12. Juni 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Wer in den Sommerferien ins Ausland reist, sollte dies auf keinen Fall ohne Auslandskrankenversicherung tun. Zwar übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse die Behandlungskosten in den Ländern, mit denen das Heimatland ein Sozialversicherungsabkommen hat. Sie leistet allerdings nur bis zu der Höhe, die gesetzlich Versicherten in ihrer Heimat zusteht, und bezahlt vor allen Dingen niemals einen Krankenrücktransport. Und der kann sehr teuer werden. (Dr-Walter Versicherungsmakler GmbH, 12.06.2019)

Deutschland

82 % der deutschen Frauen haben noch nie Botox verwendet und möchten es auch nicht tun. Nur 6 % haben das bekannte Nervengift Botulinumtoxin ausprobiert, wobei es 4 % auch weiterempfehlen würden. Die Damen, die diese Prozedur in Anspruch nehmen, werden zwar immer jünger, die Mimik jedoch immer starrer. Offenbar wirkt das abschreckend. (QVC Deutschland, 12.06.2019)

Infografik: QVC Deutschland

Fast ein Drittel der Deutschen leidet an einer Fructosemalabsorption. Das heißt, sie können den in den Lebensmitteln enthaltene Fruchtzucker wegen einer “Funktionsstörung” im Dünndarm nicht richtig aufnehmen. Die Folge: fructosebedingte Verdauungsbeschwerden. Doch nicht nur in Obst und Honig ist viel Fruchtzucker enthalten, sondern auch industriell hergestellte Lebensmittel, wie Ketchup, Grillsoßen und Salatdressings. (Stada Arzneimittel AG, 12.06.2019)

Kortison-Präparate haben zwar einen schlechten Ruf, ihr kurzzeitiger Einsatz ist aber nicht nur unproblematisch, sondern sogar ein hervorragender Wirkstoff, der sehr schnell Entzündungen reduziert und Schmerzen lindern kann.  Kortison wird in der Medizin als nach wie vor unverzichtbar angesehen, da es die Lebensqualität beträchtlich steigern und sogar Leben retten kann. (Apotheken Umschau, 12.06.2019)

Österreich

Das Wissen, unter welchen Bedingungen UV-Strahlen Augen schaden, ist in der Bevölkerung lückenhaft. Dramatisch gesagt: 97 % der Kinder tragen nicht regelmäßig eine Sonnenbrille – ihre Eltern aber schon. Dabei lassen die Augen von Kindern unter 10 Jahren 75 % der UV-B-Strahlen durch. Ab 25 Jahren sind es nur mehr 10 %. Es ist folglich kein Wunder, dass 23 % der lebenslangen UV-Belastung bis zum 18. Lebensjahr das Auge erreicht. Bei seitlichem Lichteinfall wird noch dazu die Strahlung durch die Hornhaut und Linse bis zu 20-Fachen verstärkt.  (Bundesinnung der Augenoptiker, 12.06.2019)

Expertengipfel “Gutes Licht – Böses Licht” u.a. mit Bundesinnungsmeister Markus Gschweidl. (Foto: Bundesinnung FG Gesundheitsberufe, Augenoptik Optometrie / APA-Fotoservice / Rastegar)

Natürlich muss man die empfindliche Haut von Kindern besonders schützen. Aber weißer Hautkrebs tritt im Alter besonders häufig auf, da er Folge der kumulativen Sonneneinwirkung ist. Bei 80-Jährigen kommt weißer Hautkrebs 4 Mal so häufig vor wie bei 40-Jährigen. Dabei schützen Sonnencremes nur bedingt. Der beste Schutz ist entweder mechanisch (z.B. ein Sonnenhut) oder eine Reduzierung der Sonnenstunden. (Ordensklinikum Linz Elisabethinen, 12.06.2019)

Künstliche Intelligenz ist dem Menschen bei der Diagnose von pigmentierten Hautveränderungen wie Muttermalen und Melanomen überlegen. (MedUni Wien, 12.06.2019)

Mit der Reiseapotheke auf Urlaub fahren: Welche Arzneimittel gehören ins Urlaubsgepäck? Apothekerinnen und Apotheker wissen es. (Österreichische Apothekerkammer, 12.06.2019)

