16. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Die Umstellung von 4-5 Faktoren für eine gesunde Lebensführung reduziert das Alzheimer-Demenz-Risiko um 60 %. Dazu zählen gesunde Ernährung, mindestens 150 Min. pro Woche mäßige körperliche Aktivität, Nichtrauchen, nur mäßiger Alkoholkonsum und kognitiv stimulierende Aktivitäten. Ein gesunder Lebenswandel kann auch einer genetischen Prädisposition für Alzheimer entgegenwirken. (AAIC 2019, 16.07.2019)

Europa

Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs sind die häufigsten Todesursachen in der EU. Den jüngsten Zahlen von 2016 zufolge verstarben in der EU 5,1 Mio. Menschen. Davon waren 33 % jünger als 75 Jahre, 29 % zwischen 75 und 85 und 38 % über 85 Jahre. Etwas mehr als 1,8 Mio. Menschen starben an Erkrankungen des Kreislaufsystems (primär Herzinfarkt und Schlaganfall), 1,3 Mio. an Krebs. Die geringste Sterberate (829 pro 100.000 Einwohner) hatte Spanien, Bulgarien die Höchste mit fast doppelt so vielen Todesfällen. (Eurostat, 16.07.2019)

Bild: MHJ

Aggressionen gegen Ärzte sind keine Einzelfälle – weder in Europa noch in Österreich. Oft sind lange Wartezeiten Ursache und Auslöser. (Österreichische Ärztekammer, 16.09.2019)

Deutschland

Aktuell laden die gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands ihre Versicherten 50+ zur Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen von Darmkrebs ein.  Beim Darmkrebs-Screening geht es hauptsächlich um die Darmspiegelung (Koloskopie) und den Stuhltest. Der Stuhltest weist äußerlich nicht sichtbares Blut im Stuhl nach und liefert damit einen indirekten Hinweis auf Darmkrebs in noch gutartigen Vorstufen (Polypen, Adenome). Einem Blutnachweis sollte eine Koloskopie folgen. Ergibt diese ein Frühstadium von Darmkrebs, so bestehen sehr gute Heilungschancen, denn Gastroenterologen entfernen das bösartige Gewebe in einem chirurgischen Eingriff. Doch gibt es auch Krebsvorstufen, die nicht bluten – und durch den Stuhltest nicht erkannt werden. Darum auch gibt es die Darmspiegelungen zusätzlich zur Vorsorge. Fachärzte erkennen dabei Adenome mit einer Verlässlichkeit von 95 %. (Apotheken Umschau, 16.07.2019)

Der flächendeckende Zugang zu einer qualifizierten medizinischen Versorgung gilt als ein Grundpfeiler des deutschen Gesundheitssystems. Eine im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellte IGES-Studie kommt nun zu dem Schluss, dass von über 1.400 Krankenhäusern in Deutschland weniger als 600 – dafür große Kliniken – benötigt würden. Damit verbunden ist die Forderung nach einer Strukturveränderung: Ein 2-stufiges System mit “Neuer Regelversorgung” in Mittelzentren und einer “Maximalversorgung” in Groß- und Oberzentren soll die bisherige 3- oder 4-stufige Krankenhausversorgung (Grund- und Regelversorgung, Schwerpunkt- und Maximalversorgung, Fachkliniken) ablösen. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, 16.07.2019)

118 Jahre Evangelisches Krankenhaus in Wien. (Foto: Evangelisches Krankenhaus Wien)

Größe und Anzahl von Krankenhäusern sind nur ein Faktor unter vielen, um eine patientenzentrierte und bedarfsgerechte medizinische Versorgung zu gewährleisten. Die Schlussfolgerung, dass große Krankenhäuser bessere Leistungen als kleinere Kliniken erbringen, ist nicht zu beweisen. Es ist ein Irrtum, dass die Maximalversorger die Mengen haben. Im evangelischen Krankenhausbereich gibt es viele kleine Spezialisten. Ihre Patientenzahlen für bestimmte Fachabteilungen liegen höher als die der Universitätskliniken. So z.B. das Evangelische Diakoniekrankrankenhaus Freiburg mit seiner Viszeralchirurgie: Jährlich werden dort 2.896 Patienten behandelt, hingegen 2.800 im Universitätsklinikum. Auch auf der Ebene der Operationen führt die Spezialisierung zu beachtenswerten Zahlen: Die Operation “Entfernen der Gallenblase” wird im Diakoniekrankenhaus Freiburg 454 Mal vorgenommen, hingegen gab es nur 307 Operationen dieser Art im Universitätsklinikum. Qualität hängt auch davon ab, dass die Fachabteilungen gut miteinander kooperieren und zusammenarbeiten. Da sind kleinere Krankenhäuser oft im Vorteil. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, 16.07.2019)

