung in der sog. D-A-CH-Region betreiben intensiv eine oder mehrere Sportarten. Studien belegen, dass die Sportausübung auch zunehmend zum zentralen Kriterium für die Wahl des Urlaubsortes wird. Als solcher muss man die Zielgruppe und ihre Sportart genau verstehen, um sie als Gäste nachhaltig zu gewinnen. Sport als nur nettes Nebengeräusch im Urlaub funktioniert auf Dauer nicht. Die Angebote müssen ausdifferenziert und in die Tiefe gedacht werden. (Sport.Tourismus.Forum 2020, 21.01.2020)

Deutschland

Laut Schätzungen von Experten starben in den letzten Jahren in Deutschland pro Jahr 10.000 Menschen an den Folgen einer Grippe. Und auch wenn der Impfstoff gegen Influenza nicht jedes Jahr gleich effektiv ist, so lassen sich dennoch mit keiner anderen Impfung in Deutschland so viele Menschenleben retten wie mit der Grippeschutzimpfung. Weiters ließen sich dadurch rund 1.000 Krankenhausaufnahmen pro Jahr vermeiden. Influenza-bedingte Arztbesuche gehen jedes Jahr in die Millionen. (ABDA, 21.01.2020)

Obwohl fast immer durch Viren verursacht, werden bei Erkältungskrankheiten nach wie vor zu oft Antibiotika eingesetzt. Diese wirken aber nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bei Atemwegsinfekten ist die ärztliche Empfehlung bzw. Verordnung eines pflanzlichen Erkältungspräparates kurz nach der Diagnose mit einem 3-mal selteneren Einsatz von Antibiotika im weiteren Krankheitsverlauf verbunden. Wer also pflanzliche Erkältungsmittel einnimmt, braucht weniger Antibiotika ! So können z.B. die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich wegen ihrer Wirkung gegen Viren und Bakterien sowie ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften bei akuten Atemwegsinfektionen eingesetzt werden. (Cramer-Gesundheit-Consulting GmbH, 21.01.2020)

Es ist für Patienten in Deutschland weiterhin eine große Herausforderung, einen erfahrenen, Cannabis verordnenden Arzt zu finden. (Cannamedical Pharma GmbH, 21.01.2020)

Beiratsmitglieder der Cannamedical Pharma GmbH. (Foto: Cannamedical Pharma GmbH)

Wichtig ist, morgens vor dem Frühstück zuerst 2 Gläser Wasser zu trinken. Denn nachts verliert der Körper durch Schwitzen viel Flüssigkeit. Dann gehören zu einem gesunden Frühstück gute Fette und Eiweiß und wenig Kohlenhydrate. Also eben kein belegtes Weißbrot oder das klassische Brötchen mit Marmelade. (Apotheken Umschau, 21.01.2020)

Mehl, Wasser, Salz und Hefe: Nur 4 Grundzutaten braucht es für ein gutes deutsches Brot. Daraus backen Bäcker in Deutschland rund 3.200 verschiedene Brote. Diese einzigartige Vielfalt macht die deutsche Brotkultur zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch mittlerweile kaufen die Deutschen rund 66 % aller Brote nicht mehr beim Bäcker, sondern in Supermärkten und Discountern. Mit preiswertem und frisch aufgebackenem Brot zu jeder Tageszeit zielen die Backstationen auf die Bequemlichkeit der Kunden. Und das hat Folgen. Die Branche steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Bäcker müssten sich spezialisieren und ihre Nische suchen. Denn auch das Brot aus dem Supermarkt sei inzwischen qualitativ nicht zu beanstanden. (ZDF, 21.01.2020)

Österreich

Benigne Prostatahyperplasie lautet die medizinische Bezeichnung für eine gutartige Vergrößerung der Prostata, an der mit zunehmendem Alter fast alle Männer leiden. Die Folge können zahlreiche nächtliche Toilettenbesuche, Erschöpfungszustände bzw. Stimmungsschwankungen sein. Doch Männern mit vergrößerter Prostata steht jetzt mit der Rezum-Wasserdampfablation ein neues minmal-invasives Verfahren zur Verfügung. Dabei wird vom Arzt über die Harnröhre ein feines Gerät mit integrierter Kamera eingeführt und überschüssiges Prostatagewebe gezielt mit heißem Wasserdampf reduziert. (Privatklinik Confraternität, 21.01.2020)

Medizin Medien Austria hat die Fachzeitschrift “Medical Tribune Österreich” wieder auf Hochformat umgestellt und mit Patricia Herzberger eine neue Chefredakteurin installiert. (Medizin Medien Austria GmbH, 21.01.2020)