SMBS lanciert Kurzstudium und MBA für Health Care Manager: Zugeschnitten auf die wirtschaftlichen Anforderungen im gesundheitspolitischen Versorgungsgedanken hat die Business School der Universität Salzburg (SMBS) in Kooperation mit dem Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VDK) und dem Arbeitskreis der Krankenhausleitungen Psychiatrischer Kliniken (AKP) ein bewährtes modulares Ausbildungssystem für Führungskräfte im Gesundheitswesen entwickelt. Titel und Zeugnisse der Programme werden von der Universität Salzburg verliehen, die Alleingesellschafterin der SMBS ist. (University of Salzburg Business School, 12.06.2019)

Schweiz

Weil seit dem 01.09.2017 bei der herkömmlichen In-vitro-Fertilisation neu bis zu 12 Embryonen (statt nur 3) entwickelt werden dürfen, hat sich in nur einem Jahr die Zahl der entwickelten Embryonen um 41 % erhöht. Die Zahl der vernichteten Embryonen hat sich mehr als verdoppelt, jene der tiefgefrorenen Embryonen stieg um den Faktor 19. (Human Life International Schweiz, 12.06.2019)

Infografik: HLI Schweiz

4. Juni 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

Jeder 5. Deutsche ist von chronischen Schmerzen betroffen. Dennoch sind viele Schmerzpatienten in Deutschland noch immer unterversorgt und müssen unnötigerweise leiden. Schmerz ist die normale, vorhersehbare physiologische Antwort auf einen Reiz durch eine Verletzung und kann mehrere Ursachen haben. Am häufigsten sind Schmerzen am Bewegungsapparat, Rücken oder im Kopf- und Nackenbereich. Der akute Schmerz kann einfach lokalisiert werden, seine Intensität korreliert mit der Schwere des Reizes. Dauert der Schmerz jedoch 6 Monate an, gilt er als chronisch und ist zumeist schwerer zu behandeln. Im Gegensatz zu akutem Schmerz hat der chronische Schmerz keine schützende oder warnende Funktion mehr, sondern wird als eine eigenständige Erkrankung angesehen. (Aristo Pharma GmbH, 04.06.2019)

Die deutsche Medizintechnikindustrie durchbricht zum 1. Mal die Schallmauer von 30 Mrd. € Umsatz im Jahr. Bei einer Exportquote von rund 65 % ist das Auslandsgeschäft von zentraler Bedeutung für die Hersteller. Prognosen gehen davon aus, dass die Medizintechnikfirmen im Jahr 2028 allein mit digitalen Produkten und Dienstleistungen einen Umsatz von 15 Mrd. € erzielen. Derzeit sind es noch 3,3 Mrd. €. (Industrieverband Spectaris, 04.06.2019)

Infografik: Industrieverband Spectaris

Altersbedingte Augenerkrankungen wie der Graue Star, die Makuladegeneration und der Grüne Star sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Der Graue Star kann im Spätstadium zur völligen Erblindung führen. Die optimale Behandlung des Grauen Star ist eine Star- oder Katarakt-Operation in Kombination mit dem LenSx Femtosekundenlaser. Dabei wird die körpereigene (trübe) Linse durch eine klare Kunstlinse ersetzt. … Die Makula ist der medizinische Fachbegriff für die auf der Netzhautmitte liegende Stelle des schärfsten Sehens und ermöglicht das Lesen, das Erkennen von Details und das Unterscheiden von Farben. Die Makuladegeneration ist eine Abnutzungserscheinung und irreversible Schädigung dieser Stelle. Für die mehrheitlich auftretende und langsam voranschreitende “trockene Verlaufsform” der altersbedingten Makuladegeneration gibt es derzeit keine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsform. Eine Empfehlung lautet aber, das Pigment Lutein einzusetzen. Lutein wirkt ähnlich wie ein Filter, über welchen die Makula vor schädlichen Lichteinwirkungen (UV-Licht) geschützt wird. (Realeyes, 04.06.2019)