Ein nachlassendes Gedächtnis, eine Verschlechterung der Alltagsfähigkeiten sowie ein zunehmender Bewegungsdrang können auch in den eigenen 4 Wänden zu Gefahrensituationen führen. Ratsam ist es daher, den Wohnraum an die Bedürfnisse der Alzheimer-Erkrankten anzupassen, damit sie in einer sicheren Umgebung leben können, ohne sich zu verletzen oder andere zu gefährden. (Alzheimer Forschung Initiative, 16.07.2019)

Gut 16 % aller Reha-Anträge in Deutschland werden von den Krankenkassen oder Rentenversicherung abgelehnt. Damit sollten sich Versicherte jedoch nicht einfach abfinden, sondern aktiv widersprechen. Denn rund die Hälfte aller Einsprüche ist erfolgreich. Wichtig ist: Die Frist für den Widerspruch beträgt vier Wochen. Um die Frist zu wahren, reicht zunächst ein formloses Schreiben. Dann sollten Versicherte eine ausführliche Begründung mit der Stellungnahme ihres Arztes nachreichen. (Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH, 16.07.2019)

Von den insgesamt 197 neuen Präparaten mit abgeschlossener Nutzenbewertung und Preisfindung sind mittlerweile 26 nicht mehr in Deutschland erhältlich. Das ist einer der Befunde der AMNOG-Daten 2019. Laut dessen Autoren gibt es Anzeichen dafür, dass das AMNOG fallweise als “Versorgungshürde” wirkt. Neue Präparate würden entweder gar nicht auf den deutschen Markt kommen oder wegen der Nutzenbewertungs- und Preisfindungsergebnisse wieder vom Markt genommen. (BPI, 16.07.2019)

Auch die Kabinettsfassung des MDK-Reformgesetzes stößt auf Ablehnung beim Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes. Schon der Referentenentwurf war eine Provokation gegenüber Selbstverwaltung und Krankenkassen. Zukünftig sollen Abrechnungsfälle nur eingeschränkt prüfbar sein, maximal dürfen nur noch 15 % der Rechnungen beanstandet werden. Das hieße, dass auf dem Milliardenmarkt “Krankenhaus” (die GKV zahlte 2018 rund 77 Mrd. €) für die Leistungen der Krankenhäuser) massenhaft fehlerhafte Abrechnungen auf Kosten der Beitragszahler unbeanstandet blieben. Es gibt zudem weitere Verschlechterungen gegenüber dem Referentenentwurf: Nun sollen auch noch die Strafabschläge für nachgewiesenes Falschabrechnen auf maximal 1.500 € gedeckelt werden. Zuvor waren noch 25-50 auf die tatsächliche Differenzsumme vorgesehen. So werden Prüfungen vollends zur Farce und die Krankenhauslobby lacht sich ins Fäustchen.   (AOK-Bundesverband, 16.07.2019)

Der Graue Star (medizinischer Fachbegriff: Katarakt) ist eine altersbedingte Trübung der Linse, die mit der Abnahme des Sehvermögens einher geht. Im Spätstadium kann der Graue Star zur Erblindung führen. Der Graue Star ist eine Krankheit der 2. Lebenshälfte. Man geht heute davon aus, dass rund die Hälfte der Menschen von 52-64 Jahren und 90 % der 65-75-Jährigen daran erkranken. (Realeyes, 16.07.2019)

Österreich

Aggressives Verhalten darf nicht als Berufsrisiko im Gesundheitswesen toleriert werden. (Österreichische Plattform Patientensicherheit, 16.07.2019)

Bei der steigenden Aggression und Gewalt in den Spitälern und Ordinationen kann nicht länger zugeschaut werden. Eine Verschärfung des Strafrechts ist auch in Österreich nötig, denn derzeit sind im Strafgesetzbuch etwa bei tätlichen Angriffen auf Bus-Chauffeure oder Fahrscheinkontrolleure strengere Strafen vorgesehen. (Österreichische Ärztekammer, 16.07.2019)