Die Redaktionsmannschaft der Medical Tribune Österreich. (Foto: Medizin Medien Austria GmbH)

Liechtenstein

Ein höheres Lebensalter ist oft mit Multimorbidität, also dem gleichzeitigen Auftreten von mehreren chronischen Krankheiten, verbunden. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für eine tägliche Behandlung mit unterschiedlichen Medikamenten in teilweise hoher Zahl. Nebst der Multimorbidität im Alter dürften aber auch die wachsende Dichte an zunehmend spezialisierten Ärzten und die entsprechend häufigen Arztkonsultationen sowie die zunehmend auf Kombinationstherapien ausgerichteten Behandlungsleitlinien ihren Beitrag zur so genannten Polymedikation leisten. Mit zunehmender Zahl verordneter Medikamente steigt das Risiko für Einnahmefehler und mangelnde Therapietreue, Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten und unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Außerdem erhöht gemäß Untersuchungen ein gesteigerter Umfang der Medikation das Risiko eines Spitalaufenthalts. Arzneimittelinteraktionen spielen als Risikofaktoren für unerwünschte Wirkungen eine wesentliche Rolle und sind in vielen Fällen vermeidbar. (Fürstentum Liechtenstein, 21.01.2020)

Die Anzahl möglicher Wechselwirkungen zwischen Medikamenten steigt überproportional mit der Anzahl angewendeter Medikamente an. Bei der Prüfung auf Wechselwirkungen sind daher Datenbanken erforderlich, in denen die Daten systematisch hinterlegt und abgerufen werden können. Das Ministerium für Gesellschaft hat die Verabreichung von Medikamenten in der ambulanten und stationären Pflege in Liechtenstein im Rahmen einer Studie erheben lassen. Dabei wurde die Medikation von 535 Patienten dokumentiert und hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen überprüft. Mit durchschnittlich 8 täglich eingenommenen Wirkstoffen entspricht der Umfang der täglich verordneten Medikamente demjenigen anderer europäischer Länder. Der Anteil der Patienten mit täglich 10 oder mehr verordneten Medikamenten erscheint bei pflegebedürftigen Patienten im Fürstentum mit 33 % allerdings vergleichsweise hoch. Spezielles Augenmerk wurde auch auf die häufige Verschreibung von Psychopharmaka gelegt, da sie in der Fachliteratur mit einem erhöhten Risiko für das potentielle Auftreten schwer wiegender Wechselwirkungen verbunden werden. Ebenfalls analysiert wurde die Verabreichung von Medikamenten, die potenziell nicht für ältere Personen geeignet sind. Dabei zeigte sich, dass derartige Medikamente in Liechtenstein häufig verschrieben werden. (Fürstentum Liechtenstein, 21.01.2020)

20. Januar 2020: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Der ungehemmte Zustrom von Fremdkapital in die Zahnmedizin muss in Europa beendet werden, um weiterhin einen wirksamen Patientenschutz zu gewährleisten. Junge Zahnärztinnen und Zahnärzte dürften niemals unter Druck geraten, Leistungen am Patienten zu erbringen, die nicht medizinisch angezeigt sind. Die Skandale um fremdkapitalfinanzierte Zahnarztketten in Spanien, England und Frankreich sollten der Politik als Warnsignal dienen. In Frankreich und Spanien hatten diese Ketten von Patienten zum Teil hohe Vorauszahlungen kassiert und waren dann zahlungsunfähig geworden. In einigen Fällen musste der Staat mit Entschädigungszahlungen einspringen. Darüber hinaus ist es schwer erträglich, dass über 75 % der Fremdkapitalgeber ihren steuerlichen Sitz in Steueroasen wie den Cayman Islands haben, während die normale Zahnarztpraxis natürlich in Deutschland steuerpflichtig ist. (Bundeszahnärztekammer, 20.01.2020)

Deutschland

Die Homöopathie polarisiert: Auf der einen Seite sind begeisterte Patientinnen und Patienten mit ihren homöopathischen Ärztinnen und Ärzten, auf der anderen Seite eine große Zahl von Expertinnen und Experten, die die Homöopathie aus dem Angebot der Krankenkassen streichen wollen. Umstritten ist die Homöopathie schon seit Samuel Hahnemann diese Therapieform vor rund 200 Jahren begründet hat. Derzeit erlebt man aber eine Zuspitzung der Auseinandersetzung. (SWR – Das Erste, 20.01.2020)