Foto: MHJ

Beim Grünen Star (med. Glaukom) handelt es sich um eine Gruppe von Augenerkrankungen, die oftmals mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen und unbehandelt zur Erblindung führen können. Alle Glaukom-Erkrankungen haben eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs und den damit zunehmenden Sehverlust zur Folge. Ziel jeder Glaukom-Therapie ist, den Sehnerv zu schützen und das Gesichtsfeld zu erhalten. Auch wenn die Bedeutung des Augeninnendrucks noch nicht für alle Formen des Grünen Stars geklärt ist, so ist die Drucksenkung eine anerkannte Behandlungsmaßnahme. Es gibt drei Behandlungsmethoden: Bei der medikamentösen Behandlung wird mittels drucksenkender Augentropfen der Kammerwasserzufluss und -abfluss positiv beeinflusst. Die Selektive Laser Trabekuloplastik ist eine sehr wirksame Laserbehandlung, die den Augeninnendruck deutlich verringern kann. Diese gewebeschonende Behandlung dauert im Normalfall nur wenige Minuten. Bei der operativen Behandlung werden winzige Stents (Mikroimplantate) an der Hauptstelle der Abflussstörung im Auge eingesetzt und ermöglichen dadurch den Abfluss des Kammerwassers. (Realeyes, 04.06.2019)

Gurgel- und Mundspüllösungen wirken desinfizierend und entzündungshemmend. Dazu muss sie der Patient allerdings mindestens eine Minute im Mund behalten. Viele Menschen, vor allem Kinder, halten das nicht durch. (Apotheken Umschau, 04.06.2019)

Österreich

Auch wenn 97 % der Harnwegsinfekte unkompliziert verlaufen, ist eine schnelle Hilfe notwendig, weil Blasenentzündungen der zweithäufigste Grund für eine Antibiotikaverschreibung sind. (HC Marketing Consult, 04.06.2019)

ÖÄK gratuliert Bundesministerin Brigitte Zarfl. Mit der promovierten Ernährungswissenschaftlerin steht eine ausgewiesene Expertin an der Spitze des Ministeriums. (Österreichische Ärztekammer, 04.06.2019)

Ab 1. Juli 2020 wird das gesamte Gelände des AKH Wien rauchfrei. Mit diesem campusweiten Rauchverbot nimmt die MedUni Wien ihre Verantwortung für die Gesundheit aller Mitarbeiter und Patienten wahr und wird der Vorbildrolle als führende Gesundheitsinstitutionen Österreichs gerecht. (MedUni Wien, 04.06.2019)

Schweiz

Curaviva Schweiz, Spitex Schweiz und OdASante lancieren die Kampagne “Der wichtigste Job der Schweiz”, um angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels auf die Attraktivität der Berufe und die Karrieremöglichkeiten in der Langzeitpflege aufmerksam zu machen. (Der wichtigste Job der Schweiz, 04.06.2019)

29. Mai 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Die neue EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) gilt ab 26.05.2020, jedoch fehlen noch immer die regulatorischen Rahmenbedingungen, welche die Branche für  Medizinprodukte­ braucht, um die neuen Vorgaben auch erfüllen zu können. Die Zulassung von Medizinprodukten erfordertnämlich eine gewisse Vorlaufzeit, die gemäß der MDR knapp ein Jahr dauert. Zehntausende Medizinprodukte in ganz Europa müssen diesen Prozess noch vor dem 26. Mai 2020 durchlaufen. Die Branche ist bereit, die entsprechenden Dokumentationen einzureichen, jedoch fehlen dazu die Ansprechpartner. Ein ähnliches Problem droht bei der Zulassung der In-Vitro-Diagnostika, wo die entsprechende EU-Verordnung (IVDR) ab 26. Mai 2022 gilt. (Austromed, 29.05.2019)

Wir sind in ganz Europa damit konfrontiert, dass immer öfter Massenmedikamente nicht mehr lieferbar sind. Als vollsortierte Großhändler versuchen wir, therapeutische Alternativen in unseren Lagern zu halten. Die sog. Mängel-Verwaltung ist aber sehr aufwändig. (GIRP, 29.05.2019)

Bernd Grabner aus Österreich wurde neuer GIRP-Präsident. (Foto: Jacoby GM Pharma GmbH)

Deutschland

Ärztinnen und Ärzte in Deutschland arbeiten am Limit, damit auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit und können dadurch selbst zu Patienten werden. Vor allem Personalnot, Arbeitsverdichtung und Wettbewerbsdruck führen zu körperlicher und auch emotionaler Überlastung. Zudem stellt Gewalt durch Patienten bzw. Angehörige eine unmittelbare Bedrohung für die Gesundheit von Ärzten und ihren Mitarbeitern dar. Ärzte aus verschiedenen Versorgungsbereichen berichteten auf dem Ärztetag über körperliche und verbale Gewalt, unter anderem in den Notaufnahmen, in Hausarztpraxen oder bei Notfalleinsätzen. (Bundesärztekammer, 29.05.2019)