Implantiertes Gerät stimuliert Zellregeneration bei Kardiomyopathie: Ein implantierter Impulsgeber trainiert den Herzmuskel mit Mikrostrom und führt so zur Regeneration geschädigter Herzmuskulatur. Den Betroffenen kann damit im Idealfall eine Herztransplantation erspart oder diese zumindest hinausgezögert werden. In Europa sind derzeit rund 20 Mio. Menschen (2-3 % der erwachsenen Bevölkerung) von einer systolischen Herzinsuffizienz betroffen. Bei der sog. dilatativen Kardiomyopathie vergrößert sich der Herzmuskel krankhaft und kontraktiert nicht mehr ausreichend. Dafür gibt es mehrere Gründe: Angeboren, als Folge von Entzündungen, toxische Ursachen, Folgen des Alterungsprozesses oder idiopathische Ursachen. Die derzeitige Behandlung versucht durch eine medikamentöse Therapie die Patienten möglichst lange zu stabilisieren. In weiterer Folge kann mit einer apparativen Unterstützung wie speziellen Schrittmachersystemen (CRT, BAROSTIM) eine Stabilisierung erzielt werden. Als letzte Maßnahme vor der terminalen Herzinsuffizienz steht der biologische (Herztransplantation) oder mechanische (herzunterstützende Pumpe “Kunstherz”) Ersatz zur Verfügung. (MedUni Wien, 16.07.2019)

15. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Weltweit erfolgen 66 % aller Amputationen wegen des Diabetischen Fußsyndroms. (Österreichische Diabetes Gesellschaft, 15.07.2019)

Deutschland

In Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine Reduzierung der Klinikanzahl um deutlich mehr als die Hälfte würde zu einer besseren medizinischen Versorgung der Patienten führen. In einer neuen Studie weisen führende Krankenhausexperten darauf hin, dass viele Krankenhäuser in Deutschland zu klein sind und oftmals nicht über die Ausstattung und Erfahrung verfügen, um lebensbedrohliche Notfälle wie Herzinfarkt oder Schlaganfall angemessen behandeln zu können. Viele Komplikationen und Todesfälle ließen sich durch eine Konzentration auf deutlich unter 600 Spitäler vermeiden. (Bertelsmann Stiftung, 15.07.2019)

Bild: MHJ

Zur Studie der Bertelsmann Stiftung mit der Forderung einer Schließung von bundesweit 800 Krankenhäusern erklärt die Bundesärztekammer: “Die von der Bundesregierung eingesetzte “Kommission gleichwertige Lebensverhältnisse” hat gerade erst die Bedeutung der Daseinsvorsorge und Sicherung einer gut erreichbaren, Wohnort nahen Gesundheitsinfrastruktur betont und das Bundesgesundheitsministerium die Förderung von bundesweit 120 kleineren Kliniken beschlossen. Da ist es schon mehr als befremdlich, dass man pauschal die Schließung von 800 Krankenhäusern fordert.” (Bundesärztekammer, 15.07.2019)

Krankenhäuser sind keine Profitcenter, sondern Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. … Was wir nicht brauchen, ist eine weitere Zurichtung der Krankenhauslandschaft im Sinne einer profitorientierten Konzernbildung. (Marburger Bund, 15.07.2019)

Österreich

Schon seit Jahren fordern Spitalsmitarbeiter in Österreich neben den bereits bestehenden Deeskalation-Workshops mehr Psychologen zu ihrer Unterstützung. (Berufsverband Österreichischer PsychologInnen, 15.07.2019)

Auch im Sommer ist barfuß gehen für Menschen mit Diabetischer Polyneuropathie (eine Schädigung der Nerven in den Extremitäten) keinesfalls zu empfehlen. Die ÖDG warnt vor dem Diabetischen Fußsyndrom und seiner unzureichenden Versorgung im Gesundheitswesen. In Österreich ist es der Auslöser für rund 3.000 Amputationen pro Jahr. Ist ein diabetisches Ulkus einmal manifest, dann kehrt diese chronische Erkrankung immer wieder zurück. (Österreichische Diabetes Gesellschaft, 15.07.2019)