Foto: SWR

Die Bundeszahnärztekammer fordert von der Politik das Aufkaufen von Zahnarztpraxen durch Fremdkapitalgeber wie z.B. Private-Equity-Fonds zu stoppen. (Zahn-)Medizin ist kein Anlage-Investment. Deutschland hat eines der besten zahnmedizinischen Versorgungssysteme der Welt, das auf diesem Wege nachhaltig beschädigt werden kann. (Bundeszahnärztekammer, 20.01.2020)

Die Patienten sollen auch in Zukunft ihre Apotheke frei wählen können – ohne Zuweisung durch Ärzte, Krankenkassen oder andere interessierte Kreise. Deshalb ist ein “Makelverbot” für elektronische Verordnungen dringend notwendig. Das im VOASG vorgesehene Zuweisungsverbot auch für elektronische Verschreibungen muss daher nicht nur möglichst schnell gesetzlich verankert werden. Es muss zudem aufgrund rechtstatsächlicher Entwicklungen erweitert werden. Schon heute versuchen interessierte Kreise, an der Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken wirtschaftlich zu profitieren – ohne die Interessen der Patienten zu berücksichtigen. Unzulässige Geschäftsmodelle werden mit dem elektronischen Rezept noch schwieriger aufzudecken sein, da dessen Weg auf der Datenautobahn kaum verfolgbar ist. (ABDA, 20.01.2020)

Bisher führen erst wenige Mediziner in Deutschland Videosprechstunden durch. Ein Register gibt es dafür noch nicht. Patienten können bei ihrem Arzt nachfragen, ob er den Service anbietet. Die Kosten für Videosprechstunden trägt im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung die Kasse. Privatpatienten sollten mit ihrer Versicherung klären, ob diese zahlt. Bei Angeboten aus dem Internet sollte man genau schauen, ob sie seriös sind. Am besten erkundigt man sich vorher bei der Krankenkasse danach und fragt zudem, ob sie die Kosten übernimmt. (Apotheken Umschau, 20.01.2020)

Österreich

Wer lange gesund leben möchte, sollte zusätzlich zu einem gesunden Lebensstil, auch die seelische Komponente beachten: nicht alles so ernst nehmen, das Positive hervorheben und nicht so sehr das Negative im Leben herausstreichen oder mit Gram zurückschauen und die Lebenszeit auch genießen sowie soziale Kontakte mit Familie und Freunden pflegen. (MedUni Wien, 20.01.2020)

Dank präziser Früherkennung und Diagnose sowie innovativer Behandlungsansätze wandeln sich Tumore zunehmend von tödlichen zu chronischen Erkrankungen. Dies gilt auch für bestimmte Karzinome in der Lunge. (Krankenhaus Nord – Klinik Floridsdorf, 20.01.2020)

17. Januar 2020: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Der 3. Montag im Januar, 2020 also der 20. Januar, ist der deprimierendste Tag des Jahres. Der Psychologen Cliff Arnall von der Universität Cardiff ist der „Entdecker“ des sog. Blue Mondays und hat diesen vor 15 Jahren für Sky Travel erfunden. Er berechnete den schlimmsten Tag des Jahres mit einer Formel, die die Variablen “gebrochene Vorsätze”, “Wetter und Temperaturen” sowie “Schulden nach Weihnachten” beinhalten. An solchen Tagen kommt es vor, dass man in tiefsinnigen Gedanken über sein Leben versinkt. (ProntoPro, 17.01.2020)

Das ”Handbuch Alkohol – Österreich” wird seit 1999 in regelmäßigen Abständen vom Gesundheitsministerium veröffentlicht und hat sich seither zu einem Standardnachschlagewerk für unterschiedliche alkoholspezifische Fragestellungen in Österreich entwickelt. Die Publikation bietet detaillierte Hintergrundinformationen und aktuelle Daten zur Alkoholpolitik in Europa und in Österreich sowie zu alkoholspezifischen Entwicklungen in Bezug auf Alkoholkonsum und -missbrauch, Prävention und Therapie, Jugendschutz, Alkohol im Straßenverkehr, Alkohol am Arbeitsplatz, Alkohol als Wirtschaftsfaktor und alkoholspezifischen gesetzlichen Rahmenbedingungen. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, 17.01.2020)