Ärzteweisheit am Deutschen Ärztetag 2019. (Foto: hellwood.com / Chr. Griebel)

Zu viel Bürokratie gefährdet die Gesundheit von Ärzten. Das hat der Deutsche Ärztetag in Münster festgestellt. Auf Initiative der Freien Ärzteschaft forderte das Ärzteparlament daher, dass der zunehmende Aufwand für bürokratische Tätigkeiten, die nicht unmittelbar der Gesundheit der Patienten dienen, reduziert wird. Ärzte sind Ärzte geworden, weil sie Patienten beraten und behandeln wollen, um Leiden zu lindern oder zu heilen. Zu viel Bürokratie aber entfremdet Ärzte von ihrem Selbstverständnis und erhöht das Risiko für psychische oder psychosomatische Erkrankungen. Ärzte leiden auch darunter, wenn sie keine hochqualitative Medizin machen können. In einem zunehmend bürokratisch organisierten und kommerzialisierten Gesundheitswesen sind sie immer stärker gegensätzlichen Anforderungen ausgesetzt und müssen zu viele patientenferne Faktoren berücksichtigen. (Freie Ärzteschaft, 29.05.2019)

Nur mehr 14 % der Deutschen sind überzeugte Raucher. Doch wer aufs Rauchen verzichtet, kann in viel Geld sparen – vor allem bei Tabakwaren, Gesundheitskosten und beim Renovieren. Und nur wenige wissen, auch bei der Lebensversicherung. Bei der DEVK zahlen z. B. 35-jährige Nichtraucher über 50 % weniger für eine Risikoleben-Police. (DEVK Versicherungen, 29.05.2019)

Infografik: DEVK Versicherungen

Wer täglich 15 Zigaretten raucht, jedoch damit aufhört, kann 2.000 € im Jahr sparen. (DEVK Versicherungen, 29.05.2019)

Chronischer Juckreiz ist häufig und belastet viele Patienten sehr. Sich zu kratzen hilft nur kurzfristig und macht die Sache nur noch schlimmer. Ursachen für Juckreiz können Hautkrankheiten oder systemische Erkrankungen, wie z.B. Nieren-, Nerven- oder Leberschäden. So ist Juckreiz im Sommer oft durch eine Neurodermitis verursacht. Bei Juckreiz im Winter kommt eher eine Hautirritation als Ursache in Frage. Von der Jahreszeit unabhängig jucken Ekzeme. (ABDA, 29.05.2019

S.A.M. Mein Heimtest, ein Einsendetest für HIV und Geschlechtskrankheiten, kann mit ersten positiven Ergebnissen aufwarten. Die Diagnoseraten im 1. Pilotprojekt sind hoch: Chlamydien 6,8 %, Gonorrhoe (Tripper) 4,3 %, Syphilis 1,8 % und HIV 2,2 %. Das Angebot kostet im Rahmen des Pilotprojekts 32 € pro Testvorgang. Blut- und Urinproben sowie Abstriche werden zu Hause selbst entnommen und dann ins Labor nach Hamburg geschickt. Wird keine Infektion festgestellt, erhalten die Nutzer das Ergebnis per SMS. Liegt eine Infektion vor, erhalten sie eine SMS mit der Bitte um Rückruf. (Deutsche Aids-Hilfe, 29.05.2019)

Denn MS ist eine chronische Erkrankung, die sehr heterogen ist, insbesondere was den Verlauf und die Symptome betrifft. Sie ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Zentralen Nervensystems, verläuft meist schubförmig und trifft Frauen doppelt so oft wie Männer. Laut Deutscher Multiple Sklerose Gesellschaft sind in Deutschland rund 240.000 Menschen an MS erkrankt. Sie alle sind individuell zu betrachten. (Biogen GmbH, 29.05.2019)

Österreich

Mit rund 400 Neuerkrankungen pro Jahr in Österreich ist Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) eine relativ seltene Tumorerkrankung. Betroffen sind vor allem Männer, jedoch holen auch dort die Frauen auf. Während das zumeist mit Alkohol und Rauchen in Verbindung stehende Plattenepithelkarzinom in westlichen Ländern abnimmt, steigt die Zahl an Adenokarzinomen. Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, spätes und schweres Essen am Abend (vielleicht sogar noch mit einem Gläschen Wein dazu) – all das führt zu vermehrtem Reflux und erhöht das Risiko von Speiseröhrenkrebs. … Mittel der Behandlung sind neben der operativen Entfernung des Tumors die Chemo- und Strahlentherapie (auch in Kombination). Ist der Krebs noch im Anfangsstadium und auf die Schleimhaut der Speiseröhre begrenzt, kann meist endoskopisch und speiseröhrenerhaltend operiert werden. (St. Josef Krankenhaus GmbH, 29.05.2019)