Schweiz

Herzfehler zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. In der Schweiz sind davon jährlich rund 800 Babys betroffen, wobei jeder Herzfehler einzigartig ist. Manche Herzfehler sind aus medizinischer Sicht nicht schwerwiegend, andere müssen gleich nach der Geburt operiert werden. In seltenen Fällen sind sogar mehrere große Operationen nötig. (Schweizerische Herzstiftung, 15.07.2019)

11. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

“90-90-90” lautet das Ziel der Vereinten Nationen für die weltweite Behandlung von HIV-Patienten: 90 % der Menschen mit HIV sollen von ihrer Infektion wissen. 90 % der Diagnostizierten sollen Medikamente nehmen und bei 90 % davon soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein. Eine Vision, von der weite Teile der Welt aber noch sehr weit entfernt sind. (Pro Generika, 11.07.2019)

Wer ins Ausland reist, sollte auf jeden Fall eine private Auslandskrankenversicherung mit im Gepäck haben. Sie deckt auch einen allfälligen Rücktransport des Patienten nach Hause ab. Bei medizinischen Behandlungen im Ausland können schnell Kosten von mehreren 1.000 € fällig werden. Und kommen bei einem Rücktransport gar lebenserhaltende medizinische Geräte zum Einsatz, steigen die Kosten ins Unermessliche. … Einen Auslandskrankenschutz gibt es bei der ADAC Versicherung AG schon ab 12,80 € im Jahr. (ADAC SE, 11.07.2019)

Infografik: ADAC SE

Im Urlaub möchte man am Strand sitzen und nicht auf der Toilette. Reisedurchfall ist jedoch die Urlaubskrankheit Nummer 1 ! Meist sind es E.Coli-Bakterien, die ihn auslösen. Doch es gibt Möglichkeiten, vorzubeugen. Sinnvoll kann etwa die rechtzeitige Einnahme von Probiotika sein. Denn je besser der Darm mit diesen Lebendbakterien besiedelt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper mit unbekannten Bakterien fertig wird. (Bencard Allergie GmbH, 11.07.2019)

Foto: Bencard Allergie GmbH

Europa

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftritt und nach der Geburt meist wieder – zumindest vorübergehend – verschwindet. In Österreich wie in Europa nimmt man an, dass davon jede 7. Schwangere betroffen ist.  Schätzungen zufolge sind davon etwa ein Drittel der Frauen auch adipös. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist das Übergewicht der werdenden Mutter. In der Gravidität gilt bei stark Übergewichtigen die Empfehlung von 5-9 kg Gewichtszunahme, was aber von vielen überschritten wird. Um Möglichkeiten und Indikatoren für die Vermeidung von Schwangerschaftsdiabetes bei adipösen Frauen zu untersuchen, wurden nun im EU-Projektes DALI (Vitamin D And Lifestyle Intervention for Gestational Diabetes) Lebensmittelinterventionsmaßnahmen bei 436 Frauen ausgewertet. Dabei hat sich die Annahme, dass eine geringere Gewichtszunahme bei adipösen Schwangeren vorteilhaft für die Vermeidung eines Schwangerschaftsdiabetes wäre, nicht bestätigt. (MedUni Wien, 11.07.2019)

Ertrinken passiert häufig still und unbemerkt. Ertrinkenden fehlt nämlich – anders als im Fernsehen oft gespielt – die Kraft zum Winken. Ertrinkende rufen auch nicht nach Hilfe, sondern ringen nach Luft. (ASB-Bundeverband, 11.07.2019)

Infografik: ASB-Bundesverband

Deutschland

In den vergangenen 5 Jahren haben sich 91 % der Deutschen gesundheitliche Ziele gesetzt. Mit 55 % an 1. Stelle rangiert dabei sich gesünder bzw. ausgewogener zu ernähren. 47 % wollten mehr Sport treiben und 44 % abspecken. 37 % wollten sich weniger aufregen. 26 % nahmen sich vor, sich mehr Erholungspausen zu gönnen. 22 % planten mehr Gymnastik ein, 21 % den Besuch ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen. Mehr schlafen wollten 19 %. Am Ende der Rangliste finden sich die Vorsätze weniger Alkohol zu trinken (17 %) und mit dem Rauchen aufzuhören (15 %). (Apotheken Umschau, 11.07.2019)

Das richtige Essen lindert chronische Entzündungen. Dieser Effekt ist auch im Blut messbar. Z.B. basiert Rheuma oft auf einer Entzündung und Forscher vermuten, dass auch bei Depressionen, Alzheimer und Darmkrebs entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. (Senioren Ratgeber, 11.07.2019)