Deutschland

60 % der Deutschen fühlen sich gestresst, 25 % sogar häufig. Der Organismus braucht aber genügend Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Die stecken aber nicht alle in Gummibärchen und Weißmehlbrötchen. Besonders wichtig ist Magnesium. Magnesium ist neben Kalium der zweithäufigste Mineralstoff in den Körperzellen und oft viel zu wenig vorhanden. Dabei ist Magnesium gerade in anstrengenden Zeiten für den Körper unentbehrlich, denn es spielt nicht nur eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, sondern reduziert auch die Freisetzung von Stresshormonen und wirkt stressbedingten Verspannungen entgegen. Bei einer Unterversorgung mit Magnesium ist deshalb eine verminderte Stressresistenz die unvermeidliche Folge. Magnesium ist im Körper außerdem für die Aktivierung von Vitamin B6 verantwortlich. Die B-Vitamine werden auch als “Nervenvitamine” bezeichnet, da sie zu einer normalen Funktion des Nervensystems und des Energiestoffwechsels beitragen. Zusammen mit Magnesium leisten B-Vitamine daher einen wichtigen Beitrag zur Stressbewältigung. (Protina Pharmazeutische GmbH, 17.01.2020)

Die elektronische Gesundheitskarte in Deutschland ist nicht nur ein Plastikkärtchen, mit dem der Versicherte zum Arzt gehen kann. So enthält jede Karte die persönlichen Stammdaten wie Name, Anschrift und die lebenslang gültige Versicherungsnummer. Ändern sich diese Daten, dann gelangt z.B. die neue Adresse automatisch auf die Chipkarte, wenn diese beim nächsten Arztbesuch eingelesen und mit den Daten der Krankenkasse abgeglichen wird. Die Karte ist nicht nur bundesweit gültig, sondern gleichzeitig auch die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card, kurz: EHIC). Die EHIC ist in allen Staaten der europäischen Union gültig und darüber hinaus in Island, Liechtenstein, Norwegen sowie der Schweiz. (BKK Mobil Oil, 17.01.2020)

Alle elektronischen Gesundheitskarten sind onlinefähig. Mittels einer Telematikinfrastruktur wird die Verwaltungssoftware von Krankenkassen, Krankenhäusern und Arztpraxen miteinander vernetzt. Die eGK erleichtert den elektronischen Datenaustausch und dient dabei als “Eintrittskarte” für Services wie die ePA (elektronische Patientenakte), die eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) oder den eMP (elektronischer Medikamentenplan). Zu den speziellen Anwendungen auf der eGK werden zum Beispiel Notfalldaten gehören, sofern der Patient seine Zustimmung hierzu erteilt hat. Sind diese Angaben auf der eGK hinterlegt, haben Ärzte auch die Möglichkeit, Angaben zu chronischen Erkrankungen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten oder Allergien einzusehen. (BKK Mobil Oil, 17.01.2020)

Vor allem chronisch Kranke profitieren von der Stärkung des Immunsystems: Herzpatienten, Diabetikern und Menschen mit Nieren-, Leber- oder Atemwegserkrankungen sowie Autoimmunkrankheiten wie Rheuma wird empfohlen, sich gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) und jährlich gegen Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Für sie wären eine Erkrankung und deren Folgen besonders riskant. (HausArzt, 17.01.2020)

Welche Schlafposition für chronisch Kranke optimal ist, hängt vom jeweiligen Leiden ab. Wer auf der rechten Seite schläft, entlastet das Herz. Reflux-Betroffene, Schnarcher oder Menschen mit Atemwegserkrankungen tun sich oft mit etwas erhöhtem Oberkörper leichter. Ein aufgestellter Fußteil dagegen begünstigt den Blutrückfluss und kann Druck von der Blase nehmen. (Senioren Ratgeber, 17.01.2020)

Essstörungen galten lange als Frauenkrankheit, doch mindestens 10 % der Betroffenen sind männlich. (ZDF, 17.01.2020)

Österreich

Die eingeschränkte Eierstockfunktion stellt zumeist den limitierenden Faktor für die Erfüllung des Kinderwunsches im fortgeschrittenen reproduktiven Alter dar. Wachstumsfaktoren aus dem körpereigenen Blut könnten die im Eierstock verbliebenen Eizellen in ihrem Wachstum unterstützen und so neue Chancen für eine Schwangerschaft eröffnen. Vorläufige wissenschaftliche Ergebnisse erscheinen vielversprechend. (Dr. Andrea Weghofer, 17.01.2020)

Jubiläum “10 Jahre Kunderwunschzentrum Döbling” u.a. mit Dr. Andrea Weghofer. (Foto: PremiQaMed Group)

Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen kann bei Männern die hormonellen, genetischen und immunologischen Abläufe regeln und so die Fruchtbarkeit fördern. (Kinderwunschzentrum Döbling, 17.01.2020)