Bei der Behandlung von Essstörungen gilt Psychotherapie nach wie vor als State of the Art, aber auch das persönliche Umfeld spielt eine wichtige Rolle. (intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen, 29.05.2019)

Wenngleich Multiple Sklerose unheilbar ist, so stehen doch immer mehr innovative Therapien zur Verfügung bzw. vor der Zulassung. Österreichische MS-Experten warnen jedoch davor, dass in Österreich manche Medikamente zwar zugelassen werden, aber von den Kassen nur in Einzelfällen bezahlt werden. Das schadet nicht nur den Patienten, sondern auch dem Forschungsstandort, weil Österreich dann nicht mehr zu internationalen Studien eingeladen wird. (Österreichische Gesellschaft für Neurologie, 29.05.2019)

Schweiz

Durch den Konsum von Tabakprodukten sterben in der Schweiz jedes Jahr rund 9.500 Menschen, denn fast alle Tabakprodukte schaden der Lunge, nicht nur die klassische Zigarette. (Sucht Schweiz, 29.05.2019)

28. Mai 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Tabakrauch enthält über 7.000 Chemikalien. Hunderte davon sind giftig und mindestens 70 krebserregend. Raucher sterben durchschnittlich 10 Jahre früher als Nicht-Raucher. Ein Rauchstopp übrigens senkt das Lungenkrebsrisiko innerhalb der nächsten 10 Lebensjahre um 50 %. (Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, 28.05.2019)

Bild: Deutsche Krebshilfe

Burnout ist von der WHO als Faktor eingestuft worden, der die Gesundheit beeinträchtigen kann. Das Gefühl des Ausgebranntsein resultiere aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der u.a. zu einer negativen Einstellung zum Job und geringerer Leistungskraft führen könne, lautet ein Teil der neuen WHO-Definition im Katalog der 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen. Burnout war bislang ohne Definition berücksichtigt gewesen. Die WHO hatte zunächst von Burnout als einer Krankheit gesprochen, das jedoch später präzisiert. (NZZ.ch, 28.05.2019)

Deutschland

Mit deutlicher Kritik an der Gesundheitspolitik von Bund und Ländern, aber auch mit einem Angebot an die Politik zur konstruktiven Zusammenarbeit hat Prof. Dr. Frank Montgomery den 122. Deutschen Ärztetag in Münster eröffnet. Der Bundesärztekammer-Präsident betonte in seiner Eröffnungsrede, dass einige Gesetzesinitiativen der Bundesregierung in die richtige Richtung gehen würden. Jedoch kritisch würde die Ärzteschaft auch die von der Bundesregierung betriebene Verlagerung von zentralen ärztlichen Berufsinhalten auf andere Gesundheitsberufe sehen. So warnt Montgomery vor den Folgen des von der Bundesregierung geplanten Ausbildungsgesetzes für Psychologische Psychotherapeuten. Damit soll in Zukunft ein im 5-jährigen Bachelor-Masterverfahren ohne größere praktische Anteile ausgebildeter sog. Psychotherapeut auf demselben Niveau stehen wie ein 12 Jahre lang aus- und weitergebildeter “ärztlicher Psychotherapeut”. Zudem soll die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” sowohl für Absolventen des neuen Studienganges als auch für Ärzte. Doch die Psychotherapie sei etwas zutiefst “Ärztliches”. (Bundesärztekammer, 28.05.2019)

Der 122. Deutsche Ärztetag wird sich auch mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Gesundheitswesens beschäftigen. So rücken im ambulanten Bereich zunehmend ambulante ärztliche Einrichtungen in den Fokus fachfremder Investoren und Spekulanten, die dann aus dem mit Versichertengeldern finanzierten und budgetierten System ihren Gewinnanteil abziehen. … Auch in anderen Bereichen müsse der Staat seiner Daseinsvorsorge für die gesundheitliche Versorgung nachkommen. Z.B. beträgt die von den Bundesländern verantwortete Investitionslücke für die Krankenhäuser mittlerweile 3,7 Mrd. € pro Jahr. (Bundesärztekammer, 28.05.2019)