Gut 66 % der Deutschen ab 55 Jahren erwarten, dass eines Tages Roboter ihren Gesundheitszustand kontrollieren werden, sie an die Einnahme von Medikamenten erinnern werden und dass Roboter Patienten künftig auch aus dem Bett heben werden. 42 % halten es auch für realistisch, dass Roboter zu ihrem täglichen Begleiter werden könnten. Doch nur 11 % der Befragten wünschen sich tatsächlich so ein Szenario. (mhplus Krankenkasse, 11.07.2019)

Im Mai und Juni passieren in Deutschland vergleichsweise die meisten Selbstmorde. Den Selbsttötungsabsichten liegen jedoch häufig psychische Störungen zu Grunde, die therapierbar sind. Allerdings ist das persönliche Umfeld von Menschen mit Selbstmordgedanken in aller Regel überfordert, wenn es von den Suizidplänen eines nahestehenden Menschen erfährt. Die Folge: Jeden Tag sterben in Deutschland im Schnitt 27 Menschen durch Selbstmord. Zudem versuchen sich täglich weitere 274 Betroffene das Leben zu nehmen. Auch wenn die Anzahl der Selbsttötungen in Deutschland von 18.451 (1980) auf 9.838 Suizidopfer im Jahr 2016 deutlich gesunken ist, wurde seit über 10 Jahren keine weitere Verringerung der Selbstmordrate erreicht. (Pro Psychotherapie, 11.07.2019)

56 % der Deutschen nutzen zu Hause Desinfektionsmittel. In der Generation 14-34 sind es sogar 69 %. Doch das ist zu sorglos und vor allem auch zu häufig. Bei einem exzessiven Gebrauch von Desinfektionsmitteln werde die Bildung resistenter Keime gefördert, zudem steigt die Umweltbelastung. (Die Schwenninger Krankenkasse, 11.07.2019)

Es sehr wichtig ist, zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 zu unterscheiden. Diabetes Typ 1 ist durch einen absoluten Insulinmangel geprägt und wird heute als Autoimmunerkrankung verstanden. Dabei zerstört das Immunsystem die Insulin-produzierenden Zellen – die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Dann wird kein körpereigenes Insulin mehr gebildet und so kein Zucker (Energie) mehr in die Körperzellen befördert. Wenn Insulin fehlt, ist der Organismus auf Dauer nicht lebensfähig. Deswegen war die Substitution dieses Hormons für den Diabetes Typ 1 auch der Durchbruch schlechthin und bis heute die Standardtherapie. Der Diabetiker Typ 2 wiederum hat genug eigenes Insulin, es wirkt bei ihm aber nicht ausreichend.  … ein 60-jähriger Patient mit Typ-2-Diabetes verliert im Mittel 6 Lebensjahre. Wenn dann noch ein Herzinfarkt dazu kommt, werden daraus 12 Jahre. Epidemiologisch ist jeder 6. Todesfall in Deutschland mit Diabetes assoziiert. (Pharma Fakten, 11.07.2019)

Arzneimittel gegen HIV sind sehr teuer. Sie kosteten die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2018 fast 900 Mio. €. Generische Arzneimittel, die seit den ersten Patentabläufen im Jahr 2013 auf den Markt kommen, sind deshalb für eine breite Versorgung von HIV-Patienten unerlässlich. (Pro Generika, 11.07.2019)

Menschen in Deutschland lassen sich immer öfter gegen Infektionskrankheiten impfen. So stiegen 2018 die Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe um 4,5 % auf 1,28 Mrd. €. Der Grund für den Ausgabenanstieg sind vor allem die vermehrten Impfungen gegen Humane Papillomaviren (HPV), Varicella Zoster (Gürtelrose) und FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis). (ABDA, 11.07.2019)

Verantwortlich für die sog. Sommergrippe sind häufig Coxsackie-Viren vom Typ A und B sowie Echo-Viren. Sie gehören, wie die klassischen Rhinoviren, zur Familie der humanen Enteroviren und verbreiten sich in den Sommermonaten besonders gut. … Zu den häufigsten Erkältungsfallen im Sommer zählen Reisestress, Klimaanlagen, mangelnde Handhygiene, Zugluft und Nässe sowie lange Sonnenbäder. (G. Pohl Boskamp GmbH, 11.07.2019)

Jeden Monat lesen 18,82 Mio. Menschen in Deutschland die Apotheken Umschau. (Wort & Bild Verlag, 11.07.2019)

Bild: Apotheken Umschau

Die Deutsche Sporthilfe hat unter dem Hashtag #leistungleben ihre Markenkampagne 2019 gestartet. Sie will damit auf die Motivation der von ihr
unterstützten Athleten aufmerksam machen und zudem auch die Rolle der Stiftung für die Athletenförderung verdeutlichen. (Stiftung Deutsche Sporthilfe, 11.07.2019)

Bild: Stiftung Deutsche Sporthilfe

Österreich

ÖÄK fordert Stopp der Gewalt gegen Ärzte. (Österreichische Ärztekammer, 11.07.2019)

Blattaufmacher der Kronen Zeitung am 11.07.2019. (Foto: MHJ)

Nach einem Sturz z.B. beim Mountain-Biken oder nach einem Zusammenstoß beim Handball kann es zu einer Sprengung des Gelenkes (ACG-Luxation) zwischen Schlüsselbein und Schulterdach kommen, die zügig behandelt werden muss. Ob die Verletzung operiert werden sollte, hängt entscheidend vom Schweregrad ab und bedarf im Rahmen der Diagnostik einer Untersuchung inkl. Röntgenbild. Nun zeigt eine Publikation der AGA auf, dass arthroskopische Verfahren klar erkennbare Vorteile haben in Bezug auf die Sportfähigkeit und Wiedererlangung des vorherigen Sportniveaus.  Mit 4-12 % aller Schulterverletzungen ist die ACG-Luxation eine der häufigsten in den kampfbetonten Sportarten. (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, 11.07.2019)

Hebammen sind die medizinischen Expertinnen für die physiologische Geburt in Österreich. Sie leiten physiologische, also komplikationsfrei verlaufende Geburten eigenverantwortlich. Dazu sind sie ausgebildet und laut Hebammengesetz auch berechtigt. (Österreichisches Hebammengremium, 11.07.2019)

Spanien

In Spanien werden 30 % mehr künstliche Befruchtungen durchgeführt als etwa in Deutschland oder Frankreich. (Nextclinics International, 11.07.2019)

2. Juli 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Sehkorrektur hat für Menschen auf der ganzen Welt Bedeutung, da sie funktionelle Vorteile liefert. Retter, Militärs, Schauspieler, Sportler und TV-Leute haben die höchste Wahrscheinlichkeit, eine Sehkorrektur vornehmen zu lassen. Auch in den Entwicklungsländern wird sie immer häufiger, verdrängt den Bedarf an Brillen und verbessert die Möglichkeiten für Beruf und Bildung. Sehkorrektur ist nicht das Gleiche wie Brillen und Kontaktlinsen. Diese sind zwar effektiv, aber keine dauerhafte Lösung. Zudem können sie teuer und für den Lebensstil einer Person eine Bürde sein. Chirurgische Eingriffe für die Sehkorrektur liefern echte und dauerhafte Ergebnisse und sind mit der Zeit billiger als Brillen und Kontaktlinsen. Zudem haben sie enorme Vorteile für den Lebensstil. … Tatsächlich gibt es 8 Eingriffe für die Sehkorrektur: LASIK, Oberflächenablation, SMILE, Refraktive Kataraktchirurgie, Refraktiven Linsentausch, Phakische Intraokularlinsen, Inlays für die Kornea und Kornea-Crosslinking. (The Refractive Surgery Alliance, 02.07.2019)

Europa

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Atemwegserkrankungen verursachen heute in Europa bereits 77 % der Krankheitslast und 86 % der vorzeitigen Todesfälle. Hauptsächliche Risikofaktoren sind Übergewicht sowie der übermäßige Verzehr von kalorienreicher Nahrung, gesättigten Fetten, Transfettsäuren, Zucker und Salz bei zu geringem Konsum von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. (Österreichische Ärztekammer, 02.07.2019)