In der Gesundheitsversorgung ist wirtschaftliches Handeln geboten. Dabei muss aber die Ökonomie den Zielen der Medizin dienen – und nicht umgekehrt. Vor diesem Hintergrund betrachtet die Ärzteschaft mit großer Sorge, dass neben zahnmedizinischen Versorgungszentren zunehmend ambulante ärztliche Einrichtungen in den Fokus fachfremder Investoren und Spekulanten rücken. Eine qualitativ hochwertige Versorgung in Stadt und Land erfordert, dass Monopole durch Konzernbildung in der ambulanten Versorgung vermieden und der freiberufliche Charakter der ärztlichen Tätigkeit sowie die Wahlfreiheit der Patienten erhalten werden. (Bundesärztekammer, 28.05.2019)

Die Basis des ärztlichen Handelns ist die ärztliche Ethik auf der Grundlage des Genfer Gelöbnisses. Ärztliche Selbstverwaltung ist Ausdruck ärztlicher Freiberuflichkeit. Einschnitte in die Selbstverwaltung sind deshalb immer auch Einflussnahmen auf die freiheitliche Berufsausübung. … Die deutsche Ärzteschaft unterstützt und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen bei klaren Verantwortlichkeiten. Aber sie lehnt politische Bestrebungen ab, aus vornehmlich ökonomischen Gründen originäre ärztliche Aufgaben und Tätigkeiten auf nichtärztliche Gesundheitsberufe zu verlagern. Das gefährdet die Sicherheit der Patientinnen und Patienten und führt zu einer schleichenden Deprofessionalisierung sowie Entwertung des Arztberufes. (Bundesärztekammer, 28.05.2019)

Die über 70 Mio. gesetzlich versicherten Bürger Deutschlands müssen in Zukunft auch beim E-Rezept die volle Wahlfreiheit haben, zu welchem Arzt sie dafür gehen und in welcher Apotheke sie es einlösen wollen. Kein Arzt, kein Apotheker, keine Krankenkasse und schon gar kein privates Unternehmen darf dieses Selbstbestimmungsrecht unterlaufen. (ABDA, 28.05.2019)

Bei Dermatika kommt es nicht nur auf den Wirkstoff, sondern auch auf die Grundlage an, in die der Wirkstoff eingearbeitet ist. Welche Grundlage für den jeweiligen Patienten ideal ist, hängt u.a. von der zu behandelnden Hautkrankheit ab. So sollen z.B. Arzneistoffe gegen Hautpilzerkrankungen in der obersten Hautschicht bleiben, während bei der Behandlung von Ekzemen ein Vordringen der Arzneistoffe in tiefere Hautschichten erwünscht ist. … Leider werden die Bezeichnungen Gel, Creme und Salbe auch bei Fertigarzneimitteln nicht einheitlich verwendet. (ABDA, 28.05.2019)

Im HIV-Markt sinken seit 2013 die Arzneimittelabsätze kontinuierlich von 54 auf 46 Mio. Tabletten im Jahr 2018. Auch der Umsatz des HIV-Marktes ist mit einem Minus von 1,8 % rückläufig – entgegen dem Trend steigender Umsätze im deutschen Apothekenmarkt insgesamt. Grund dafür sind die Kombinationsprodukte, welche immer häufiger die Monotherapien ersetzen. Aktuell greift die antiretrovirale Therapie in Deutschland auf rund 110 Arzneimittel zurück, die auf 28 Substanzen basieren und einzeln oder in Kombinationen mit bis zu 4 Wirkstoffen erhältlich sind. (Insight Health, 28.05.2019)

Salzreiche Ernährung erhöht das Flüssigkeitsvolumen im Körper – dadurch kann der Blutdruck steigen. Wer seinen Salzkonsum einschränkt, kann den Blutdruck oft ähnlich effektiv senken wie mit einer Tablette – und so Medikamente reduzieren. (Diabetes Ratgeber, 28.05.2019)

Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) profitieren von der Kooperation zwischen Apotheke und Arztpraxis hinsichtlich ihrer Medikamenteneinnahme und Lebensqualität. Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme ist für Patienten mit Herzschwäche eine große Herausforderung, da sie in aller Regel an mehreren Krankheiten leiden und die Anzahl einzunehmender Arzneimittel entsprechend sehr groß ist. (ABDA, 28.05.2019)