Deutschland

Die Sonne ist lebenswichtig und gefährlich zugleich. Weißer Hautkrebs ist chirurgisch gut zu behandeln. Der schwarze Hautkrebs kam lange Zeit einem Todesurteil gleich, doch seit einigen Jahren gibt es zielgerichtete Medikamente, mit denen sich der Krebs zeitweise zurückdrängen lässt. In Einzelfällen gelang sogar schon eine Heilung. In 9 von 10 Fällen handelt es sich bei Hautkrebs um die sog. weiße Form, die meist keinen bösartigen Verlauf nimmt. Problematischer ist es beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Wird der Krebs frühzeitig entdeckt, so können Ärzte den Patienten durch einen relativ kleinen chirurgischen Eingriff heilen. Ist er aber bereits fortgeschritten und hat Metastasen gestreut, hilft keine Operation mehr. Dann werden Arzneimittel unverzichtbar. (Bundesverband der pharmazeutischen Industrie, 02.07.2019)

Bild: BPI

Neueste Krebsmedikamente helfen dem Körper, sich selbst zu heilen. Sie überlisten die Mechanismen der Krebszellen, sich vor den natürlichen Abwehrkräften zu verstecken. Dadurch können die natürlichen Immunzellen den Tumor wieder angreifen und zurückdrängen. Auch existieren Therapien gegen individuelle molekulare Eigenschaften von Tumor-Mutationen. Wird beim Patienten eine spezifische Tumor-Mutation diagnostiziert, blockieren diese Wirkstoffe das Wachstum dieser Krebszellen. Dank des Einsatzes dieser Wirkstoffe lässt sich heute die Überlebensrate der Patienten teilweise verdoppeln. Eine Kombination aus mehreren Medikamenten könnte zukünftig für weitere Erfolge sorgen. (Bundesverband der pharmazeutischen Industrie, 02.07.2019)

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung meint, wegen körperlicher Einschränkungen oder Schmerzen auf eine aktive Betätigung zu verzichten. Ganze 43 % leiden unter Knieschmerzen, fast 20 % unter Schmerzen an der Ferse. Ausgangspunkt ist in vielen Fällen eine übermäßige Belastung oder falsche Druckverteilung am Fuß. Die Füße werden bei jedem Schritt belastet und müssen pro Tag bis zu 500 Tonnen Druck aushalten. (Reckitt Benckiser Deutschland GmbH, 02.07.2019)

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Deutschland. Doch es zeichnet sich ein Umbruch ab: Das immer bessere Verständnis der Krankheit ermöglicht die Entwicklung wirksamerer und zielgerichteter Therapien. Damit Lungenkrebspatienten von der modernen Spitzenmedizin profitieren können, ist jedoch auch eine präzise Diagnose auf der molekularen Ebene nötig. Das “Nationale Netzwerk genomische Medizin Lungenkrebs” in Köln vereint beide Felder: Bundesweit leisten dazu 15 universitäre Standorte eine einheitliche molekulare Diagnostik und geben aufgrund der Befunde Therapieempfehlungen ab. Die eigentliche Behandlung der Patienten erfolgt anschließend wohnortnah. (Deutsche Krebshilfe, 02.07.2019)

Tiefkühlprodukte sind aus der heutigen Ernährung nicht mehr wegzudenken. Praktisch jeder Haushalt kauft und nutzt sie. Darunter gibt es viele “Vielverwender”: 68 % der Befragten verzehren Tiefkühlprodukte mehrmals im Monat. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Altersgruppen: Jüngere Konsumenten mögen am liebsten Kartoffelprodukte und Pizza, Ältere hingegen Gemüse und Fisch aus der Tiefkühltruhe. Insgesamt ist das Image von Tiefkühlprodukten in Deutschland sehr positiv. (Deutsches Tiefkühlinstitut, 02.07.2019)

Infografik: Deutsches Tiefkühlinstitut

Dass Menschen pro Tag bis zu 100 Haare verlieren, ist normal. Übersteigt der Haarausfall diesen Schwund, sollte man möglichst schnell zum Hausarzt. (Senioren Ratgeber, 02.07.2019)

Österreich

Wenn in Österreich im Einzelfall tatsächlich ein Medikament nicht verfügbar ist, dann lässt sich in der Regel gemeinsam mit dem Arzt ein alternatives Präparat finden. (Pharmig, 02.07.2019)