Frankreich

Neueste Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die renale Denervierung mit dem Medtronic Symplicity System zur renalen Denervierung mit einem reduzierten Auftreten von subklinischem Vorhofflimmern bei einer kleinen Teilmenge von Hochrisikopatienten mit hypertensiver Herzerkrankung über einen Zeitraum von über 2 Jahren verbunden war. Die renale Denervierung ist ein minimal-invasives, katheterbasiertes Verfahren, das mittels Energie überaktive Nierennerven behandelt. Das verringert die Aktivität der Nervenbahnen, was sowohl für Bluthochdruck als auch für Herzrhythmusstörungen verantwortlich sein soll. Das Auftreten von Vorhofflimmern wurde durch die implantierbare Diagnosetechnologie von Medtronic überwacht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich subklinisches Vorhofflimmern in der RDN-Patientengruppe mit nur mehr 17 % statt 47 % entwickelte. (Medtronic GmbH, 28.05.2019)

Symplicity Spyral Multielektroden-Katheter. (Bild: Medtronic GmbH)

Österreich

Das Start-Up “BOSS Fitness” mischt seit 2018 die Bürokultur in Österreich auf. Mit einem auf den Büroalltag zugeschnittenen Online-Fitness-Programm wird das Büro zum Fitnesscenter. Trainiert wird nach der BOSS-Methode. Die Abkürzung steht für Boxing, Softyoga und Stretching. (Boss.Fitness e.U., 28.05.2019)

Sylvia Oberauer, Gründerin von Boss Fitness. (Foto: M. Bruckmüller)

Bei “EMSculpt” von OmniMed Ordination für Ästhetik werden mittels Magnetwellen supramaximale Muskelkontraktionen erzeugt, die etwa 20.000 Sit-ups oder Kniebeugen entsprechen. Das durchschnittliche Ergebnis nach 4 Behandlungen ist eine Fettreduktion um 19 % und ein Muskelaufbau um 16 %. Besonders gut gelingen Fettabbau und Muskelaufbau am Bauch sowie die Straffung und Anhebung des Pos. Die 4 Behandlungen zu je 30 Min. werden in einem Zeitraum von 3 Wochen durchgeführt und kosten bis 30.06.2019 für Bauch oder Po 1.400 €. (OmniMed Ordination für Ästhetik, 28.05.2019)

Künstliches Licht bei der nächtlichen Arbeit sorgt für eine Art Jetlag. Die Einwirkung künstlichen Lichts belastet den biologischen Rhythmus von in der Nacht arbeitenden Menschen und beeinflusst deren Melatonin-Spiegel. Damit steigt das Risiko für chronische Erkrankungen. Neu ist dabei insbesondere die Erkenntnis, dass der individuelle Chronotyp das gesundheitliche Risiko beeinflusst. Es zeigte sich ganz deutlich, dass nächtliche Arbeit „Nachtmenschen“ weitaus weniger belastet als „Morgenmenschen“. (MedUni Wien, 28.05.2019)

Schweiz

Der Welttag ohne Tabak am 31. Mai stellt die Lunge ins Zentrum. Wer atmet, lebt. Über 20.000 Atemzüge vollbringt unsere Lunge jeden Tag. … Das Rauchen ist der grösste Feind einer gesunden Lunge. Es ist hauptverantwortlich für Lungenerkrankungen wie Lungenkrebs und COPD.  In der Schweiz sterben jährlich 9.500 Bürger, also jede Stunde 1 Person, an den direkten Folgen des Rauchens. Das sind fast dreimal so viele Todesfälle wie durch Unfälle und Gewalttaten.  (Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, 28.05.2019)

Schweizer Schüler_innen haben ein Recht darauf, sexuell aufgeklärt zu werden. Doch  ist die schulische Sexualaufklärung noch immer von Kanton zu Kanton unterschiedlich organisiert. Der Schweizer Bundesrat jedenfalls versteht unter Sexualaufklärung den ganzheitlichen Ansatz gemäss den Standards der WHO Europa. Dieser berücksichtigt alle Aspekte der Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen. Sexualaufklärung setzt sich zum Ziel, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu selbstbestimmten Akteur_innen der eigenen Sexualität zu unterstützen und ihre Fragen zu beantworten. (Sexuelle Gesundheit Schweiz, 28.05.2019)

Ein Riss der Hauptschlagader (Aorta) stellt ein lebensbedrohliches Risiko beim vaskulären Ehlers-Danlos Syndrom (vEDS) dar, einer seltenen und genetisch bedingten Bindegewebskrankheit. Eine neue Studie zeigt, dass der blutdrucksenkende Wirkstoff Celiprolol (Selectol) die Aorta stärkt und aktuell die beste medikamentöse Therapie ist. vEDS-Patienten müssen mit dem Risiko leben, dass bei ihnen, ihren Kindern oder weiteren Blutsverwandten plötzlich die Aorta reissen könnte. Denn beim vEDS können die Blutgefässe ohne kardiologisch erkennbare Erweiterung als Vorwarnung bzw. als Anzeichen für lebensbedrohliche Zwischenfälle reissen. Somit sind kardiologische Kontrollen des Aortenzustandes nicht ausreichend. Wichtig zur Vermeidung von Blutdruckspitzen sind auch die Kontrolle und strikte Behandlung von Bluthochdruck. Für die mit vEDS verwandte Aortenkrankheit Marfan Syndrom gibt es mehrere klinische Studien, die die Behandlung mit dem Blutdrucksenker Losartan (Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptor-Antagonist) für das Verhindern und Stabilisieren von Aortenerweiterungen nahelegen. (Stiftung für Menschen mit seltenen Krankheiten, 28.05.2019)

Infografik: Stiftung für Menschen mit seltenen Krankheiten

Liechtenstein

Der Liechtensteinische Landtag wird voraussichtlich noch 2019 über den Neubau des Landesspitals entscheiden. Dass die Spitalinfrastruktur des Fürstentums erneuert werden muss, ist seit Jahren bekannt und mittlerweile unbestritten. (Fürstentum Liechtenstein, 28.05.2019)

24. Mai 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

In Deutschland sichern immer weniger Hersteller die Medikamentenversorgung für immer mehr Patienten. So wird z.B. Methotrexat, das u.a. gegen Krebs und Rheuma eingesetzt wird, zu 97,2 % von nur 3 Herstellern produziert. Das Problem zeigt sich erst auf den 2. Blick: Hinter den 3 Herstellern kann ein einziger Wirkstofflieferant stehen ! Das neue Gesetz zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit (GSAV), das im Juli 2019 in Kraft tritt, löst das Problem der Oligopolisierung von Wirkstoffherstellern nicht. (Pro Generika, 24.05.2019)

Der Lebensmittelhändler “Kaufland” will bis 2021 den Zucker-, Salz- und Fettgehalt bei über 300 Eigenmarkenartikeln um durchschnittlich 20 % reduzieren. (Kaufland, 24.05.2019)

Bild: Kaufland

Österreich

Die Ambulanzfälle sind in Österreich von 2005 bis 2017 um 34 % angestiegen. 2017 wurden insgesamt 8,760.806 Ambulanzfälle dokumentiert. Spitalsärzte behandeln in den schon übervollen Ambulanzen auch viele Selbstzuweiser, die größtenteils ebenso gut von niedergelassenen Ärzten betreut werden könnten. Die Patientenversorgung vor allem an Wochenenden und Feiertagen muss im niedergelassenen Bereich gesichert werden, damit nicht noch mehr Patienten in die Spitalsambulanzen abwandern. (Österreichische Ärztekammer, 24.05.2019)

Alkohol als Genussmittel ist in Österreich schlechthin ein positiv besetztes Kulturgut. 5 % der Österreicher ab 15 Jahren gelten als alkoholabhängig. Davon sind 3 Viertel Männer. Gründe, um psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn oftmals ist es die “letzte Chance”, bevor der totale Absturz kommt. (Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie, 24.05.2019)

Schweiz

Fast nirgendwo sonst in Europa darf derart offen für Tabakprodukte geworben werden wie in der Schweiz. Folglich beginnen auch 57 % der Schweizer Raucher vor ihrem 18. Lebensjahr mit dem Tabakkonsum. In der Schweiz sterben noch immer rund 9.500 Personen an den direkten Folgen des Rauchens, 40 % davon an Lungenkrebs. (Krebsliga Schweiz, 24.05.2019)

Bild: Sucht Schweiz

Der eigentliche Rauchstopp gelingt am besten, wenn man gleich ganz auf Zigaretten verzichtet und nicht versucht, erst langsam zu reduzieren. Am Ende ist es wichtig, dem Verlangen nach einer Zigarette mit aller Kraft zu widerstehen. Während dieser Zeit kann man stattdessen einen Apfel essen, Zähne putzen oder sich die Hände massieren. (Krebsliga Schweiz, 24.05.2019)