Das Massenphänomen Übergewicht ist eine gesundheitliche, gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Zeitbombe. Eine in „The Lancet“ veröffentlichte Studie empfiehlt einen maximalen Konsum von 35 g Fleisch pro Tag. Das sei auch unter ökologischen Aspekten bedeutsam, weil für die Produktion von 1 kg Fleisch etwa 6 kg pflanzliches Tierfutter erforderlich sind. Fleisch sei zudem der größte Faktor des nahrungsmittelbedingten Ausstoßes von Treibhausgas. Eine gut geeignete Richtlinie für gesunde Ernährung bietet der von der Harvard Medical School entwickelte „Gesunde Teller“. Er zeigt das Verhältnis, in dem einzelne Nahrungsmittel zusammengestellt werden sollten: Die Hälfte besteht dabei aus Obst und Gemüse, ein Viertel aus Vollkornprodukten und ein Viertel aus Protein. (Ärztekammer Österreich, 02.07.2019)

In etwa 1.600 Ärztinnen und Ärzte haben in Österreich bereits das Ärztekammerdiplom für Ernährungsmedizin absolviert. Diese Expertise ist zum Erreichen der WHO-Vorgaben unverzichtbar. (Ärztekammer Österreich, 02.07.2019)

Altersschwerhörigkeit

Die betrifft weltweit

  • 24 % der über 40-Jährigen,
  • 33 % der über 60-Jährigen und
  • 66 % der über 70-Jährigen.

Und geht angeblich Hand in Hand mit einem Verlust an Lebensqualität. Das sehe ich anders: Als ob sich der Mensch nicht adaptieren würde … Aber, das akzeptiere ich schon, trägt Schwerhörigkeit zum Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit bei. Bestimmte Gehirnareale werden durch verminderten Hör-Input nicht mehr genügend stimuliert. Scheint logisch.

Also sollten Sie sich um Ihre Hörfähigkeit kümmern. Sollten, heißt übersetzt: Fragen Sie Ihren Arzt. Und als Schulmediziner wird er Ihnen korrekt antworten:

(1.) Es gibt derzeit keine therapeutischen Strategien, um das Fortschreiten der Altersschwerhörigkeit zu verhindern oder zu vermindern. (2.) Vermeiden Sie mögliche Risikofaktoren wie das Rauchen, Lärm, Alkohol und bestimmte Hormone. (3.) Erste therapeutische Versuche beschäftigen sich mit Gen-Stammzell-Therapie, aber noch ohne Resultate.

Folglich sollten Sie selbst nachdenken !

Nachdenken darüber, warum Sie im Alter schlechter hören. Einen Zugang bietet uns die Entdeckung, dass Schwerhörigkeit durch Knalltrauma (leider auch bei mir der Fall … beidseitig, Stichwort Badekappe) nachweislich auf erhöhtem Stress beruht. Sprich freien Radikalen. Das kann man messen. Wurde auch schon 2007 dokumentiert (Free Radic Biol. Med. 2007 May 1;42 (9): 1454). Und dass in 2. Linie auch Durchblutung ein Faktor sein kann (Sie wissen schon: Die langsame Verkalkung auch des Gehirnes) liegt auf der Hand.

Wie gesagt: Man hat bereits 2007 nachgewiesen, dass Antioxidantien (gegen freie Radikale) plus Magnesium (steigert die Durchblutung) tatsächlich Schwerhörigkeit verminderte oder sogar verhinderte. Kurz gefasst:

Es half die KOMBINATION von Antioxidantien und Magnesium.

Einzeln hatten die Mittel nicht geholfen. Im Jahr 2018 gelang dann der Nachweis, dass auch bei der im Alter auftretenden Schwerhörigkeit die gleiche Kombination wirksam ist (Front Neurosci. 2018;12: 527). Bewiesen zunächst bei Ratten. Durch Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E plus Magnesium konnte deren Hörschwelle (also die Empfindlichkeit Ihres Ohres) um 15 dB verbessert werden. Die Ratten konnten nach Einnahme dieser Vitamine plus Magnesium mehr als doppelt so gut hören als davor !

Erstaunt mich nicht. Freut mich trotzdem. Ist Frohmedizin. Epigenetik, wie man sie schöner nicht beweisen kann: Mit Vitaminen und mit Magnesium angereicherte Kost macht die Ohren (zumindest von Ratten) mehr als doppelt so empfindlich wie bei Normalkost.

Dezibel ? Sie erinnern sich: 10 dB mehr heißt Verdopplung des Lärms.

Wenn Sie also auch schwerhörig sind und über 40, dann können Sie das auch positiv sehen – so wie ich … Man überhört auch vielerlei Unsinn im Leben !